Unerwartete Pakete als Betrugssignal: Wer unbestellte, oft minderwertige Ware erhält, ist vermutlich Opfer der sogenannten Brushing-Masche geworden.
Unerwartete Pakete als Betrugssignal: Wer unbestellte, oft minderwertige Ware erhält, ist vermutlich Opfer der sogenannten Brushing-Masche geworden. Bild: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa/dpa-tmn
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Warum plötzlich unbestellte Pakete bei Ihnen landen

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Aus heiterem Himmel trudeln Pakete ein? Nie bestellt, nicht gewollt. Dahinter steckt eine ausgeklügelte Masche - und Ihre Daten werden missbraucht. Was Sie wissen müssen und wie Sie richtig reagieren.

Berlin.

Von Firlefanz bis Ramsch: Haben Sie auch schon einmal völlig unerwartet eine Sendung mit weitgehend wertlosen oder minderwertigen Produkten erhalten, die niemand bestellt hat - von Handyhüllen über Saatgut bis hin zu Modeschmuck? Dann sind sie völlig schuldlos in eine Betrugsmasche namens Brushing verwickelt worden, erklärt die Stiftung Warentest.

Hinter dem Ganzen stecken unseriöse Händler. Ihr Ziel: Verifizierte Fünf-Sterne-Bewertungen erhalten. Dafür beschaffen sie sich zunächst Kundendaten, etwa über Hackerangriffe oder aus dem Darknet. Mit diesen Namen und Adressen kaufen die Händler Waren aus dem eigenen Shop und lassen sie an die gekaperten Anschriften liefern.

Gefälschte positive Bewertungen sollen Umsätze ankurbeln

Weil die Sendung tatsächlich zugestellt wird, werden die Empfänger als "verifizierte Käufer" eingestuft - etwa auf Onlinemarktplätzen wie Amazon, das den Warentestern zufolge schwerpunktmäßig betroffen ist.

So geht es dann weiter:

  • Die Händler können unter fremdem Namen positive Produktbewertungen veröffentlichen.
     
  • Damit wollen die Händler den Anschein von Seriosität und hohen Verkaufszahlen erwecken, um ihren Umsatz zu steigern.

Nicht in Panik verfallen - Umsicht ist aber angebracht

Betroffene müssen bei solchen Brushing-Sendungen zwar nicht in Panik zu geraten, sollten aber aktiv werden und Folgendes wissen:

  • Unbestellte Ware muss grundsätzlich nicht zurückgeschickt werden.
     
  • Dennoch sollte man das mögliche Sicherheitsleck ernst nehmen und Passwörter für Online-Zugänge ändern – besonders bei Shopping- und E-Mail-Konten.
     
  • Amazon bietet auf seiner Seite zudem ein Formular, um Brushing-Fälle zu melden ("Alle/Kundenservice", dann das Suchwort Brushing in der Hilfe-Bibliothek eingeben).
     
  • Liegt einer solchen Fake-Bestellung eine Rechnung bei, gilt: nicht bezahlen.
     
  • Wer sicher ist, nichts bestellt zu haben, darf die Ware behalten, entsorgen oder selbst nutzen.

Sorgfältig schauen und alle im Haushalt einmal fragen

Nur wenn es sich erkennbar um einen echten Zustellfehler handelt – etwa durch einen Zahlendreher in der Hausnummer – sollte der Absender informiert und das Paket zur Abholung bereitgehalten werden.

Und noch einmal zurück, ganz an den Anfang: Um wirklich sicherzugehen, dass nicht doch jemand die Lieferung veranlasst hat, kurz einmal bei allen im Haushalt nachfragen. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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