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Das Leben von Sandra Wende änderte sich 2021 mit der Diagnose Knochenkrebs radikal. Heute kämpft sie mit den Folgen der Krankheit. Sie ist auf den Rollstuhl angewiesen und braucht Geld für den Umbau des Bades.
Ins Badezimmer gehen. Duschen, Haare waschen, auf eine richtige Toilette gehen können. Das, was selbstverständlich klingt, ist für Sandra Wende aus Ellefeld seit geraumer Zeit zu einem großen Wunsch geworden. Vor drei Jahren änderte sich das Leben der heute 41-Jährigen erheblich. Im Frühsommer 2021 klagte die Mutter von zwei Töchtern über Rückenschmerzen, die sie bald darauf in den Krankenstand zwangen. Der Verdacht: ein Bandscheibenvorfall. Schmerzbehandlungen bestehend aus Tabletten, Spritzen und Physiotherapie brachten keine Besserung.
Erst eine Gewebe-Entnahme im Leipziger Uniklinikum sollte Gewissheit geben. Bei der Mutter einer damals fünf- und einjährigen Tochter wurde ein chondroblastisches Osteosarkom im Bereich des Kreuzbein-Darmbein-Gelenks festgestellt. Knochenkrebs. Ein bösartiger und schnellwachsender Tumor. „Die Ärzte sagten zu mir: ‚Frau Wende, ohne Therapie haben Sie noch ein halbes Jahr‘“, berichtet die Ellefelderin vom Moment der Diagnose. Ein Schock für die Familie. Sandra Wende sagt, für sie habe es sich angefühlt, als ob man versucht, einer Mutter die Kinder wegzunehmen. „Was passiert mit meinen Kindern, wenn ich sterbe?“ Diese Frage sei ihr als erstes durch den Kopf gegangen.
Zwischen Rückschlägen und Hoffnungen: Leben mit der Diagnose Knochenkrebs
Wenige Tage später begannen die Chemotherapien und in der Folge dutzende Operationen in Leipzig. Fast das ganze Jahr 2022 habe sie in der Klinik verbracht. Der Tumor wurde herausgeschnitten. Doch auch Teile des Beckenknochens sowie Muskel- und Fettgewebe mussten die Ärzte entfernen. Ein künstliches Hüftgelenk und ein Beckenknochenersatz hat ihr Körper nicht angenommen und mussten nach der Abstoßreaktion entfernt werden. Seither ist Sandra Wende auf den Rollstuhl angewiesen. Gehen kann sie nur kurze Strecken mit Hilfe eines Gehbänkchens. Denn von der Hüfte abwärts ist bei der 41-Jährigen alles taub, sagt sie. Ein weiterer Rückschlag folgte Anfang dieses Jahres. Nachdem sie zunächst als krebsfrei galt, wurden im Februar Metastasen des Knochenkrebses im rechten Lungenflügel festgestellt. Durch eine neuerliche Operation konnten diese entfernt werden. Eine Chemotherapie hätte sie abgelehnt. „Ich war zu lange von meinen Kindern getrennt“, sagt sie. Das wolle sie ihnen nicht noch einmal zumuten. Momentan gilt Sandra Wende wieder als krebsfrei. „Aber wie lange?“, fragt sie sich.
Ihre größte Stütze ist ihre Familie. Ihr Mann André, den sie im September 2021 nach Beginn der Krebsbehandlung geheiratet hatte, helfe ihr, wo er kann. Er war selbst lange Zeit wegen eines Rückenleidens krank, nun geht er wieder arbeiten. Mehrmals pro Woche kommen Physio- und Ergotherapeuten vorbei und üben mit ihr das Gehen. Hilfe bekommt die Ellefelderin außerdem von einem privaten Pflegedienst sowie von Nachbarn. Ihr Lebensmittelpunkt ist, seitdem sie in ihrer Mobilität eingeschränkt ist, das heimische Wohnzimmer. Hier hat Sandra Wende alles um sich, was sie benötigt, wenn doch mal keiner da ist, der ihr gerade helfen kann.
Hindernis Bad: Weshalb Sandra Wende auf Spenden angewiesen ist
Das größte Problem im Alltag ist für die 41-jährige Mutter das Bad in der Altbau-Wohnung. Mit ihrem Rollstuhl kommt sie nicht einmal durch die Tür. Unterstützung bei der Körperhygiene benötigt sie auch dabei von ihrem Mann. „Sonntag ist Waschtag“, sagt sie. Das Haarewaschen geht beispielsweise nur mit seiner Hilfe. Eine Schüssel wird zwangsläufig zur „Dusche“ umfunktioniert. „Ich würde gerne mal wieder richtig duschen“, so die Ellefelderin. Dieses schöne Gefühl, wie sie es beschreibt, hatte die 41-Jährige zuletzt im Krankenhaus erlebt. Aber auch da war sie auf Hilfe vom Pflegepersonal angewiesen. In den eigenen vier Wänden geht das nicht ohne den Umbau des Bades in der Mietwohnung. Doch das kostet viel Geld. Ein erstes Kostenangebot habe bei über 40.000 Euro gelegen, sagt die 41-Jährige, die seit diesem Jahr EU-Rente bezieht. Inzwischen fehlten noch rund 20.000 Euro, die dringend benötigt werden. „Hinsetzen und duschen, ohne dass mir jemand helfen muss. Das wäre mein größter Wunsch.“ (florw)





