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104 WM-Partien, neue Wettbewerbe, kaum Erholung: Frankreichs Erfolgscoach Didier Deschamps spricht offen über die Schattenseiten des modernen Spitzenfußballs. Eine Gefahr sei nicht wegzudiskutieren.
Frankreichs Weltmeister-Trainer Didier Deschamps hat die zunehmende Belastung im Spitzenfußball angeprangert und vor ernsthaften gesundheitlichen Folgen gewarnt. "Die Alarmglocken läuten seit Längerem. Der Kalender war für einen Top-Spieler schon immer überladen, jetzt kommen noch mehr Partien dazu. Allein an der WM nehmen 48 Mannschaften teil, es gibt zusätzliche Wettbewerbe wie die Club-Weltmeisterschaft", sagte der 57-Jährige der "Welt am Sonntag" und erklärte: "Die Gefahr eines Burn-outs ist deshalb nicht wegzudiskutieren."
Deschamps: "Wie geht es der Psyche eines Spielers?"
Bei der XXL-WM in den USA, Kanada und Mexiko kämpfen erstmals 48 statt wie bisher 32 Nationen in insgesamt 104 Spielen um den Titel. Auch in anderen Wettbewerben wie der Champions League stieg die Anzahl der Spiele zuletzt. Hinzu kommen neue Formate wie die erstmals im Vorjahr ausgetragene Club-WM.
Deschamps kritisierte, dass die Erholungsphasen für die Spieler, aber auch die Vorbereitungsphasen auf ein Turnier kürzer würden. "Mittlerweile kann man berechnen, wie es um die körperliche Müdigkeit eines Spielers bestellt ist. Was aber nicht messbar ist: Wie geht es der Psyche eines Spielers? Und die spielt eine wichtige Rolle im Fußball", befand Deschamps, der nach diesem Turnier als Trainer der Équipe Tricolore aufhört.
Frankreichs Gegner bei der WM
Der 57-Jährige steht seit 2012 an der Seitenlinie der Franzosen und führte "Les Bleus" 2018 zum WM-Titel in Russland und 2022 in Katar ins Finale. 2021 gewann man gemeinsam die Nations League. Frankreich startet am Dienstag gegen Senegal ins Turnier. Weitere Vorrundengegner sind der Irak und Norwegen. (dpa)





