Containerumschlag im Hamburger Hafen. (Archivbild)
Containerumschlag im Hamburger Hafen. (Archivbild) Bild: Daniel Reinhardt/dpa
Wirtschaft
ZEW-Konjunkturerwartungen erholen sich überraschend stark

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Das Stimmungsbarometer steigt unerwartet deutlich. Was hinter dem Aufschwung steckt - und warum Experten dennoch vorsichtig bleiben.

Mannheim.

Die ZEW-Konjunkturerwartungen haben sich im Juni unerwartet deutlich verbessert. Das Stimmungsbarometer des Forschungsinstituts ZEW stieg gegenüber dem Vormonat um 20,7 Punkte auf plus 10,5 Punkte, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung am Dienstag in Mannheim mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt nur einen Anstieg auf minus 5,5 Punkte erwartet.

Der Iran-Krieg hatte den Indikator in den vergangenen Monaten stark belastet. Im Februar hatten die Konjunkturerwartungen noch bei plus 58,3 Punkten gelegen.

Druck auf Energiepreise

"Die Expertinnen und Experten setzen darauf, dass sich der Iran-Konflikt dem Ende nähert", kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach das Ergebnis der Umfrage. Der massive Druck auf die Energiepreise und Inflation dürfte sich abschwächen, was sich positiv auf die energieintensive Industrie und die privaten Haushalte auswirke.

Die bereits schwache Bewertung der aktuellen Lage hat sich hingegen weiter verschlechtert. Der entsprechende Indikator fiel um 3,2 Punkte auf minus 81,0 Punkte. Ökonomen hatten mit einem noch etwas stärkeren Rückgang auf 78,0 Punkte gerechnet.

Konjunkturerholung könnte dauern

Der ZEW-Index springe im Juni stärker nach oben als erwartet, meinte Felicitas Henze, Volkswirtin bei Deutsche Bank Research. "Die Konjunkturerwartungen der befragten Analysten liegen mit 10,5 Punkten erstmals seit drei Monaten wieder im positiven Bereich, getrieben von der Hoffnung auf eine Beilegung des Konflikts am Persischen Golf." Ein Wermutstropfen sei die erneute Eintrübung der Lagebeurteilung. "Auch wenn sich die geopolitische Lage im Nahen Osten wie erwartet positiv entwickeln sollte, wird es doch einige Zeit brauchen, bis die Gegenwinde für die deutsche Konjunktur abflauen." (dpa)

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