Ein Sieg bringt drei Trikots

Maximilian Schachmann hat die zweite Etappe der Deutschland-Tour gewonnen. Richtig jubeln konnte der Berliner aber erst mit Verspätung.

Trier.

In der Geburtsstadt von Karl Marx hat Maximilian Schachmann vom Team Quick-Step-Floors sein sportliches Kapital am effektivsten eingesetzt und die zweite Etappe der Deutschland-Tour der Radprofis gewonnen. Er kam am Freitag nach 196 Kilometern hauchdünn vor Matej Mohoric (Bahrain-Merida) ins Ziel. Auf den Plätzen folgten Tom Dumoulin (Sunweb) sowie der Deutsche Nils Politt (Katusha-Alpecin).

Der oberste Podestplatz reichte Schachmann aber noch nicht aus, um zufrieden zu sein. Vielmehr übernahm der Berliner auch noch die Gesamtwertung der Rundfahrt, ist Führender der Sprintwertung sowie bester Nachwuchsfahrer. Da er natürlich nur ein Trikot tragen kann, wird sich 24-Jährige auf der heutigen Etappe, die von Trier nach Merzig über 177 Kilometer führt, das Rote Trikot des Gesamtführenden überstreifen.

20 Kilometer vor dem Ziel sah es noch nicht nach einem Triumph des Zeitfahrspezialisten aus. Zu diesem Zeitpunkt lagen elf Fahrer vorn. "Wir waren als Mannschaft nicht vertreten. Doch pünktlich vor dem entscheidenden kurzen Anstieg sieben Kilometer vor dem Ziel haben mich meine Teamkollegen vorn abgeliefert", sagte Schachmann. Am Ende war es dann ein Quartett, das sich absetzen konnte und die Plätze unter sich ausmachte. Auf der Ziellinie war Schachmanns Vorsprung hauchdünn, sodass die Freude zunächst ausblieb. "Ich hatte zwar vermutet, dass ich gewonnen habe. Doch ich bin nicht der erfahrene Sprinter, der sich nach einem Fotofinish sofort sicher ist. Und es sieht doch blöd aus, wenn du jubelst, aber gar nicht gewonnen hast", sagte der Pedaleur, der in diesem Jahr unter anderem eine Etappe beim Giro d' Italia gewonnen hatte. "Ich will weiter präsent sein, muss aber nicht attackieren", machte Schachmann klar, die Gesamtführung nun möglichst bis zum Schluss verteidigen zu wollen.

Tobias Nolde vom RSC Sachsenblitz Burgstädt stand zur Teampräsentation vor dem Start der Etappe mit ernstem Gesicht auf der Bühne. Der Fahrer vom Team Heizomat Rad-net.de war am ersten Tag der Rundfahrt rund 15 Kilometer vor dem Ziel gestürzt. Die vielen Abschürfungen am Arm und Bein ließen erahnen, wie heftig der 19-Jährige auf die Straße geknallt war. "In einer Kurve ist mir die Kette vom Kranz gesprungen. Da war das Rad nicht mehr zu halten", sagte Nolde. Er kämpfte gegen seine Schmerzen an, kam mit 14 Minuten Rückstand mit weiteren 18 Fahrern an. Dabei befand er sich durchaus in prominenter Begleitung: In der Gruppe befand sich mit Alvaro Hodeg auch der Sieger der 1. Etappe.

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