Rodewischer ist der neue Stollberger Schwibbogenkönig

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Gleich bei seiner ersten Teilnahme hat der 55-Jährige gepunktet - mit einem Exemplar, das einerseits alt, andererseits neu ist.

Stollberg/Rodewisch.

es war bis zum letzten Tag ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Doch am Ende hatte Torsten Jantsch mit 155 Stimmen die Nase vorn. Der 55-jährige Bastler aus Rodewisch hat sich bei der 20. Auflage des Wettbewerbs um den Stollberger Schwibbogen-König den Wanderpokal geschnappt. 27Schwibbögen waren in der Erwachsenenkategorie von 22Teilnehmern eingereicht worden. Platz zwei belegte Edgar Riedel aus Oelsnitz mit 133 Stimmen, Platz drei die Vorjahresgewinnerin Amelie Pia Formacek aus Thalheim mit 115Stimmen.

Jantsch hatte sich zum ersten Mal am Wettbewerb beteiligt: "Ich wollte voriges Jahr schon mitmachen, aber da war ich zu spät." In diesem Jahr gehörte er zu den ersten Einreichern. Bereits Anfang November hat Jantsch seinen Schwibbogen abgegeben. Trotzdem habe er nicht erwartet, als Sieger aus dem Wettbewerb hervorzugehen: "Die jungen Leute denken ja ganz anders. Dieser Bogen ist einfach gehalten, ohne Schickimicki." Dass das Exemplar traditionell daherkommt, ist kein Zufall: "Den hat mein Opa in den 1980er-Jahren gebaut. Ich habe ihn später geerbt." Trotzdem darf Jantsch den Schwibbogen als sein Werk bezeichnen, denn das alte Stück war so marode, dass es restauriert werden musste: "Das eingearbeitete Wappen war abgebrochen, die Figuren kaputt." Torsten Jantsch hat alles gründlich aufgearbeitet. Die alte Elektrik wurde durch eine neue LED-Beleuchtung mit Fernbedienung ersetzt. Das Holz des Bogens wurde überarbeitet, neue Figuren kaufte Jantsch dazu. Für ihn ist gerade die Kombination von alt und neu, von Eigenem und Zukäufen das Spannende. Als Schnitzer bezeichnet er sich nicht, sondern als Bastler, der gern experimentiert: "Ich mache viel mit Holz, aber auch mit Epoxidharz." Auch wenn Jantsch im Vogtland lebt, hat er enge Beziehungen zum Erzgebirge, denn sein Schwiegervater stammt aus Niederdorf. Und so bekennt seine Frau Jana: "Wir sind im Herzen Erzgebirger."

Die Konkurrenz beim Nachwuchspreis war diesmal überschaubar. Zwei zwölfjährige Jungen haben Sieg und Platz unter sich ausgemacht. Mit 262 Stimmen hatte Vincent Kögel aus Crinitzberg am Ende die Nase vorn. Vorjahressieger Alfred Thieme aus Meerane belegte mit 179 Stimmen den zweiten Platz.

Unter den etwa 50 Schaulustigen, die die Auswertung auf dem Stollberger Hauptmarkt verfolgt haben, war Wolfgang Lill, der der Preisübergabe mit besonderem Stolz zuschaute: Vor einigen Jahren hatte der Lugauer selbst einen zweiten Platz geholt. Nun freute er sich über den Sieg seines Enkels, der das Publikum mit einer aufwändigen Laubsägearbeit überzeugt hat. Vor etwa vier Jahren hatte Vincent Kögel mit der Bearbeitung von Holz begonnen. An seinem Sieger-Schwibbogen hat er das gesamte Jahr über gearbeitet. "Das ist mein zweiter Schwibbogen", sagte er. Mit dem ersten hatte er auch am Wettbewerb teilgenommen, war jedoch leer ausgegangen. Vater Titus Kögel freut sich, dass Vincent als Preis ein Schnitzmesser-Set bekommen hat, und verbindet das mit einer Hoffnung: "Vielleicht lernt er jetzt auch das Schnitzen. Das kann er bisher noch nicht."

Der Schwibbogenkönig Torsten Jantsch verriet dem Moderator Sven Schimmel unterdessen, dass er sich im kommenden Jahr wieder am Wettbewerb beteiligen will.

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