Beim Spiel des DFB-Teams gegen Curaçao löste ein Video-Schiedsrichter Irritationen aus.
Beim Spiel des DFB-Teams gegen Curaçao löste ein Video-Schiedsrichter Irritationen aus. Bild: Tom Weller/dpa
Fußball
Nach umstrittener Geste: Keine Konsequenzen für Videoschiri

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Die Handgeste eines Video-Schiedsrichters beim deutschen WM-Auftaktspiel sorgt für kontroverse Diskussionen. Nun melden sich der australische Unparteiische und die FIFA zu Wort.

Houston.

Seine viel diskutierte Handgeste hat für den australischen Schiedsrichter Shaun Evans bei der Fußball-WM keine Konsequenzen durch den Weltverband FIFA. Das unabhängige Disziplinarkomitee habe die Angelegenheit geprüft und keinen Beweis für einen Verstoß gegen den FIFA-Disziplinarcode festgestellt, teilte der Weltverband auf dpa-Anfrage mit. 

Zuvor hatte Evans den Verdacht zurückgewiesen, mit der Geste während der TV-Übertragung des WM-Spiels zwischen Deutschland und Curaçao (7:1) bewusst eine Botschaft gesendet zu haben. "Ich möchte klarstellen, dass ich weder absichtlich eine Handgeste noch ein Symbol verwendet habe, um irgendeine Botschaft, Zugehörigkeit, ein Spiel oder eine Überzeugung zu vermitteln", wurde Evans in einer FIFA-Mitteilung zitiert.

Geste sorgt für Debatten

Der 38 Jahre alte Unparteiische war vor dem Anpfiff der Partie am Sonntag in Houston kurz im Video-Schiedsrichterraum mit seinen Kollegen gezeigt worden. In der Sequenz, die einige Sekunden dauerte, formte er mit dem Daumen und Zeigefinger einen Kreis und streckte die übrigen Finger aus. In sozialen Netzwerken wurde danach spekuliert, ob Evans ein Zeichen gemacht habe, das von rechtsextremen Gruppen als Symbol für "White Power" verwendet wird. 

Evans wies dies strikt zurück. "Natürlich verstehe ich, wie die Geste interpretiert wurde, und ich bedaure dies. Dennoch möchte ich unmissverständlich und kategorisch erklären, dass ich das besagte Handsymbol weder wissentlich noch absichtlich gezeigt habe", sagte er. Die Berichterstattung im Anschluss an diesen Vorfall spiegele "einfach nicht wider, wer ich bin".

Handgeste nicht eindeutig

Er selbst habe nur eine Erklärung für die Szene: Es müsse sich "bei der Bewegung um ein unwillkürliches, unterbewusstes Zucken" gehandelt haben, über das er sich "in diesem Moment gar nicht bewusst war, sie ausgeführt zu haben."

Die Bedeutung der Handgeste ist dabei nicht eindeutig. Sie wird in vielen Ländern auch als "Okay"-Zeichen verwendet. Gleichzeitig wird das Symbol aber auch seit einigen Jahren von rechtsextremen Gruppen genutzt. Dort gilt es als Zeichen für die angebliche Überlegenheit weißer Menschen. (dpa)

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