Vollgas vor vollen Rängen

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Organisator der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft spricht über die Attraktivität der Serie

Hohenstein-Ernstthal.

Der aus Oberwiera stammende Normann Broy hat mit seinem Team der Motor Presse Stuttgart als Veranstalter der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft einen spannenden Rennkalender zusammengestellt. Weshalb der Sachsenring im Programm fehlt und welche Chancen er den Fahrern aus Westsachsen einräumt, hat der 37-jährige Serienmanager im Gespräch mit Torsten Ewers verraten.

Freie Presse: Herr Broy, in zweieinhalb Wochen startet die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) auf dem Lausitzring in die neue Saison. Wie lange haben Sie für die Vorbereitung benötigt?

Normann Broy: Das ist ein ganzjähriger Prozess. Der beinhaltet zum Beispiel Sponsorenverhandlungen und Anpassungen beim Reglement. Der Kalender muss erstellt und die Strecken gebucht werden. Das kann man nicht alles einfach so aus dem Vorjahr übernehmen. Auch während der Saison haben wir viel zu tun, wenn wir zum Beispiel für eine Veranstaltung das Rahmenprogramm planen, Werbekonzepte umsetzen, das Streamingprogramm ausarbeiten oder wie in den letzten Jahren oft der Fall, immer wieder neue Hygienekonzepte erstellen.

Das klingt nach einer Menge Arbeit. Wie ist die Stimmung bei Ihnen im Team so kurz vor dem Saisonstart?

Es herrscht große Vorfreude. In den vergangenen zwei Jahren fanden die Rennen coronabedingt größtenteils ohne Fans statt. Jetzt sind wieder unbegrenzt Zuschauer zugelassen. Da wird die Atmosphäre im Fahrerlager gleich eine ganz andere sein. Wir haben ein Top-Niveau in der IDM. Das sieht man zum Beispiel an Lennox Lehmann aus Dresden, der vergangenes Jahr Meister der Supersport 300 geworden und kürzlich bei der WM zweimal auf das Podium gefahren ist. Diese Klasse wollen die Fahrer den Zuschauern vor Ort sicher zeigen.

Apropos Fahrer: Es werden auch wieder vier Westsachsen in der IDM um Punkte kämpfen. Wie stehen aus Ihrer Sicht die Chancen für diese Piloten?

In der Supersport ist Max Enderlein als zweimaliger Meister sicherlich ein Kandidat, der für das Podest in Frage kommt. Paul Fröde gibt jetzt sein Debüt in der Königsklasse Superbike. Da wird er wahrscheinlich nicht sofort ganz vorne mitfahren. Aber in der Superstock-600-Klasse hat er schon sehr starke Leistungen gezeigt. Mittelfristig hat er aus meiner Sicht das Potenzial, vorne mitzufahren. Einen Titelkandidaten haben wir in der Supersport 300 mit Marvin Siebdraht, der schon im Vorjahr gezeigt hat, dass er ernst zu nehmende Aussichten hat und dieses Jahr ganz sicher mit dem Ziel, Deutscher Meister zu werden, an den Start geht. Zusätzlich kämpft Moritz Jenkner im Pro Superstock Cup um den Titel.

Sie selbst stammen aus Oberwiera, wohnen aber mittlerweile in Hessen und haben Ihr Büro in Stuttgart. Gibt es noch Kontakt in die alte Heimat?

Ich bin regelmäßig vor Ort, da meine Eltern noch dort wohnen. Die Region um den Sachsenring ist sehr motorsportbegeistert und ich verbringe immer wieder gern Zeit hier.

Wieso fährt die IDM dann nicht häufiger auf dem Sachsenring?

Das liegt daran, dass es auf dem Sachsenring durch die Lärmbelastung nur eine begrenzte Anzahl an Renntagen im Jahr gibt. Und diese sind meist durch den MotoGP, die ADAC GT Masters und die ADAC Sachsenring Classic belegt. 2020 sind kurzfristig Tage frei geworden. Da hatten wir die Chance ergriffen und eine sehr erfolgreiche Veranstaltung auf die Beine gestellt. Ich bin mit dem ADAC Sachsen und den Verantwortlichen vom Sachsenring regelmäßig in Kontakt. Wir sprechen öfter miteinander und arbeiten gern und gut zusammen, wie das auch bei anderen Rennstrecken der Fall ist. Wenn sich etwas ergibt, würden wir gerne wieder auf dem Sachsenring fahren.

Erwarten Sie dennoch viele Motorsportfans aus Westsachsen bei den IDM-Rennen?

Die Entfernungen sind teilweise schon recht weit. Aber viele Westsachsen reisen sicherlich zum Schleizer Dreieck, wo immer eine sehr gute Stimmung herrscht. Zudem ist Most noch eine gute Möglichkeit. Da bin ich selbst als Kind auch schon als Zuschauer gewesen. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, die IDM im Internet zu verfolgen. Wegen Corona haben wir einen Stream gestartet, der sehr gut angenommen wurde. Dieses Format werden wir weiterhin beibehalten und ausbauen. ewer


IDM startet im Mai auf dem Lausitzring - Vier Fahrer aus Westsachen vertreten

Der Rennkalender 2022: 06.05. bis 08.05: Lausitzring, 20.05. bis 22.05.: Motorsportarena Oschersleben, 24.06. bis 26.06.: Autodrom Most (Tschechien), 22.07. bis 24.07.: Schleizer Dreieck, 12.08. bis 14.08.: TT Circuit Assen (Niederlande), 02.09. bis 04.09.: Red Bull Ring Spielberg (Österreich), 23.09. bis 25.09.: Hockenheimring.

Die westsächsischen Starter: Paul Fröde (Hohenstein-Ernstthal/Superbike), Max Enderlein (Hohenstein-Ernstthal/Supersport), Marvin Siebdrath (Wildenfels/Supersport 300), Moritz Jenkner (Hohenstein-Ernstthal/Pro Superstock Cup).

Livestream: Alle Rennen werden live im Internet übertragen. Zudem können die Übertragungen auch nachträglich als Wiederholung angeschaut werden. (ewer)www.idm.de/live

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