Scheitern gehört dazu: Im Durchschnitt braucht es mehrere Versuche, um dauerhaft rauchfrei zu werden, doch jeder Versuch ist ein Schritt in die richtige Richtung
Scheitern gehört dazu: Im Durchschnitt braucht es mehrere Versuche, um dauerhaft rauchfrei zu werden, doch jeder Versuch ist ein Schritt in die richtige Richtung Bild: Anna Ross/dpa
Gesundheit
Notfallkarten-Trick und Kaugummi: Was beim Rauchstopp hilft

Freie Presse auf Google News folgen

Sie haben versucht, mit dem Rauchen aufzuhören - und sind krachend gescheitert? Ganz normal. Meist braucht der Ausstieg mehrere Anläufe. Wie Sie die Chance erhöhen, dass es beim nächsten Mal klappt.

Berlin.

Der Geschmackssinn wird feiner, die Haut frischer, das Risiko für zahlreiche Krankheiten geringer: Dass der Verzicht auf Zigaretten viel Gutes mit sich bringt, muss man Raucherinnen und Rauchern nicht erzählen. 

Dennoch fällt das endgültige Tschüss zur Zigarette vielen schwer. Das liegt auch daran, dass viele Rauchsituationen fest mit dem Alltag verknüpft sind, wie die Stiftung Gesundheitswissen erklärt. Der erste Kaffee am Morgen? Das Warten auf den Bus? Kurz mal durchatmen an einem stressigen Arbeitstag? Ohne Zigarette für viele Raucher unvorstellbar. 

Wer erfolgreich mit dem Rauchen aufhören will, muss also an diesen Alltagssituationen ansetzen. Heißt: sie vorab identifizieren - und sich dann Alternativen überlegen. So kann man sich zum Beispiel vornehmen, zum Kaffee oder an der Bushaltestelle ein paar Seiten in einem Buch zu lesen - oder bei Stressspitzen einen kleinen Spaziergang statt einer Raucherpause einzulegen. 

Jetzt eine Zigarette! Was den Suchtdruck lindert

Bei jedem Rauchstopp kommen sie früher oder später: die Momente, in denen das Verlangen nach einer Zigarette so stark ist, dass gefühlt kein anderer Gedanke mehr in den eigenen Kopf passt. 

Auch auf solche Momente kann man sich vorbereiten. Die Stiftung Gesundheitswissen schlägt dafür eine sogenannte Notfallkarte vor, die man im Portemonnaie bei sich trägt und in solchen Momenten hervorziehen kann. Darauf notiert man: 

  • Das wichtigste "Warum" für den Rauchstopp.
  • Konkrete Schritte zum Umgang mit der Situation, z.B. kurz warten, tief atmen, bewegen, etwas trinken, auf eine vorbereitete Ablenkung zurückgreifen. So können zum Beispiel kurzfristige Reize wie Kaugummi das akute Verlangen abmildern. Manchen hilft etwa auch, an Pfefferminzöl zu schnuppern. 

Gut zu wissen: Das Verlangen nach einer Zigarette kommt in Wellen, es verzieht sich also rasch wieder, wenn man die kritische Phase überbrückt hat. 

Scheitern ist normal - aber kein Grund fürs Aufgeben

Übrigens: Dass es beim ersten Versuch nicht mit dem endgültigen Rauchstopp klappt, ist ganz normal. "Der durchschnittliche Raucher braucht im Leben bis zu lebenslangen Abstinenz sechs Aufhörversuche", so der Suchtmediziner Prof. Tobias Rüther im "ImPuls"-Podcast der Deutschen Herzstiftung. 

Immerhin: Jeder Versuch bringe einen dem Ziel näher. "Und jede Zigarette, die man nicht mehr raucht, ist ein immenser Gewinn für die Gesundheit", so der Fachmann. 

Wer wiederholt rückfällig wird oder starke Entzugssymptome hat, sollte keine Scheu haben, sich beraten zu lassen, etwa in der Hausarztpraxis. So gibt es etwa Medikamente, die bei der Rauchentwöhnung unterstützen können. Ob sie sinnvoll sind, muss aber im Einzelfall geprüft werden. Zudem gibt es Kurse zur Raucherentwöhnung, für die die Krankenkassen die Kosten - teilweise oder vollständig - übernehmen. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
Das könnte Sie auch interessieren
08:43 Uhr
1 min.
Gesundheitsrisiko Eichenprozessionsspinner: Was tun?
Gesundheitsrisiko Eichenprozessionsspinner: Was tun? - Schädling, der auch Menschen und Tieren schaden kann: Eichenprozessionsspinner-Befall an einer Eiche.
Juckreiz, Quaddeln, Husten: Die Raupen des Eichenprozessionsspinners können Menschen empfindlich treffen. Worauf man achten sollte, wenn man Befall entdeckt - und was bei Hautkontakt gilt.
07.05.2026
3 min.
Wochenbettdepression: Warnzeichen früh erkennen
Wochenbettdepression: Warnzeichen früh erkennen - Eine postpartale Depression geht häufig mit Schuldgefühlen und Versagensängsten einher und kann die Beziehung zwischen Mutter und Kind spürbar belasten.
Schuldgefühle, Versagensängste und Rückzug: Eine Wochenbettdepression belastet Mütter und Kind. Woran Sie die Anzeichen erkennen können, erklärt eine Fachärztin.
06:11 Uhr
2 min.
Pawlow-Hotel im Erzgebirge eröffnet: So startet das neue Vier-Sterne-Haus
Pawlow-Hotel im Erzgebirge eröffnet: So startet das neue Vier-Sterne-Haus - Betreiber Gregor Kumberger junior und senior sowie Hotelleiterin Melanie Walther durchschneiden ein Band zur Eröffnung des Pawlow-Hotels in Warmbad.
„Aufgeben war für uns keine Option“, sagt Investor Kumberger. Hinter der Eröffnung des Pawlow-Hotels in Warmbad liegen jahrelange Sanierungsarbeiten. Nun soll das Haus neue Gäste in den Kurort locken.
Mike Baldauf
31.05.2026
7 min.
100 Jahre "Fiesta" – auf Hemingways Spuren in Pamplona
100 Jahre "Fiesta" – auf Hemingways Spuren in Pamplona - Plaza del Castillo - Hauptplatz von Pamplona: Im "Gran Hotel La Perla" (links im Hintergrund) soll Hemingway übernachtet haben.
1926 erschien der Roman "Fiesta" des späteren Nobelpreisträgers Ernest Hemingway. Eine Spurensuche dort, wo das namensgebende und heute umstrittene Volksfest im Juli seit jeher heftig gefeiert wird.
Andreas Drouve, dpa
23:40 Uhr
2 min.
Nach Champions-League-Finale: Festnahmen und Ausschreitungen
Nach Champions-League-Finale: Festnahmen und Ausschreitungen - Nach dem Sieg von Paris Saint-Germain ist es in Paris zu Festnahmen und Zwischenfällen gekommen.
Nach dem Sieg von Paris Saint-Germain gegen FC Arsenal kam es in Paris zu Auseinandersetzungen zwischen Einsatzkräften und Gruppen von Randalierern.
29.05.2026
10 min.
„Säxit“ und rechte Netzwerke: Was würde ein Sieg von Stefan Hartung bei der OB-Wahl in Aue-Bad Schlema bedeuten?
„Säxit“ und rechte Netzwerke: Was würde ein Sieg von Stefan Hartung bei der OB-Wahl in Aue-Bad Schlema bedeuten? - Will als OB ins Rathaus von Aue-Bad Schlema: „Freie Sachsen“-Kandidat Stefan Hartung.
Stefan Hartung will Sachsens erster Oberbürgermeister aus dem Lager rechts der AfD werden. Nach langer NPD-Mitgliedschaft ist er auch Vizechef der „Freien Sachsen“, die unter Rechtsextremen ein Alleinstellungsmerkmal haben. Sie fordern den „Säxit“. Die „Freie Presse“ befragte den OB-Kandidaten für Aue-Bad Schlema, wie er sich den BRD-Austritt vorstellt.
Jens Eumann
Mehr Artikel