Freie Presse auf Google News folgen
Das erste Spiel des Iran bei der Fußball-WM gegen Neuseeland ist brisant. In Los Angeles leben mehr Iraner als irgendwo sonst außerhalb des Irans. Am Spieltag gibt es einen Gerichtsentscheid.
Der Fußball-Weltverband FIFA darf die historische Iran-Flagge bei WM-Spielen in Inglewood südlich von Los Angeles verbieten und muss kurz vor dem ersten Spiel des Iran gegen Neuseeland nicht einlenken. Das urteilte der Los Angeles County Superior Court am Tag der Partie (Ortszeit), wie das Portal "The Athletic" berichtete. Die Flagge gilt als Symbol der Opposition.
Der zuständige Richter Curtis A. Kin entschied, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung "ein Grundpfeiler unserer Gesellschaft ist. Sie ist jedoch nicht grenzenlos, etwa im Verhältnis zu privaten Akteuren auf privatem Eigentum, und wie frühere Entscheidungen gezeigt haben, kann sie in angemessener Weise reguliert werden."
Das Institute for Voice of Liberty hatte gegen das Verbot der historischen Iran-Flagge mit einem Löwen und einer Sonne geklagt.
Iran droht mit Spielabbruch bei politischen Botschaften
Iran hatte in den vergangenen Wochen immer wieder darauf verwiesen, dass die FIFA sicherstellen müsse, dass es bei den Spielen keine politischen Kommentare gegen die Mannschaft oder den Verband gebe, dass die offizielle Flagge der Islamischen Republik – und nicht die nationale Flagge der Opposition – gehisst werde.
"Wir haben der FIFA bereits mitgeteilt, dass die Verantwortlichen des Teams das Spiel abbrechen würden, sobald wir in den Stadien politische Parolen hören", warnte Sportminister Ahmed Donjamali. In Los Angeles leben weltweit die meisten Exil-Iraner. Für den Spieltag ist eine Demonstration vor dem Stadion angekündigt.
Irans Kapitän Mehdi Taremi hatte auf der Pressekonferenz vor dem Duell mit Neuseeland gesagt: "Wir spielen für alle Iraner. In jedem Land haben die Leute unterschiedliche Meinungen. Wir versuchen, Menschen zu vereinen. Jeder hat das Recht zu seiner eigenen Meinung und wir respektieren das, aber wir sind hier, um Freude zu bringen."
(dpa)





