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Trinkpausen und Rot für Hand vor Mund: Die neuen WM-Regeln

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FIFA führt bei der WM feste Pausen zum Trinken ein – das sorgt auch für Kritik. Neue Regeln betreffen zudem Platzverweise und den Videobeweis. Was sich im Detail alles ändert.

East Rutherford.

Die Fans müssen sich bei der Fußball-WM in Kanada, Mexiko und den USA an reichlich neue Regeln gewöhnen. Es gibt schärfere Sanktionen für Spieler, zudem soll mit mehreren Innovationen der Spielfluss verbessert werden. Doch eine Entscheidung des Weltverbands FIFA wird auch dafür sorgen, dass die Partien länger dauern. Ein Überblick: 

Rote Karte für Hand vorm Mund

Spieler, die in einer Konfrontation mit dem Gegner ihre Hand vor den Mund halten, können bei der WM mit der Roten Karte bestraft werden. Damit soll diskriminierendes Verhalten verhindert werden. Indem sie den Mund verdecken, wollen Spieler häufig verschleiern, dass erkannt werden kann, was sie sagen.

Die Debatte war nach einem Vorfall in der Champions League entbrannt. Benfica Lissabons Gianluca Prestianni hatte sich in einer Auseinandersetzung mit Real-Star Vinícius Júnior das Trikot vor den Mund gezogen. Prestianni stand im Verdacht, sich rassistisch geäußert zu haben. Er wurde wegen einer homophoben Äußerung gesperrt. FIFA-Präsident Infantino setzte sich öffentlich für eine neue Regel ein.

Platzverweis fürs Verlassen des Platzes

Spieler, die den Platz aus Protest gegen eine Schiedsrichterentscheidung verlassen, können die Rote Karte sehen. Dies gilt auch für Offizielle, die Spieler auffordern, dies zu tun. Wenn ein Team so einen Spielabbruch verursacht, wird die Partie grundsätzlich für den Gegner gewertet. Hintergrund dieser Verschärfung: Das Team Senegals hatte sich im Finale des Afrika Cups gegen Marokko aus Protest in die Katakomben zurückgezogen.

Streichen von Gelben Karten

Durch die Ausweitung des Teilnehmerfelds von 32 auf 48 Teams wird auch eine weitere K.-o.-Runde mit 32 Mannschaften dazukommen. Dadurch würde sich auch die Chance erhöhen, nach der zweiten Gelben Karte zu fehlen. Deshalb entschärft die FIFA die bisherige Regel: Die Verwarnungen werden nicht nur wie bislang üblich nach den Viertelfinals, sondern erstmals bereits nach den drei Gruppenspielen gestrichen.

Countdown vor Standards

Damit Torhüter nicht zu lange den Ball in der Hand halten und damit das Spiel verzögern, wurde bereits vergangenes Jahr ein Countdown durch den Schiedsrichter eingeführt. Dies wird nun ausgeweitet: Auch bei Einwürfen oder Abstößen kann der Unparteiische fünf Sekunden per Hand runterzählen. Wenn das Spiel bis Ablauf des Countdowns nicht fortgesetzt wurde, geht der Ballbesitz ans gegnerische Team.

Zeitbeschränkung bei Wechseln

Die Spieler müssen sich bei einer Auswechslung beeilen: Spätestens zehn Sekunden, nachdem der Wechsel vom Vierten Offiziellen angezeigt wurde, müssen sie das Feld verlassen haben. Sollte dies nicht klappen, müssen sie trotzdem runter. Der eingewechselte Spieler muss dann aber mindestens eine Minute bis zur nächsten Spielunterbrechung warten, bis er aufs Feld darf.

Zwangspause nach Verletzung

Wenn ein Spieler auf dem Feld wegen einer Verletzung behandelt wird oder das Spiel deswegen unterbrechen wird, muss der Spieler das Feld verlassen. Dort muss er eine Minute warten, bevor er wieder zurückkehren darf. Die nordamerikanische MLS hatte zuletzt bereits eine zweiminütige Zwangspause eingeführt. Argentiniens Superstar Lionel Messi beklagte sich vehement darüber, als er einmal tatenlos von außen zuschauen musste.

Mehr Befugnisse bei Videobeweis

Der Video-Assistent darf nun drei weitere Situationen überprüfen und bei Fehlern des Schiedsrichters eingreifen:

- bei einer zweiten Gelben Karte, die zu Gelb-Rot für einen Spieler führt.
- bei einer Spielerverwechslung, die zu Rot oder Gelb für einen falschen Spieler führt.
- bei unkorrekt gegebenen Ecken, sollte der Check sofort und ohne Verzögerung durchgeführt werden.

Trinkpausen

Dass die Spieler sich bei hohen Temperaturen an der Seitenlinie erfrischen dürfen, ist nicht neu. Bei der WM wird es nun aber wetterunabhängig in jedem Spiel zwei festgelegte Trinkpausen geben. Die Schiedsrichter werden das Spiel ungefähr nach 22 und 67 Minuten für jeweils drei Minuten unterbrechen. Die FIFA will damit in allen Spielen für gleiche Bedingungen sorgen - Kritiker sehen damit die Chance für TV-Sender, Werbung während des unterbrochenen Spiels zu schalten. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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