Freie Presse auf Google News folgen
In der Fußball-Regionalliga hat der CFC am Sonntag im Heimspiel vor 4300 Zuschauern einen Sieg geholt. Ab der 75. Minute drehten die Gastgeber trotz Stimmungsboykotts der Anhänger auf.
„Motivation und Leidenschaft versprechen, aber am Ende wieder alle himmelblauen Herzen brechen“, stand auf dem Spruchband, mit dem die Fans des Chemnitzer FC ihre Mannschaft am Sonntagnachmittag zum Heimspiel in der Fußball-Regionalliga gegen den ZFC Meuselwitz begrüßten. Nach zuletzt schwachen Auftritten hatte die aktive Fanszene bereits vor der Partie einen Stimmungsboykott angekündigt und mehr Leidenschaft und bessere Leistungen gefordert. Beim 3:2 (1:1) gegen Meuselwitz konnte das Team dieser Forderung erst in den letzten 15 Minuten vollends nachkommen.
Personell nahm CFC-Trainer Benjamin Duda gegenüber der 0:2-Heimniederlage im Sachsenpokal-Halbfinale gegen Aue drei Änderungen vor: Julius Bochmann, Georg Hempel und Jonas Marx ersetzten Domenico Alberico, Felix Müller (beide Bank) und Maurizio Grimaldi (nicht im Kader). Mit Torwart Daniel Adamczyk, Dario Gebuhr und Niclas Walther standen drei der neun Akteure in der Startelf, deren Abschied vom CFC zum Saisonende am Freitag verkündet worden war. Auf der Gegenseite durfte der ehemalige CFC-Spieler Florian Hansch auflaufen. Nach einer Notbremse vor zwei Wochen wurde seine ursprüngliche Sperre kurzfristig nach einem Einspruch der Meuselwitzer reduziert, sodass er spielberechtigt war.
Jonas Marx egalisiert ZFC-Führung
Das sollte sich für die Himmelblauen postwendend rächen. Die Gastgeber starteten sehr nervös und luden den ZFC mit leichtfertigen Ballverlusten und Stellungsfehlern zu ersten Chancen ein. In der siebten Minute klingelte es im Kasten von Adamczyk. Luis Fischer, der vergangene Saison für den CFC spielte, flankte vom linken Flügel der Meuselwitzer genau auf den Kopf von Florian Hansch, der die Gäste mit seinem 14. Saisontreffer in Führung brachte. Ab der 15. Minute fand Chemnitz etwas besser ins Spiel. Reaktionen von den Rängen gab es nahezu ausschließlich, wenn die Fans mit Schiedsrichter-Entscheidungen nicht einverstanden waren. So wie in der 22. Minute, als der Unparteiische Marcel Riemer nach einem Pressschlag von Jonas Marx und ZFC-Spieler Cemal Kayman auf Freistoß für Meuselwitz entschied. Der ZFC-Akteur spielte zumindest auch den Ball. Nach einer zweiminütigen Verletzungsunterbrechung ging es für beide Akteure weiter. Die Gastgeber erspielten sich Halbchancen, offenbarten bei Kontern des ZFC aber teilweise auch große Lücken, die die Gäste jedoch nicht zu nutzen wussten. Kurz vor der Pause brachen die 4300 Fans im Stadion an der Gellertstraße doch noch in Jubel aus: Jonas Marx drückte eine Flanke von der linken Seite zum Ausgleich über die Linie (43.). Zum Pausenpfiff war das Publikum aber schon wieder verstummt.
CFC übt ab der 75. Minute Druck aus
Viel Sicherheit gab das Tor den Himmelblauen jedoch nicht. Auch in Hälfte zwei dauerte es nur rund sieben Minuten, bis der ZFC erneut in Führung gehen konnte. Wieder brachte Fischer eine Flanke vom linken Meuselwitzer Flügel, die diesmal Rene Eckardt mit dem Fuß über die Linie drückte (53.). Die Chemnitzer mussten sich schütteln, steckten in einer Partie auf überschaubarem Niveau aber zumindest nicht auf. Nach Halbchancen von Johannes Pistol und Dejan Bozic hatte Domenico Alberico nach einer Ecke eine gute Schusschance, scheiterte mit seinem Abschluss aber an ZFC-Keeper Lukas Sedlak (69.). Es war der Auftakt für eine kleine Druckphase der Himmelblauen. Nur zwei Minuten später zappelte der Ball nach einem starken Abschluss von Tobias Stockinger tatsächlich im Netz des gegnerischen Kastens. Doch zum großen Unverständnis des CFC hatte Marcel Riemer die Partie kurz zuvor unterbrochen und setzte sie danach in der ZFC-Hälfte mit einem Schiedsrichterball fort. Doch Chemnitz blieb im Vorwärtsgang. Alberico (76.) und Pistol (77.) zielten jeweils nur knapp neben das Tor, ein Kopfball von Bozic wurde noch zur Ecke geklärt (80.). In der 85. Minute fiel der durchaus verdiente Ausgleich. Dejan Bozic konnte den Ball aus fünf Metern im ZFC-Kasten versenken. In der Nachspielzeit drehte Felix Müller mit seinem Treffer zum 3:2-Endstand die Partie dann komplett. (ewer)
Statistik
CFC: Adamczyk - Eppendorfer, Gebuhr, Bochmann (83. F. Müller), Walther (68. Damer) - Pistol, Hempel (68. Mensah), Baumgart - Bozic, Stockinger, Marx (V/58. Alberico)
Tore: 0:1 Hansch (7.), 1:1 Marx (43.), 1:2 Eckardt (53.), 2:2 Bozic (85.), 3:2 F. Müller (90.+3); Schiedsrichter: Riemer (Eisenhüttenstadt); Zuschauer: 4300





