Vier Vereine spielen für Unwetter-Opfer

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Wenn am Samstag auf dem Sportplatz in Wernsdorf das Fußball-Benefizturnier beginnt, werden Erinnerungen an eine ähnliche Aktion wach - vor 18 Jahren und mit einem prominenten Gast.

Glauchau.

Angeführt vom ungarischen Nationalspieler und Freistoßexperten Vasile Miriuta hat der MSV Duisburg im April 2003 im Sportpark gastiert. Der damalige Fußball-Zweitligist gewann ein Benefizspiel gegen die Stadtauswahl von Glauchau mit 3:0 (1:0). "Es war schon etwas Besonderes, im Mittelfeld den einen oder anderen Zweikampf gegen ihn zu führen", erinnert sich Mario Medicke, der sich als Fußball-Abteilungsleiter und Nachwuchstrainer beim SV Lok Glauchau/Niederlungwitz erinnert. Den Einsatz in der Stadtauswahl behält er nicht nur aufgrund der Duelle gegen Vasile Miriuta in Erinnerung: Einerseits mit Blick auf die tolle Kulisse von 1800 Zuschauern. "Jeder Fußballer spielt gern vor vielen Zuschauern. Damals haben viele Glauchauer das Spiel verfolgt und den guten Zweck unterstützt", sagt Mario Medicke. Andererseits aufgrund des Zusammenhalts im Team der Stadtauswahl. Trotz der Rivalität, die es unter den damals noch fünf (heute: vier) Vereinen aus Glauchau gab, habe sich die zusammengewürfelte Mannschaft als Einheit präsentiert. Medicke: "Wir sind in diesem Spiel gemeinsam aufgetreten und haben, meiner Meinung nach, eine gute Mannschaftsleistung abgeliefert."

Der positive Nebeneffekt der damaligen Partie: Es kamen 12.000 Euro an Spenden zusammen. 7000 Euro brachte der Verkauf von Eintrittskarten. 5000 Euro legte der damalige MSV-Präsident Walter Hellmich drauf, dessen Unternehmen auch einen Standort in Glauchau hat. Die Spenden gingen an vom August-Hochwasser 2002 betroffene Sportvereine und Nachwuchsprojekte.

Jedem ist klar: So viel Geld wird am Samstag, wenn es zum Fußball-Benefizturnier in Wernsdorf kommt, nicht in den Spendenboxen landen. Trotzdem soll ein kleiner Beitrag für die Unterstützung der vom Unwetter im Juni 2021 betroffenen Familien im Ortsteil Gesau geleistet werden. Dort standen - zweimal innerhalb von sechs Tagen - die Schlamm- und Wassermassen in einigen Häusern. Am Turnier beteiligen sich der VfB Empor Glauchau (Landesliga), SV Fortschritt Glauchau (Kreisliga), SV Lok Glauchau/Niederlungwitz (Kreisliga) und TSV Wernsdorf (1. Kreisklasse). Los geht's 15 Uhr. Zunächst finden zwei Halbfinal-Partien statt. Danach folgen Spiel um Platz 3 und Finale. Eine Partie dauert 45 Minuten. Zudem ist für Volksfest-Stimmung rund um den Sportplatz gesorgt: Es gibt Kuchenbasar und Traktorrundfahrten. Mit Uwe Meyer und Janis Müller sorgen zwei Moderatoren vom Faschingsclub für gute Laune. "Solche Veranstaltungen zeigen, dass man zusammen in Glauchau was auf die Beine stellen kann. Die notwendige gesunde Rivalität unter den Vereinen ist immer noch vorhanden, allerdings werden Kooperationsmodelle im Nachwuchs immer häufiger nötig", sagt Mario Medicke, der sich zum Benefizturnier unter die Zuschauer mischen wird. Dort trifft er ganz sicher einige Akteure, die im April 2003 zur Stadtauswahl gehörten, wieder. Und mit der Partie auch den Auftritt von Vasile Miriuta in Verbindung bringen.

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