Deutschlands große Telekommunikationsanbieter sagen Funklöchern mit Satelliten-Internet den Kampf an. (Symbolbild)
Deutschlands große Telekommunikationsanbieter sagen Funklöchern mit Satelliten-Internet den Kampf an. (Symbolbild) Bild: Philipp von Ditfurth/dpa
Wirtschaft
Umfrage: Interesse an satellitenbasiertem Internet wächst

Freie Presse auf Google News folgen

Satelliten-Internet wird für viele attraktiver: 39 Prozent zeigen Interesse, doch Skepsis bleibt. Was Nutzer begeistert und wo die Bedenken in Richtung Abhängigkeit liegen.

München.

Das Interesse an Internetverbindungen per Satellit wächst. Nach einer repräsentativen Umfrage der Unternehmensberatung Deloitte zeigen sich 39 Prozent der befragten 2.000 Menschen offen dafür – vier Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr. Deloitte ließ die Teilnehmer zwischen März und April befragen.

"Was lange als Nischenlösung für abgelegene Regionen galt, wird sich zu einer ernstzunehmenden Ergänzung bestehender Infrastrukturen entwickeln", prognostizierte Deloitte-Experte Dieter Trimmel. Rund ein Drittel der Befragten würde für eine satellitengestützte Smartphone-Anbindung bis zu fünf Euro monatlich zusätzlich zahlen. Als Vorteile nannten sie einfache Nutzung und hohe Zuverlässigkeit der Technologie aus dem Erdorbit. 

Zugleich gibt es Vorbehalte: 21 Prozent misstrauen den Anbietern, 29 Prozent halten andere Lösungen für leistungsfähiger und 34 Prozent sehen günstigere Alternativen.

Fokus aufs All: Telekom, Vodafone und Telefonica

Stationäre Internetanschlüsse über Satellit sind in Deutschland bereits erhältlich. Künftig wollen die großen Telekommunikationsanbieter auch Mobilfunk über Satellit anbieten. Dafür kooperieren die Deutsche Telekom mit dem US-Datendienst Starlink, Konkurrent Vodafone mit dem ebenfalls aus den USA stammenden Satellitenanbieter AST SpaceMobile, O2 Telefónica mit dem Luxemburger Satellitenbetreiber OQ Technology.

Circa die Hälfte nimmt technologische Abhängigkeit wahr

Fast jeder Zweite (48 Prozent) sieht die deutsche Telekommunikation technologisch abhängig vom Ausland. Zugleich will die Mehrheit (54 Prozent) keine höheren Preise für europäische Produkte zahlen. Nur 30 Prozent würden für europäische Telekommunikationstechnologie einen Aufpreis von bis zu zehn Euro akzeptieren. Sogar wenn dies mit Einschränkungen bei der Netzleistung einherginge. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
Das könnte Sie auch interessieren
21:14 Uhr
2 min.
Erdbeben aus Tschechien im Vogtland und Erzgebirge spürbar
Erdbeben aus Tschechien im Vogtland und Erzgebirge spürbar - Der Seismograph einer Erdbebenwarte verzeichnet Ausschläge. (Symbolbild)
Rund 200 kleine Erdbeben seit Montagmorgen vermeldet Jens Skapski von der Plattform „Erdbeben in Deutschland“. Vogtländer aus diesen Orten haben sie gespürt.
Cornelia Henze
06:00 Uhr
3 min.
Hochschulmedizin will Fake News mit Expertise kontern
Hochschulmedizin will Fake News mit Expertise kontern - Dekanin Esther Troost sieht in Medizinischen Fakultäten einen wichtigen Standortfaktor für die ganze Region. (Archivbild)
Gibt es eine wirksame Medizin gegen Falschmeldungen und Populismus? Diese Frage stellen sich auch die Medizinischen Fakultäten in Deutschland bei einem Treffen in Dresden.
06:07 Uhr
4 min.
Hohe Schadenersatzklagen gegen Sparkasse nach Einbruchscoup
Hohe Schadenersatzklagen gegen Sparkasse nach Einbruchscoup - Der Tresorraum der Filiale war völlig verwüstet. (Handoutbild)
Nach dem filmreifen Einbruch in die Gelsenkirchener Sparkasse Ende 2025 verlangen die ersten geschädigten Kunden Schadenersatz. In zwei Klagen am Landgericht Essen geht es um hohe Summen.
27.05.2026
2 min.
Schaeffler beliefert Satelliten-Hersteller
Schaeffler beliefert Satelliten-Hersteller - Schaeffler-Vorstandschef Klaus Rosenfeld will sein Unternehmen breiter aufstellen und Geschäftsfelder in der Raumfahrttechnik erschließen. (Archivbild)
Der Einstieg in den Raumfahrt-Sektor soll die Abhängigkeit des fränkischen Traditionsunternehmens vom Auto verringern.
10.06.2026
3 min.
Großprojekt an B 169 im Erzgebirge: Neuer Supermarkt setzt auf Shop-in-Shop-Konzept
Großprojekt an B 169 im Erzgebirge: Neuer Supermarkt setzt auf Shop-in-Shop-Konzept - Jana und Danilo Winter wagen in Lößnitz einen großen Schritt.
Ein moderner Edeka-Markt mit Shop-in-Shop-Konzept entsteht in Lößnitz. Die Highlights: Fisch-Theke, Sushi-Bar und großer Drogeriebereich. Doch im Vorfeld gab es Debatten.
Ralf Wendland
11.06.2026
4 min.
Was den SpaceX-Börsengang besonders macht
Was den SpaceX-Börsengang besonders macht - Elon Musk verlässt sich darauf, dass Anleger im Glauben an künftige Erfolge von SpaceX investieren. (Archivbild)
Elon Musk lädt zu einer großen Börsenwette ein. Seine Weltraumfirma SpaceX hat zwar wenig Geschäft und hohe Verluste - aber sie sollen eine Riesen-Bewertung in Erwartung künftiger Erfolge akzeptieren.
Andrej Sokolow, dpa
Mehr Artikel