Enorme Regenmengen lassen Pegel steigen

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In Plauen mussten mehrere Keller ausgepumpt werden, in einem Ortsteil von Oelsnitz wurde Geröll auf eine Straße gespült. Die Wetterlage war dennoch eine andere als beim letzten Hochwasser 2018.

Oelsnitz/Klingenthal/Taltitz.

Starke Regenfälle in der Nacht sowie am Freitagvormittag haben die Wasserpegel in den Flüssen im Vogtland zum Teil deutlich ansteigen lassen. Der Pegel der Weißen Elster in Magwitz nahe der Talsperre Pirk erreichte nach Angaben des Landeshochwasserzentrums Sachsens am Vormittag die Marke von 140 Zentimeter, was der Alarmstufe 1 entspricht. Am Pegel Magwitz gibt es vier Alarmstufen, Stufe 2 ist bei einem Wasserstand von 170 Zentimeter erreicht. Am Freitagnachmittag entspannte sich die Lage dort wieder, nachdem das Starkregengebiet nach Thüringen abgezogen war.

Andere Pegelstellen im Vogtland erreichten am Vormittag ebenfalls zum Teil deutlich höhere Wasserstände, die Alarmstufe 1 am Pegel in Straßberg gegen 13 Uhr erreicht. Der Deutsche Wetterdienst hatte zuvor für mehrere Landkreise in Sachsen eine Unwetterwarnung herausgegeben, dazu zählt auch das Vogtland. Das Niederschlagsgebiet ließ in der Nacht erhebliche Regenmengen über der Region niedergehen, in Taltitz beispielsweise wurden insgesamt fast 53 Liter auf dem Quadratmeter gemessen.

Die Wetterlage am Freitag sei eine andere gewesen als beim letzten Hochwasser im Vogtland vor drei Jahren. Wie Meteorologe und Wetterchronist Werner Friedel aus Taltitz der "Freien Presse" sagte, habe es aktuell im mittleren Vogtland großflächige Niederschläge gegeben, die in ihrer Intensität geschwankt hätten. 2018 hingegen sei ein Sonderereignis gewesen. "Eine Gewitterzelle zog sich entlang der Weißen Elster, mehr auf dem linksseitigen Flussufer. Das war eine ganz andere Wettersituation als am Freitag - es gab keine lokalen Schwerpunkte", erklärte er. In seiner Wetterstation verzeichnete Friedel bis Freitagvormittag 64 Liter pro Quadratmeter binnen 24 Stunden - davon 44 bis 8 Uhr und nochmals knapp 20 in den drei Stunden danach.

Dennoch führten die starken Regenfälle vor allem in Plauen zu mehreren Feuerwehreinsätzen. "Die Kreisstadt war ein regionaler Hotspot, aber die Lage in Mülsen oder Lichtenstein im Landkreis Zwickau war am Freitag schlimmer", sagte Jens Thiele vom Rettungszweckverband. Die Plauener Berufsfeuerwehr rückte zu insgesamt acht Einsätzen aus, vor allem vollgelaufene Keller mussten ausgepumpt werden. Betroffen davon waren nach Angaben der Berufsfeuerwehr auch das Plauener Helios-Klinikum sowie ein Hotel an der Theaterstraße in Plauen.

Wie die Stadtverwaltung Plauen am Mittag informierte, bleibt auch der Pegel der Weißen Elster in Straßberg weiter unter Beobachtung. Dort sei vor allem die Senke des Orts gefährdet, in der die Mühle steht, hieß es aus dem Rathaus. Die Freiwillige Feuerwehr Straßberg in Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr treffe dort vorbereitende Maßnahmen für eventuelle Überflutungen, so die Verwaltung.

In der Ortslage von Raasdorf (Stadt Oelsnitz) hatte der Starkregen Geröll auf die Straße gespült. Der Ort wird aufgrund der B-92-Umleitung derzeit stark frequentiert. Feuerwehren mussten etwa in Oelsnitz oder in Klingenthal jedoch nicht ausrücken. Vergleichsweise ruhig blieb es auch rund um Reichenbach und Auerbach.

Für den heutigen Samstag hat der Deutsche Wetterdienst eine Beruhigung der Lage vorausgesagt, regnen soll es nicht. Für den Sonntag allerdings sind erneut Niederschläge angekündigt. (hagr/gem/nie/tb/su)

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