Häufiges Leiden: Unterleibsbeschwerden gehören zu den am weitesten verbreiteten gynäkologischen Problemen und betreffen Frauen in jedem Lebensalter.
Häufiges Leiden: Unterleibsbeschwerden gehören zu den am weitesten verbreiteten gynäkologischen Problemen und betreffen Frauen in jedem Lebensalter. Bild: Christin Klose/dpa-tmn
Gesundheit
Starke Schmerzen im Unterleib? Was dahinterstecken kann

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Menstruation, Sex oder bloßes Sitzen sind eine Qual? Bei Schmerzen "untenrum" ist Abklären besser als Aushalten. Wie betroffene Frauen das Arztgespräch gut vorbereiten.

München.

Starke Periodenkrämpfe, Schmerzen beim Tampon-Einführen oder ein Brennen beim Radfahren: Frauen, die das kennen, setzen nicht selten auf die Strategie: Zähne zusammenbeißen und aushalten. 

Was aber besser ist: mit Frauenärztin oder Frauenarzt über die Beschwerden sprechen. Das gilt vor allem dann, wenn die Schmerzen im Unterleib regelmäßig über einen längeren Zeitraum auftreten und/oder den Alltag einschränken - etwa, weil der nur mit Schmerzmitteln zu meistern ist. 

"Schmerzen sind ein wichtiges Signal des Körpers", so Markus Haist, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärztinnen und Frauenärzte (BVF). Sie zeigen an, dass etwas nicht stimmt. 

Arztgespräch, gynäkologische Untersuchung, bei Bedarf ergänzt um Ultraschall- und Laboruntersuchungen sowie Überweisung an ein Fachzentrum: All das hilft, um der Ursache auf die Spur zu kommen, was den Weg zu einer passenden Behandlung ebnet. Denn oft gibt es Möglichkeiten, die Schmerzen zu lindern - oder zumindest besser mit ihnen zu leben. 

Schmerzen im Unterleib: Es könnte eine dieser Krankheiten sein

  • Endometriose

Starke Schmerzen während der Periode, mitunter auch beim Sex oder beim Toilettengang: Dahinter kann eine Endometriose stecken. Bei dieser Erkrankung siedelt sich Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, auch außerhalb der Gebärmutter an. 

Es gibt mehrere Behandlungsansätze: Hormonelle Therapien etwa können Blutungen in den Endometriose-Herden verhindern. Durch sogenannte Bauchspiegelungen können sie entfernt werden. 

Endometriose ist längst nicht die einzige gynäkologische Erkrankung, die starke (Regel-)Schmerzen mit sich bringen kann. Möglich sind auch Zysten an den Eierstöcken, Verwachsungen nach Operationen oder Myome, also gutartige Muskelknoten der Gebärmutter. 

  • Vulvodynie 

Die Vulva - also der äußere Teil der Scheide - brennt, sticht, schmerzt oder fühlt sich wund an. Eine sogenannte Vulvodynie belastet betroffene Frauen oft sehr, wenn beispielsweise Sitzen, Radfahren, enge Kleidung, Sex oder das Einführen von Tampons schwer auszuhalten sind. 

Es kommen verschiedene Ursachen infrage. In der Frauenarztpraxis wird beispielsweise abgeklärt, ob Infektionen, Hauterkrankungen, hormonelle Schleimhautveränderungen oder Beckenbodenprobleme vorliegen. Die Behandlung hängt dann von den jeweiligen Befunden ab. Laut BVF kommen unter anderem gezielte Physiotherapie, Schmerztherapien oder sexualmedizinische Beratungen infrage. 

  • Chronische Unterbauchschmerzen

Bei Schmerzen im Unterbauch, die immer wieder auftreten oder anhaltend bleiben, kommen oft mehrere Faktoren zusammen. Neben den Geschlechtsorganen können auch Probleme mit Blase, Darm, Beckenboden, Nerven, Muskeln oder früheren Operationen eine Rolle spielen, so der BVF. Insbesondere hier ist eine sorgfältige Untersuchung wichtig. 

Schmerztagebuch hilft bei der Vorbereitung aufs Arztgespräch

Je mehr Details der Arzt oder die Ärztin über den Schmerz erfährt, desto hilfreicher ist das, um eine korrekte Diagnose zu stellen. Der BVF rät betroffenen Frauen daher, einige Wochen lang ein Schmerztagebuch zu führen. Orientieren können sie sich dabei an folgenden Fragen: 

  • Wann treten die Schmerzen auf? 
  • Besteht ein Zusammenhang mit Menstruation, Sex, Wasserlassen, Stuhlgang, Bewegung oder Stress? 
  • Wie stark sind die Schmerzen? 
  • Welche Medikamente oder Maßnahmen helfen? 
  • Gibt es Blutungen, Ausfluss, Fieber, Verdauungsprobleme oder Blasenbeschwerden?

(dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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