Ein schattiges Plätzchen und viel Trinken hilft einem Hitzschlag vorzubeugen.
Ein schattiges Plätzchen und viel Trinken hilft einem Hitzschlag vorzubeugen. Bild: Michael Reichel/dpa/dpa-tmn
Gesundheit
Hitzschlag bis Dehydration: So erkennen Sie Hitze-Notfälle

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30 Grad und mehr: Hohe Temperaturen und pralle Sonne bringen den Körper an seine Grenzen. Welche Warnzeichen jeder kennen sollte - und was dann zu tun ist.

Berlin.

Selbst die größten Sommer-Fans merken bei Temperaturen über 30 Grad: Der Körper ächzt ganz schön. 

Nicht jedem Körper gelingt es gleich gut, sich an hohe Temperaturen anpassen. Besonders gefährdet für Gesundheitsrisiken durch Hitze sind alle ab 65 Jahren, Schwangere, Babys und Kleinkinder und Menschen mit Vorerkrankungen, zählt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) auf seinem Portal "Klima - Mensch - Gesundheit" auf. 

Wann wird es kritisch? Ein Überblick. 

1. Sonnenstich erkennen: Kopf heiß, Nacken manchmal steif

Lange ohne Kappe oder Hut in der prallen Sonne gesessen? Dann droht ein Sonnenstich. Dabei kommt es zu einer Reizung der Hirnhäute, in schweren Fällen sogar zu einer Hirnschwellung, so das BIÖG. Das kann sich bemerkbar machen durch folgende Symptome: 

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit 
  • heißer, roter Kopf. 
  • Betroffene haben manchmal auch leichtes Fieber, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle und einen steifen Nacken

Gut zu wissen: Die Beschwerden können mit einer Verzögerung von zwei bis zwölf Stunden nach der Zeit in der prallen Sonne auftreten. Besonders gefährdet für Sonnenstiche sind Babys, Kleinkinder und Menschen mit wenig Haaren auf dem Kopf. 

2. Hitzschlag erkennen: Bewusstseinstrübung ist Alarmsignal

Bei einem Hitzschlag gelingt es dem Körper nicht mehr, all die Wärme durch Schwitzen und Co. abzuleiten - sie staut sich. Die Körpertemperatur steigt dabei innerhalb von 10 bis 15 Minuten auf 41 Grad und mehr an, so die Stiftung Gesundheitswissen. 

Als weitere Warnzeichen, die auf einen Hitzschlag hinweisen, nennt das BIÖG: 

  • eine gerötete, heiße und trockene Haut
  • Übelkeit, Schwindel, Erbrechen 
  • Krampfanfälle
  • schnelle Atmung und ein schneller, schwacher Puls
  • Verwirrtheit, Schläfrigkeit - bis hin zu Bewusstlosigkeit 

Ein Hitzschlag ist lebensgefährlich, ein Verdacht darauf ist ein klarer Fall für den Notruf 112.

3. Dehydration erkennen mit Hautfalten- und Drucktest

Durch Schwitzen verliert der Körper an heißen Tagen nur viel Flüssigkeit. Trinken wir dann nicht genug, droht ein Flüssigkeitsmangel, in der Medizin Dehydration genannt. Sie kann sich laut BIÖG zeigen durch: 

  • trockene, spröde Lippen
  • seltenen Harndrang
  • Leistungsabfall, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen
  • leichte Kopfschmerzen, Schwindel

Ob ein Körper zu bereits zu viel Flüssigkeit verloren hat, kann auch der Hautfalten-Test verraten. Dafür zieht man die Haut am Handrücken hoch und lässt sie los. Glättet sie sich nur sehr langsam, spricht das für einen Flüssigkeitsmangel. 

Alternativ kann man auch kurz auf das Nagelbett drücken, wie das Portal "gesundheitsinformation.de" vorschlägt. Bei einem ausreichend mit Wasser versorgten Körper kehrt die rosa Hautfarbe nach zwei bis drei Sekunden zurück. 

Das sollte man bei Hitzenotfällen tun: 

Hitzschlag, Dehydration und Sonnenstich sind für Laien nicht immer eindeutig voneinander zu unterscheiden. Und sie können zusammen auftreten. Wer merkt, dass es einem selbst oder einer anderen Person an heißen Sommertagen nicht gutgeht, sollte diese Dinge beachten: 

  • Ist das Bewusstsein getrübt oder ist ein Mensch bereits bewusstlos, sollte man den Notruf 112 wählen.
  • Prinzipiell gilt: Schnell raus aus der Hitze und rein in den Schatten bzw. an einen kühlen Ort. Kopf und Oberkörper sollten leicht erhöht lagern.
  • Bei Verdacht auf einen Sonnenstich kann man den Nacken mit feuchten Tüchern bedecken. Feuchte Umschläge helfen auch, um den Körper bei Verdacht auf einen Hitzschlag zu kühlen. Das BIÖG rät außerdem, überschüssige Kleidung auszuziehen. 
  • Nicht nur bei Verdacht auf Flüssigkeitsmangel gilt: Viel trinken ist jetzt wichtig, am besten Wasser, ungesüßte Tees und dünne Saftschorlen. Ist eine Person bewusstlos oder stark verwirrt, sollte man allerdings darauf verzichten, ihr Flüssigkeit einzuflößen. Es besteht Erstickungsgefahr, warnt das BIÖG: 
  • Bei einer Dehydration ist es zudem sinnvoll, Bananen, Trockenfrüchte oder isotonische Sportgetränke zu sich zu nehmen. Sie liefern eine Kombination aus Fruchtzucker und Mineralstoffen, die dem Körper hilft, Wasser schneller aufzunehmen. 
  • Die Beschwerden bessern sich nicht? Dann ist ein zeitnaher Arztbesuch angesagt.

(dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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