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"Weiter so": Zverev dank Finaleinzug kurz vor Titel-Krönung

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Mit Halbfinalgegner Jakub Mensik hat Alexander Zverev lange deutlich weniger Probleme als angenommen. Jetzt will der Tennisprofi die letzte Hürde für seinen großen Traum nehmen.

Paris.

Alexander Zverev reckte die Siegerfaust in Richtung seiner Box und fletschte angriffslustig die Zähne. Der deutsche Tennisstar ist ins Finale der French Open eingezogen und kann sich dort seinen großen Traum vom ersten Grand-Slam-Triumph erfüllen. Der 29-Jährige gewann sein Halbfinale gegen den Tschechen Jakub Mensik (20) ohne größere Probleme mit 7:5, 6:2, 3:6, 6:3. 

Er habe gewusst, dass es "die schwierigste Herausforderung" bisher im Turnier werden würde, sagte Zverev: "Ich habe es geschafft, habe gewonnen - ich bin glücklich." Und mit Blick aufs Finale ergänzte der Hamburger: "Ich hoffe, ich spiele am Sonntag ein weiteres großartiges Match."

Becker ist begeistert

Boris Becker war vom Halbfinal-Auftritt angetan. "Er hat geliefert, er hat die Nerven behalten, er hat gutes Tennis gespielt", sagte der dreimalige Wimbledon-Gewinner bei Eurosport: "Weiter so!"

In seinem zweiten French-Open-Finale trifft der Hamburger am Sonntag auf Flavio Cobolli oder Matteo Arnaldi. Die beiden Italiener bestreiten im Anschluss auf dem Court Philippe Chatrier das zweite Halbfinale. Unabhängig vom Gegner ist Zverev der große Favorit im Titel-Duell. Der Weltranglistendritte hat im Turnierverlauf erst zwei Sätze abgegeben und dem Titeldruck auch gegen Mensik nervlich standgehalten. 

Seine drei vorherigen Finals auf der Grand-Slam-Bühne hatte Zverev alle verloren: 2020 bei den US Open fehlten ihm im Match gegen seinen österreichischen Kumpel Dominic Thiem zwei Punkte zum Sieg. 2024 in Paris musste er sich im Fünfsatz-Krimi dem Spanier Carlos Alcaraz geschlagen geben. Und im Vorjahr war er bei den Australian Open gegen den Italiener Jannik Sinner chancenlos. Sinner ist aber früh in Paris gescheitert, Alcaraz ging verletzt erst gar nicht an den Start.

Überschaubares Niveau

Im Gegensatz zur heißen ersten Turnierwoche war es dieses Mal relativ kühl und auch windig. Das Dach des Stadions Philippe Chatrier wurde dennoch nicht geschlossen - und die Bedingungen machten beiden Spielern zunächst zu schaffen. Der erste Satz war spielerisch auf einem eher schwachen Niveau.

Zverev war zwar der dominantere Spieler mit den härteren Grundschlägen, doch auch er brauchte seinen starken ersten Aufschlag und etwas Glück, als er beim Stand von 3:4 drei Breakbälle gegen sich abwehrte. Seine eigene erste Chance auf ein Break nutzte er dagegen - passend zum Spiel nach einem Fehler von Mensik. Mit einem Ass machte der Deutsche dann den Satzgewinn perfekt.

Damit schien die Gegenwehr von Mensik fast schon gebrochen. Zverev holte sich im zweiten Durchgang ein schnelles Break zum 2:1 und feierte das mit der Faust. Mensik versuchte nun, die Ballwechsel abzukürzen, aber sein deutscher Gegner hatte fast immer eine passende Antwort parat. "Sascha zeigt jetzt sein ganzes Repertoire", lobte Tennis-Idol Boris Becker bei Eurosport.

"Fit wie ein Turnschuh"? Mensik wirkt gehemmt

Zverev hatte im Turnierverlauf vier Stunden weniger auf dem Platz gestanden als sein Halbfinalgegner, der zudem mit Krämpfen zu kämpfen hatte - sogar in einer Pressekonferenz. "20 Jahre jung, zwei Tage frei - der wird fit sein wie ein Turnschuh", hatte Becker vor dem ersten Aufschlag prophezeit. 

Doch Mensik agierte deutlich weniger druckvoll als noch bei seinem Viertelfinalsieg gegen João Fonseca, außerdem unterliefen ihm viele leichte Fehler. Die Nervosität über das erste Grand-Slam-Halbfinale seiner Karriere war ihm deutlich anzumerken - und der deutlich erfahrenere Zverev schlug daraus eiskalt Kapital. 

Im dritten Satz brauchte der Tscheche eine medizinische Auszeit, in der er im Nacken- und Schulterbereich behandelt wurde. Mensik war danach besser im Spiel, nahm Zverev den Aufschlag zum 4:2 ab und schöpfte nach dem Gewinn des dritten Durchgangs neue Hoffnung. Doch die nahm ihm Zverev mit dem Break zum 2:0 im vierten Satz schnell wieder. Nach rund drei Stunden beendete der Olympiasieger von 2021 die Partie mit seinem ersten Matchball.

Zur Titelparty würde auch Freundin Thomalla kommen

Wenn es jetzt endlich mit dem Grand-Slam-Titel klappt, will auch Freundin Sophia Thomalla, die zuletzt beruflich eingebunden war, zur Titelparty nach Paris reisen. Das Finale vor Ort anschauen will sie sich aber nicht - das hat vor allem mit Zverevs Aberglauben zu tun. An den Abläufen und Gegebenheiten will der Tennisstar am liebsten nichts ändern. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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