Nur in kleinen Mengen ein Fall für den Kompost: Wer sichergehen will, wirft Bananenschalen lieber in die Biotonne.
Nur in kleinen Mengen ein Fall für den Kompost: Wer sichergehen will, wirft Bananenschalen lieber in die Biotonne. Bild: Felix Kästle/dpa
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Kompost oder Biotonne: Welcher Abfall gehört wohin?

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Bananenschalen, Kaffeesatz, Eierschalen: Viele Küchenabfälle laden in der Biotonne. Wer einen Garten hat, kann einiges davon aber auch auf dem eigenen Kompost entsorgen. Was genau - und was nicht?

Berlin.

Möhrenschalen, Apfel-Kerngehäuse, schlappe Salatblätter: Sie alle dürfen in die Biotonne - und bekommen ein zweites Leben. "Daraus entstehen torffreie Erden und Komposte. Sie können konventionelle Dünger und torfhaltige Erden ersetzen", sagt Katharina Istel vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu).

Zudem gibt es immer mehr Vergärungsanlagen, in denen aus den Bioabfällen auch erneuerbare Energien wie Biogas erzeugt werden. Mit der Trennung von Biomüll kann Istel zufolge also jeder wirkungsvoll dazu beitragen, Ressourcen zu schonen.

Je sauberer Bioabfälle getrennt werden, desto hochwertiger sind Kompost und Biogas, die daraus entstehen, so der Verband kommunaler Unternehmen (VKU). Falsch befüllte Biotonnen können kommunale Entsorger sogar zurückweisen.

Ist der Kompost eine Alternative oder eine Ergänzung zur Biotonne?

Wer einen Garten hat, kann viele Küchenabfälle sowie Grünschnitt, alte Blätter und verkleinertes Gehölz auch direkt auf seinem Kompost entsorgen. Ist da eine Biotonne zusätzlich überhaupt nötig?

Ja, sagt Katharina Istel. "In der Küche fällt meistens mehr Biomüll an, als im Garten benötigt wird." Im Idealfall kompostiert man aber nur so viel, wie man für seinen Garten und seine Beete braucht. "Einzelne Kommunen schreiben auch eine Mindestgröße des Gartens für die Kompostierung vor", sagt die Expertin für Kreislaufwirtschaft. 

Hinzu kommt: Einige Küchenabfälle verrotten Istel zufolge einfach sehr langsam - kommen also besser in die Biotonne. Und manche Abfälle dürfen auch schlichtweg nicht auf dem heimischen Kompost entsorgt werden.

Was darf nicht auf dem Kompost landen, aber in der Biotonne?

Gekochte Speisereste können im Garten etwa Ratten und Mäuse anlocken. Zudem enthalten sie oft relativ hohe Mengen an Kochsalz - was laut dem Industrieverband Agrar (IVA) für viele Pflanzen nicht gut ist. Ab damit in die Biotonne.

In der Biotonne sind laut VKU auch Fleischreste, Knochen, Gräten und Milchprodukte richtig aufgehoben. Ebenso Abfälle, die zum Beispiel Gerüche verursachen.

Im Zweifel sollte man beim örtlichen Entsorger oder der lokalen Abfallberatung nachfragen. Denn: "Was in die Biotonne darf, hängt vor allem von den Anlagen vor Ort ab, die die Bioabfälle verwerten", sagt Katharina Istel. 

Wie sieht es mit Bananen, Kaffeesatz oder Efeu aus?

Kaffeesatz und Teebeutel kann man - ohne Schild und Verpackung - bedenkenlos auf den eigenen Kompost werfen. Bei manchen Abfällen ist es kniffeliger. Eine Übersicht:

  • Bananenschalen

In geringen Mengen dürfen die Schalen auf den Kompost. Am besten zerkleinert und nur wenn es Bio-Früchte waren, rät "Öko-Test". Ansonsten besser an in die Biotonne, um den Kompost nicht zu verderben.

  • Zitrusfrüchte

Sie werden oft mit Konservierungsstoffen und Wachsen behandelt, wenn sie keine Bio-Ware sind. Solche Rückstände bauen sich laut IVA bei der Kompostierung aber relativ schnell ab. Daher dürfen sie auf den Kompost. 

Manche Leute sind dennoch dagegen, weil sich Zitrusfrüchte langsamer als viele andere Küchenabfälle zersetzen. Das stimmt zwar - die Verrottung dauert laut IVA allerdings nicht länger als etwa bei Zweigen. Um die Kompost-Qualität nicht zu verringern, rät der Nabu dennoch zu geringen Mengen. 

  • Efeu

Damit solche robusten Pflanzen nicht neue Wurzeln schlagen und weiterwachsen, sollte man sie trocknen oder schreddern, bevor sie auf den Kompost wandern - oder man entsorgt sie über die Biotonne.

  • Eierschalen

Sie sollte man am besten zerkleinern, bevor sie auf den heimischen Kompost wandern. Sonst könnte es laut "Öko-Test" bis zu zwei Jahre dauern, bis die Schalen vollständig verrottet sind. 

Manche argumentieren wegen einer Salmonellen-Gefahr dennoch dagegen. Wichtig: Nach dem Gärtnern immer gründlich Hände waschen. Denn im Boden können sich immer Salmonellen und andere Keime befinden. Quelle dafür sind laut IVA selten Eierschalen, sondern vor allem Kot von Vögeln, Mäusen und anderen Wildtieren.

  • Kleintierstreu

Besteht es aus Holzspänen, ist es in kleinen Mengen laut VKU für die Biotonne tauglich. Katzenstreu gehört hingegen in den Restmüll - auch wenn es als biologisch abbaubar beworben wird. 

  • Kaminasche

Sie zählt laut VKU nicht zu den Bioabfällen. Also ab in den Restmüll damit.

  • Kranke Pflanzen

Unkrautsamen und Pflanzenreste, die Erreger von Krankheiten oder Schädlinge enthalten, dürfen laut IVA nicht auf den Kompost - aber in die Biotonne.

Die Erklärung: Die hohen Temperaturen in der industriellen Kompostierung haben laut VKU einen desinfizierenden Effekt. In den Anlagen werden Bioabfälle über mehrere Wochen bei Temperaturen von mindestens 55 bis 65 Grad Celsius behandelt und so Keime, Schädlinge und Unkrautsamen abgetötet. 

Allerdings gibt es Ausnahmen, etwa meldepflichtige Pflanzenkrankheiten wie den Feuerbrand. Der Befall muss gemeldet und die betroffenen Pflanzenreste im Restmüll entsorgt werden, der dann verbrannt wird. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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