Die Suche nach neuer Orientierung: Wer das Berufsleben hinter sich lässt, steht oft vor der Frage, wer er jenseits der Arbeit sein möchte.
Die Suche nach neuer Orientierung: Wer das Berufsleben hinter sich lässt, steht oft vor der Frage, wer er jenseits der Arbeit sein möchte. Bild: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
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Identitätskrise statt Freiheit? Ruhestand mental vorbereiten

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Plötzlich keine Termine mehr: Wie sich der Abschied vom Berufsleben auf Identität und soziale Beziehungen auswirkt – und was hilft, das Vakuum sinnvoll zu füllen.

Hamburg.

Geht ein langes Berufsleben in den Ruhestand über, kann das schon mal einen "massiven Identitätsentzug" bedeuten, wie Karrierecoach Gaby Lauhoff auf Xing schreibt. 

Gerade für Leistungsträger oder Entscheiderinnen könne der Übergang zur Rente herausfordernd sein. Die lange verinnerlichte Gleichung "Leistung macht wertvoll" gilt plötzlich nicht mehr. Stattdessen stellen sich plötzlich Fragen wie: Wer bin ich eigentlich ohne meine Arbeit? Was erfüllt mich? Wie will ich meine Zeit jetzt gestalten? 

Vakuum aushalten und neue Rituale finden

Wichtig sei, das anfangs entstehende "Vakuum" einfach mal auszuhalten, empfiehlt Lauhoff. Statt sich direkt in Weltreise, Ehrenamt oder neue Hobbys zu stürzen, sollten angehende Ruheständler erst mal innehalten. Nur so lasse sich erkennen, "wer man außerhalb von Terminen, Verantwortung und Leistung eigentlich ist", schreibt die Beraterin.

Dazu bietet sich eine kleine Inventur an. Zum Beispiel mit Fragen wie: Wer wollte ich eigentlich sein, wenn ich erwachsen bin? Welche Bedürfnisse habe ich lange zurückgestellt? Was kam im Berufsleben zu kurz? Diese Reflexion kann der Grundstein für eine persönliche Neu-Definition sein. 

Zusätzlich kann man sich etwa bewusst überlegen, welche Werte im Job motiviert haben und in welchem neuen Kontext diese Werte künftig gelebt werden können. Ähnliches gilt für Routinen. Welche Rituale aus dem Berufsleben lassen sich vielleicht auch auf den neuen Alltag übertragen? Eine gute Struktur sei entscheidend.

Neue Kontakte pflegen - schon vor dem letzten Arbeitstag

Nicht zuletzt gehört es zu einem gelungenen Übergang, die sozialen Strukturen neu zu ordnen, empfiehlt die Beraterin. Der Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen sowie Mitarbeitern fällt schließlich mit dem Eintritt in den Ruhestand oft weg, die Dynamik in der Familie oder der Partnerschaft verändert sich.

Lauhoff zufolge ist es deshalb ratsam, schon vor dem letzten Arbeitstag aktiv in soziale Kontakte außerhalb des Arbeitslebens zu investieren - sei es im Ehrenamt, über Hobbys oder die Wiederbelebung alter Freundschaften. (dpa)

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