Doppelschlag durch Antonio Jonjic: Aue gewinnt 2:0 gegen Heidenheim

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Mit sieben Punkten aus den letzten drei Spielen hat sich der FC Erzgebirge in der 2. Fußball-Bundesliga auf dem Weg hinaus aus dem Tabellenkeller gemacht. Beim 2:0-Heimsieg gegen Heidenheim blühte ein Veilchen so richtig auf.

Manchmal kommt einer Mannschaft mit vielen verletzten Spielern eine Länderspielpause gerade recht. Die nun anstehende passt dem FC Erzgebirge trotz einer ganzer Reihe lädierter Profis gar nicht in den Kram, sie bremst den guten Lauf. Dem ersten Heimsieg der Saison (1:0 gegen Ingolstadt) und dem 1:1 in Hannover ließen die Auer am Sonntag einen 2:0-Erfolg im eigenen Stadion gegen den 1. FC Heidenheim folgen.

Nach dieser kleinen Serie beträgt der Abstand zu Relegationsplatz 16 (auf dem liegen die an diesem Spieltag wegen mehreren Coronafällen im Team zwangspausierenden Sandhäuser) noch einen Punkt. Hannover ist als Tabellen-15. auch nur noch zwei Punkte entfernt, der Weg zum angestrebten Klassenerhalt für den FCE wieder einen Schritt kürzer geworden. Deswegen verfällt Teamchef Marc Hensel aber noch lange nicht in Euphorie: "Wir haben jetzt diese kleine Serie gespielt, wir mussten sie aber auch spielen. Sonst wären wir jetzt vielleicht schon abgeschlagen."

Die drei Zähler gegen in der Vergangenheit eher nicht zu den FCE-Lieblingsgegnern zählenden Heidenheimer holten die Erzgebirger mit einer sehr konzentrierten und effizienten Darbietung. Konzentriert, weil sie anders als schon einige Male in dieser Spielzeit in der von den Gästen dominierten Anfangsphase keinen Gegentreffer kassierten und auch in der zweiten Hälfte, in die die Gäste mit gleich drei neuen Offensivkräften starteten, keinerlei Gefahr für ihr Tor zuließen. Effizient, weil sie in der ersten Halbzeit aus zweieinhalb Chancen zwei Tore machten, die auf defensive Stabilität und schnelle Gegenzüge angelegte Taktik so bis zum Schluss durchziehen konnten.

Im Vergleich zum 1:1 in Hannover hatte Hensel sein Personal nur auf einer Position getauscht: Soufiane Messeguem rückte nach abgebrummter Rotsperre für Jan Hochscheidt in die Startelf. Auf der Tribüne schaute Clemens Fandrich, der seit Donnerstag wegen einer angeblichen, aber durch nichts bewiesenen Spuckattacke gegen Linienrichter Roman Potemkin im Ingolstadt-Match für sieben Monate gesperrt ist, zu. Mit dem Urteil des DFB-Sportgerichts gegen den 30-Jährigen will sich der FCE nicht abfinden. Vereinsvorstand und Rechtsanwalt Kay Werner erwartet im Berufungsverfahren ein abgemildertes Urteil. Gegebenenfalls will der Club sogar vor ein ordentliches Gericht ziehen.

Auf dem Platz präsentierte sich vor knapp 7000 Zuschauern eine geschlossen starke Auer Mannschaft, aus der einer noch herausragte: Doppeltorschütze Antonio Jonjic. Seit 13 Monaten steht der Deutschkroate in Diensten des FCE, erst jetzt hat der Stürmer, der damals vom 1. FC Kaiserslautern ins Lößnitztal kam, seinen Durchbruch geschafft. In der Vorsaison kam er zu elf Kurzeinsätzen, blieb dabei ohne Treffer, in dieser stand der 22-Jährige am Sonntag zum sechsten Mal in der Anfangself, hat nach dem Tor gegen den HSV nun drei auf dem Konto und ist damit erfolgreichster Auer Schütze. "Wir haben in den letzten Wochen viel gearbeitet und viel gelitten. Wir haben uns das jetzt einfach mal verdient", freute er sich nach dem Abpfiff.

Beim 1:0 zog Jonjic nach einem kurzen Übersteiger einfach mal ab, quer durch den ganzen Strafraum rollte der Ball an den rechten Innenpfosten und von da ins Glück (35.). Beim 2:0 wurde er hervorragend von Sturmpartner Dimitrij Nazarov bedient, Jonjic setzte dann Ball mit einem nicht straffen, dafür sehr präzisen Schlenzer an FCH-Keeper Kevin Müller vorbei ins Netz (45.). Cool und abgezockt. So ein Jonjic hilft dem FCE. Da konnte Hensel es sich leisten, die nachverpflichteten Sturmtanks Babacar Gueye, Antonio Mance und Nikola Trujic allesamt auf die Bank zu setzen.

Zwischen beiden Toren hatte Kapitän Martin Männel sein Team mit einer Glanzparade gegen Robert Leipertz vor einem Rückschlag bewahrt (38.). Im zweiten Durchgang hatte der Auer Torwart gegen zwar nun spielbestimmende, aber rund um den FCE-Strafraum einfallslose Heidenheimer kaum noch etwas zu tun. Es war ihm recht.

Recht wäre es allen Auer Fans auch, wenn ihr Team seinen Lauf nach der Länderspielpause fortsetzten könnte. Dann geht es am 20. November an die Ostsee zum FC Hansa, mit zehn Punkten aus den letzten fünf Partien wie die Auer klar im Aufwind.

Für Aufregung sorgte ein während des Spiels von Zuschauern im Auer Fanblock gezeigtes Spruchband mit einer Schmähung gegen Ministerpräsident Michael Kretschmer. Eine Reaktion von Vereinsseite darauf gab es am Sonntag nicht.

Statistik Aue: Männel - Strauß, Barylla, Gonther, Carlson (76. Majetschak) - Kühn (88. Baumgart), Schreck (V), Messeguem, Sijaric (62. Zolinski) - Nazarov (76. Hochscheidt), Jonjic (76. Trujic).

Heidenheim: Müller - Busch, Mainka, Hüsing, Föhrenbach (V/65. Pick) - Theuerkauf, Burnic (46. Schöppner/V) - Leipertz (46. Malone/V), Thomalla (46. Kühlwetter), Mohr (65. Schimmer) - Kleindienst

SR: Günsch (Marburg).

Zu.: 6899.

Tore: 1:0 Jonjic (34.), 2:0 Jonjic (45.)

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