Vogtländer sucht das Abenteuer vor der Haustür

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Per Video nimmt Sven Gerbeth Menschen mit auf seine Touren durch den Wald. Der Werdaer entdeckt die Wildnis schon in der Heimat.

Werda.

Auch der "Outsideseeker Vogtland" braucht mal Urlaub. Deshalb herrscht auf dem gleichnamigen Youtube-Kanal von Sven Gerbeth seit ein paar Tagen Ruhe. Bevor der "Außenseiter Vogtland" mit Familie nach Italien an den Gardasee in den Urlaub startete, hat er sich per Video von seinen Abonnenten verabschiedet. Und bei dieser Gelegenheit gleich die Neuausrichtung seines Kanals angekündigt.

Fast 4000 Menschen folgen dem 49 Jahre alten Vogtländer mittlerweile auf Youtube, über 80.000 sind es bei Instagram. Durchaus beachtliche Zahlen für einen Laien, der erst vor zweieinhalb Jahren begonnen hat, andere an seinen Touren in der vogtländischen Wildnis oder an seinen Abenteuern mit Freunden teilhaben zu lassen.

"Anfangs habe ich nur für mich und Freunde aus der Bushcraft-Community gefilmt. Ihre Resonanz war gut. Ein in der Outdoor-Szene bekannter Influenzer hat mir schließlich Mut gemacht, meine Videos online zu stellen", erzählt Gerbeth.

Bushcraft, Outdoor, Survival, Overniter - an englische Bezeichnungen für Abenteuer in der Natur muss sich gewöhnen, wer mit Sven Gerbeth unterwegs ist. Doch der Familienvater macht schnell klar, dass man für diese Art von Abenteuer nicht in die Wildnis Kanadas oder ins australische Outback reisen muss: "Meine Lieblingsplätze liegen praktisch vor der Haustür im Wald rings um Werda, im Vogtland, Erzgebirge und im Bayerischen Wald", sagt Gerbeth, der "Außenseiter" vor allem räumlich meint, also draußen zu sein.

Dort ist er mal solo, mal mit seinem Hund Rufus unterwegs, berichtet per Video von Übernachtungen im Wald, Meditation unter Bäumen und an für ihn magischen Orten im Wald, von ausgedehnten Wanderungen. Zwischendurch versucht sich Gerbeth immer wieder mal als Influencer und testet Produkte, die beim Wildnisabenteuer oder beim normalen Camping-Urlaub hilfreich sein können. Dabei schwört er auf Armee-Material. "Das ist tausendfach erprobt. Man kann sich drauf verlassen", begründet Gerbeth, weshalb er Militärklamotten der bunten Outdoormode vorzieht. Tarnfleck sei für Abenteuer vor der Haustür einfach besser geeignet. "Man fällt im Wald nicht auf. Ich kann mich zurückziehen, die Natur beobachten und Ruhe finden", verrät der Rettungssanitäter, dass seine Touren auch kleine Auszeiten vom stressigen Job im Rettungswagen sind. Auch die Familie komme damit klar, dass er immer wieder für ein, zwei Nächte im Wald verschwindet, um dort zu übernachten und neue Kraft zu tanken. "Für meine Frau ist das nichts, aber sie kennt mich nur so und akzeptiert es", sagt Sven Gerbeth lachend. Die drei Kinder - zwei Mädchen, 23 und 6 Jahre alt und der Zehnjährige - hätten an seinem Hobby durchaus Interesse, aber ob sie sich darauf einlassen, sei einzig und allein ihre Entscheidung.

Bei ihm habe der Großvater die Liebe zur Natur geweckt, mit ihm war der kleine Sven viel im Wald um Werda unterwegs. Die Zeit bei den Gebirgsjägern habe dann viel Know how vermittelt, was jetzt draußen hilfreich sei: "Feuer machen, Biwak bauen - ein bisschen Überlebenstraining eben." Fotografieren und Filmen seien schon immer Hobbys gewesen, freut sich Sven Gerbeth, dass er als "Outsideseeker Vogtland" seine Interessen zusammenführen kann.

Als "Wald-Influenzer aus dem Vogtland" sieht sich der Werdaer dennoch nicht - auch wenn es sein Traum wäre, irgendwann mehr Zeit auf die Touren und die Videos verwenden zu können. "Dafür müsste ich schon das Zehnfache und mehr an Fans haben", schätzt er ein. Aber dass er den Traum nicht aufgibt, dafür spricht die Ankündigung zur Neuausrichtung seines Kanals: "Es wird in Richtung Mikroabenteuer gehen, vielleicht Tipps für Touren vor der Haustür. Und ich will neue Erfahrungen sammeln", kann sich Gerbeth vorstellen, auch mal eine Fahrrad- oder Kanutour zu machen. Dafür hat er neue Technik angeschafft. "Der Rest ergibt sich. Ich lerne ja mit jedem Video weiter dazu", sagt der Außenseiter aus Werda, der sich dann doch freut, wenn viele Menschen an seinen Abenteuern im Wald Anteil nehmen.

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