Wenn’s wacklig wird: liegen bleiben. Bei Übelkeit oder Schwindel während der Spende: nicht aufstehen, sofort dem Team Bescheid sagen.
Wenn’s wacklig wird: liegen bleiben. Bei Übelkeit oder Schwindel während der Spende: nicht aufstehen, sofort dem Team Bescheid sagen. Bild: Patrick Pleul/dpa/dpa-tmn
Gesundheit
Blutspende: So beugen Sie Kreislaufproblemen vor

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Schwindel, Schwäche, kurze Krämpfe: Welche Nebenwirkungen bei der Blutspende auftreten können – und wie sich das Risiko mit einfachen Maßnahmen senken lässt.

Berlin.

Meist ist Blutspenden unspektakulär: Nadel rein, Blut raus, nach zehn Minuten ist die Entnahme vorbei. Manchmal aber sackt währenddessen oder kurz danach der Kreislauf ab. Das kann dramatisch aussehen - vor allem, wenn jemand kurz ohnmächtig wird und dabei zuckt oder krampft. 

Dahinter steckt häufig eine sogenannte vasovagale Kreislaufreaktion, also eine vorübergehende Fehlregulation des Kreislaufs. Bei einer neurokardiogenen Synkope wird das Gehirn kurzzeitig schlechter durchblutet; dabei können kurze unwillkürliche Muskelzuckungen auftreten. 

Vasovagale Kreislaufreaktionen gehören zu den bekannten Nebenwirkungen einer Blutspende. Nach Angaben des Universitätsklinikums Aachen treten sie bei rund sieben Prozent aller Blutspenden auf. Meist bleibt es bei Schwindel oder Schwäche, Übelkeit, Schwitzen, Blutdruckabfall, langsamem Puls.

Warum reagiert der Körper so?

Bei einer vasovagalen Reaktion (VVR) kommt es reflexartig zu einer Kreislaufreaktion: Die Blutgefäße weiten sich, der Herzschlag kann sich verlangsamen, der Blutdruck fällt. Dadurch kommt kurzfristig weniger Blut im Gehirn an. Beim Blutspenden kann das unter anderem durch psychische Anspannung, Schmerz oder den Einstich der Nadel ausgelöst werden. 

Nach Angaben der Uniklinik Aachen ist das Risiko für Kreislaufprobleme erhöht bei:

  • jungen Menschen
  • Erstspenderinnen und Erstspendern
  • Menschen mit niedrigem Körpergewicht 

Auch wenig Schlaf, Stress, Nüchternheit oder zu wenig Flüssigkeit vor der Spende können eine Rolle spielen. 

Das DRK bietet einen Online-Selbsttest an, der - nicht nur im Hinblick auf Kreislaufprobleme - helfen kann, einzuschätzen, ob man als Spenderin oder Spender infrage kommt; die endgültige Entscheidung über die Spendefähigkeit trifft die Ärztin oder der Arzt vor Ort. 

Was hilft vorbeugend?

In jedem Fall sollte man sich nicht vom Blutspenden abhalten lassen - schließlich sind die Nebenwirkungen nicht nur selten - gute Vorbereitung kann das Risiko für Kreislaufprobleme auch zusätzlich senken:

  • Nicht nüchtern zum Termin kommen (im Gegensatz zu einer Blutabnahme!) - vor der Spende ausreichend essen und trinken: Der DRK-Blutspendedienst empfiehlt, ein bis zwei Stunden vor der Spende eher kohlenhydratreich und fettarm zu essen und zusätzlich zwei bis drei Gläser Wasser, Saft oder Tee zu trinken.
  • Möglichst ohne Stress und Hetze ankommen
  • Wer zu Kreislaufproblemen neigt, sollte das Spende-Team vorab darauf ansprechen. 

Was tun, wenn einem schwindelig wird?

Wer beim Spenden merkt, dass ihm schwindelig oder übel wird, sollte nicht aufstehen, sondern sofort dem Spende-Team Bescheid sagen. 

Wichtig: Wer schon einmal bei einer Blutentnahme oder Blutspende ohnmächtig geworden ist, sollte das vor der nächsten Spende unbedingt ansprechen. Blutspendedienste können dann einschätzen, ob eine Spende infrage kommt und worauf zu achten ist. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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