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Zahlreiche Schaulustige erlebten am Pfingstsonntag ein lautstarkes Spektakel beim 2. Kanonendonner auf Schloss Voigtsberg in Oelsnitz. Zehn Schützenvereine aus Sachsen nahmen mit 15 Kanonen daran teil.
„Feuer frei!“ – hieß es am Pfingstsonntag auf Schloss Voigtsberg in Oelsnitz. Über die Stadt knallte Kanonendonner, und das Spektakel lockte viele Schaulustige an. Nach der gelungenen Premiere im letzten Jahr folgten diesmal zehn Schützenvereine aus Sachsen – unter anderem aus Elsterberg, Schreiersgrün, Bad Elster, Raschau, Schöneck und Reichenbach – einer Einladung der 1. Bürgerlichen Schützengilde zu Oelsnitz. Sie feuerten mit 15 restaurierten oder originalgetreu nachgebauten Kanonen nacheinander mehrfach Salut ab, unterbrochen nur durch einen Regenschauer. Höhepunkt war zum Finale ein gemeinsamer Kanonendonner.
Nach dem Salut bestand die Gelegenheit, von den Schützen Näheres über die Kanonen zu erfahren. Auf besonderes Interesse stieß die Oelsnitzer Vorderladerkanone „Kleine Betzi". Der Chef der Schützen, Björn Fläschendräger, erzählte dazu: „Wir konnten die Kanone 2022 durch einen Zufall vom Schützenverein Neuruppin erwerben, der sich damals aufgelöst hatte. Sie war in einem sehr schlechten Zustand.“ Mit Ehrgeiz, Mühe, viel zeitlichem Aufwand und handwerklichem Geschick restaurierten die Schützenbrüder Gerd Pfrötzschner und Klaus Posselt 2023 das historische Zeugnis.
Wie eine kleine Schwester nahm sich dagegen die „Lilly I. zu Oelsnitz“ vom Schützenverein Raschau aus. Vor 20 Jahren spürte Schützenbruder Thomas Schirmer das rare und funktionstüchtige Exemplar in Schwerin auf und erwarb es: „Im letzten Jahr habe ich die Kanone dem Verein überlassen.“ Bestaunt wurde auch der Nachbau eines siebenläufigen Orgelgeschützes aus dem Jahr 1636 des schottischen MacKays-Regiments of Foote mit Hauptsitz in Ruppertsgrün, das seinerzeit, im 30-jährigen Krieg, unter dem Schwedenkönig Gustav Adolf diente.
Nachdem Andreas Beier die Lunte angeblasen hatte, wurde das Schwarzpulver von Heinrich Hold angezündet. Als sich der Rauch verzogen hatte, meinte er: „Was wir hier machen, das ist Traditionspflege. Dazu gehört nicht nur Kanonendonner. Wir treten auch oft bei Festen auf und stellen dort das Leben in einem Soldatenlager im 17. Jahrhundert dar.“
Einen kleinen Beweis dafür lieferten Dudelsackspielerin Marlene Hager und Trommler Henri Teske ab: Mit ihrem Auftritt sorgten sie für schottisches Flair auf Schloss Voigtsberg. (eso)





