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Lößnitzer holen Profis an die Linie

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Die Ex-Veilchen Enrico Kern und Tomasz Kos bilden das neue Trainerduo beim Fußball-Landesligisten aus der Muhme. Die Saisonvorbereitung startet nächste Woche.

Lößnitz.

Beim FC Lößnitz übernehmen Ex-Veilchen das sportliche Ruder. Der frühere Stürmer Enrico Kern und der einstige Abwehrrecke Tomasz Kos bilden das neue Trainergespann. Das hat beim Fußball-Landesligisten aus der Muhme scheinbar Methode. Teammanager René Zimmermann lacht und sagt: "Das ist echt nur Zufall."

Schon von 2017 bis 2019 hat mit René Klingbeil ein Ex-Veilchen die Lößnitzer trainiert - sehr erfolgreich. Der FCL ließ Klingbeil dennoch mitten in der Saison ziehen, als Drittligist Jena um ihn buhlte. Co-Trainer Heiko Junghans übernahm die Erzgebirger und meisterte unter anderem die Verjüngung der Mannschaft, deren Durchschnittsalter von 28 auf 24 Jahre sank. Zweimal endete die Saison wegen Corona allerdings vorzeitig. Nun liegt hinter allen eine mehrmonatige Pause, die kaum Schlüsse auf den Ist-Zustand erlaubt. Weder mental noch sportlich. Deshalb gibt Kern als neuer Coach auch nur eine vage Prognose. "Alles kann, nichts muss", sagt er mit Blick auf die Saison, die - Stand jetzt - Anfang August beginnen soll. In Lößnitz ist für nächsten Mittwoch der offizielle Trainingsauftakt angesetzt. "Dann schauen wir uns die Jungs an und sehen, wo wir stehen. Erst mal ist wichtig, dass wieder Normalität einkehrt", so Kern. Für ihn zählen auf und neben dem Platz Werte wie Respekt und Ehrlichkeit. "Mit Talent allein kommt kein Fußballer ans Ziel. Es gehört mehr dazu", so der 42-Jährige.

Wie er zu dem neuen Posten kam? Das sei fix erzählt. Als Junghans pandemiebedingt und aus persönlichen Gründen das Traineramt niederlegte, begab sich der FCL auf Nachfolgersuche. "Eher zufällig, aber auch mit einem Augenzwinkern fragte René, ob ich helfen kann", sagt Kern. Er kann. Und holte mit Tomasz Kos noch ein Ex-Veilchen ins Boot. Der Kontakt zu ihm hielt über die gemeinsame Fußballzeit hinaus an. "Wir kommen gut klar, deshalb wird es funktionieren", ist Kern sicher, der mit Frau und den zwei Kindern in Lindenau wohnt.

Angenommen hat er den Job, weil er nach Corona loslegen und andere wieder in Tritt bringen will. Die Pandemie habe viele gelähmt, das sei im Sport deutlich spürbar. "Nicht nur im Fußball." Daher sei es wichtig, dass dieser Sektor Fahrt aufnimmt. "Natürlich hoffen wir, dass die jungen Kerle von unseren Erfahrungen profitieren und wir etwas zurückgeben können", so der 42-Jährige. Das Auer Eigengewächs galt vor allem Ende der 1990er-Jahre als großes Stürmertalent, kickte in der Regional- und 2. Bundesliga. Von Aue wechselte Kern 1998 zu Borussia Berlin in Liga 2. Weitere Karrierestationen waren Werder Bremen, Waldhof Mannheim, Linz, Regensburg und Rostock. Mit Hansa stieg er in die 1. Bundesliga auf und kehrte 2010 nach Aue zurück, wo er 2013 seine aktive Laufbahn beendete. Anschließend war er im Nachwuchsbereich der Veilchen in Trainerämtern tätig. Kos kam 2004 zum FCE, war von Beginn an Stammspieler und Publikumsliebling. Als Verteidiger blieb der Pole den Lila-Weißen auch nach dem Abstieg in die 3. Liga treu und erlebte den Wiederaufstieg als Mannschaftskapitän mit, ehe er 2011 seine Profikarriere beendete.

Die jungen Wilden in Lößnitz haben also gestandene Fußballer an der Linie. Das Gros des Teams kehrt zurück, so Zimmermann. Vier Neuzugänge kommen dazu: Iven Löffler von Cottbus, Florian Hähnel aus der A-Jugend des FCE, Michael Neubert aus Stollberg und Leon Müller aus dem eigenen Nachwuchs.

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