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Was macht die Ebola-Krise mit Kongos WM-Teilnahme?

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Am Mittwoch spielt das kongolesische Nationalteam gegen Portugal und Superstar Cristiano Ronaldo. Die Vorbereitung auf den historischen Auftritt war geprägt von dem Ebola-Ausbruch in der Heimat.

Houston.

Am internationalen Flughafen von Houston lassen große Warnschilder erahnen, unter welchen Ausnahmebedingungen die Demokratische Republik Kongo an dieser Fußball-WM teilnimmt. Wegen des Ebola-Ausbruchs in dem afrikanischen Land gelten strikte Einreisebeschränkungen, die heimischen Fans haben praktisch keine Möglichkeit, den Auftakt gegen Portugal am Mittwoch (19.00 Uhr MESZ/ZDF und Magenta TV) live im Stadion zu erleben.

Welche Auswirkungen hat die Ebola-Krise in Afrika auf die WM?

Der starke Anstieg der bestätigten Ebola-Fälle im Nordosten des Kongo beeinflusst das Turnier auf mehreren Ebenen - organisatorisch wie emotional. Die kongolesische Nationalmannschaft hatte sich vor der Abreise in die USA wegen der US-Vorgaben für eine 21-tägige Quarantänezeit außerhalb des Landes aufhalten müssen, Testspiele wurden abgesagt. "Zum Schutz der Sicherheit der amerikanischen Bevölkerung" gilt diese Frist laut Heimatschutzbehörde für alle Reisenden aus dem Ebola-Gebiet.

Zwar war die Einreise in die USA für Menschen aus dem Kongo bereits vor dem Ebola-Ausbruch wegen der Visa-Vorgaben und finanzieller Herausforderungen kompliziert. Mehr denn je wird das Team des französischen Trainers Sébastien Desabre aber nun auf die bereits in den USA lebenden Fans setzen müssen. Die ersten öffentlichen Trainingseinheiten in Houston verfolgten Videoaufnahmen zufolge Dutzende Fans - während in der Heimat immer mehr Todesfälle gemeldet werden.

Im Kongo werden weiterhin neue bestätigte Ebola-Fälle gemeldet. (Archivbild)
Im Kongo werden weiterhin neue bestätigte Ebola-Fälle gemeldet. (Archivbild) Bild: -/XinHua/dpa

Wie gefährlich ist die Ebola-Krankheit?

Ebola-Fieber ist lebensbedrohlich. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Der aktuelle Ausbruch in Afrika ist besonders schwer einzudämmen, auch weil es für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt. Nach einer Ansteckung dauert es bis zu 21 Tage, bis Symptome auftreten, die zunächst denen einer Grippe ähneln. 

Die kongolesischen Gesundheitsbehörden meldeten am Montag einen Anstieg der bestätigten Fälle im Nordosten des Landes um 72 auf insgesamt 782. Die Zahl der bestätigten Todesfälle stieg im gleichen Zeitraum um 32 auf 181. Da sich die jüngsten offiziellen Zahlen auf den 13. Juni beziehen, dürfte die tatsächliche Zahl inzwischen noch höher sein. Die Sterblichkeitsrate liegt den Angaben zufolge bei 23,1 Prozent.

In den USA sind Behördenangaben vom 14. Juni zufolge bislang keine Ebola-Fälle in Zusammenhang mit dem Ausbruch aufgetreten. Die Zeitung "Houston Chronicle" berichtete, die Krankenhäuser der Stadt "hätten volles Vertrauen in ihre bestehenden Verfahren zur Überwachung von Infektionskrankheiten". Vertreter der texanischen Stadt hatten zuvor betont, die kongolesische Nationalmannschaft herzlich in der Stadt willkommen zu heißen.

Wie geht das Nationalteam mit der Krise um?

"Ich hoffe, dass die Mannschaft allen Menschen in der Demokratischen Republik Kongo Freude bereitet", sagte Desabre in einem Interview des staatlichen Fernsehsenders RTNC. "Sie lieben uns, sie unterstützen uns, und wir werden alles versuchen, um sie nicht zu enttäuschen." Seine Spieler seien in bester Stimmung und bereit, gegen jede Mannschaft zu gewinnen, auf die sie treffen würden. Nach Portugal mit Superstar Cristiano Ronaldo sind Kolumbien und Usbekistan die weiteren WM-Gegner.

Trainer Sébastien Desabre bereitet seine Mannschaft in Houston vor. (Archivbild)
Trainer Sébastien Desabre bereitet seine Mannschaft in Houston vor. (Archivbild) Bild: Bruno Fahy/Belga/dpa

Wie blicken die Menschen im Kongo auf die WM?

Die Nationalmannschaft nimmt zum ersten Mal seit 52 Jahren an einer WM teil, entsprechend historisch werden die Wochen in Amerika eingeordnet. In der kongolesischen Provinz South Kivu sagte Stephen Bisaso, ein Fan des Teams, der Deutschen Presse-Agentur: "Wir haben nicht viele Dinge, die uns vereinen oder glücklich machen. Aber Fußball vereint uns."

Die meiste Zeit würden die Menschen im Kongo "in Trauer" leben, ergänzte Bisaso - wegen Kriegen, Naturkatastrophen, Bootsunglücken und den gefährlichen Krankheiten wie Ebola. "Deshalb ist es eine Erleichterung, dass es unsere Mannschaft so weit geschafft hat", sagte der Sekundarschullehrer. "Und wir verfolgen ihren Weg im Fernsehen. Die meisten von uns Kongolesen sind geeint, glücklich und bereit, die Erfolge unserer Mannschaft zu feiern." (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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