Auch sie treten im Vogtland an: Wofür diese Kandidaten stehen

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Wahl 2021 Neben den Mitgliedern der sechs großen Parteien sowie dem jüngsten Direkt- kandidat Sachsens gibt es im Vogtland vier weitere Bewerber, die bei der Bundestagswahl um die Erststimme der Wähler werben. Wer sind sie?

Die Basis: Für die im Juli 2020 im Umfeld der Proteste gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen gegründete Partei tritt Mario Falcke aus dem Schönecker Ortsteil Eschenbach an. Falcke, Jahrgang 1962 und im sachsen-anhaltinischen Gommern geboren, betrieb bis vor Kurzem mit seiner Frau in einem 200 Jahre alten Landgasthof das Kunsthaus Eigenregie mit Atelier, Galerie und Ferienhaus. Falcke ist heute Frührentner, er sagt über sich, er habe jahrzehntelang als Freiberufler im Marketingbereich und viele Jahre als Veranstalter von Konzerten gearbeitet. Den Weg in die Politik habe er als Befürworter von Reformen gefunden; er hält "basisdemokratische Elemente" sowie "die Integration des Wissens und Willens der Wählerschaft" in politische Arbeit für überfällig, wie er sagt. Zum Zustand der Gesellschaft äußert er sich so: "Ich beobachte Deformationen unserer Demokratie seit einigen Jahren." Nach eigenen Worten will Falcke Menschen zur aktiven Teilnahme ermutigen - "jenseits von Ideologien, Lobbyismus und parteipolitischer Polemik".

Ökologisch Demokratische Partei (ÖDP): Für die 1982 gegründete ÖDP tritt im Vogtland Dietmar Eichhorn aus Syrau an. Der gebürtige Reichenbacher, Jahrgang 1954, ist heute Rentner, von Beruf ist er Diplom-Ingenieur für Eisenbahntransporttechnik. Die ÖDP, in der er seit 2018 Mitglied ist, bezeichnet Eichhorn als bessere Alternative zu den Grünen: "Die Grünen stehen mir zu weit links", begründet er. Seine politischen Ziele sind der Ausbau des Nahverkehrs mit der Eisenbahn als Rückgrat, wie er betont. Bahnstrecken dürften künftig nicht mehr stillgelegt, die Infrastruktur nicht mehr demontiert werden. Zudem fordert er, dass der Nahverkehr nicht mehr an Ländergrenzen ende. Sozialpolitisch setzt er sich für gleiche Beiträge aller Bürger in der Sozialversicherung ein. Eichhorn ist verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn. Für die Wahl am 26. September hofft er auf ein Prozent bei den Erststimmen sowie darauf, dass die ÖDP die Fünf-Prozent-Hürde schafft und in den Bundestag einzieht.

Einzelkandidat: Als parteiunabhängiger Einzelkandidat tritt Claus Gerisch aus Plauen an. Gerisch, Jahrgang 1959, ist Bau- und Sicherheitstechniker und arbeitet als Fachkraft für Arbeitssicherheit in einem mittelständischen Unternehmen im Vogtland. Er ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Laut Bekanntmachungen der Wahlbehörde im Vogtlandkreis kandidiert Gerisch für eine Partei namens "Ischgl". Das sei falsch, so Gerisch zur "Freien Presse". Er sei von der Wahlbehörde aufgefordert worden, ein Kennwort anzugeben, da habe er seinen Lieblingsurlaubsort in Österreich genannt. "Ich bin absolut unabhängig", betont Gerisch. Für seine Kandidatur habe er 50 Unterstützungsunterschriften vorweisen müssen - er werte es daher schon als Erfolg, dass sein Name auf dem Wahlzettel stehe. Den Grund für sein Engagement in der Politik sieht er auch in der Coronapolitik. "Die ist nicht schuldlos", sagt er. Er habe nicht gewusst, welche Partei er wählen solle, also habe er sich entschlossen, selbst zu kandidieren. Politisch stehe er für das Vogtland, für Familien und Kinder, kleine und mittelständische Unternehmen; er sei für Volksentscheide nach Schweizer Vorbild und mehr Investitionen in Kinder. Als Beispiel nennt er die versäumte Installation von Luftfiltern an Schulen, womit Präsenzunterricht über die Lockdown-Monate hätte abgesichert werden können. Zugleich halte er es für keine gute Entwicklung, dass es "verhärte Fronten zwischen Geimpften und Ungeimpften" gebe. "Ich bin weder Coronaleugner noch Impfgegner, mir geht es um Respekt gegenüber allen Menschen", sagt er.

Der Dritte Weg: Für die rechtsextreme Partei Der Dritte Weg tritt als Direktkandidat im Vogtland Udo Sieghart an. Er ist Jahrgang 1957 und gibt als berufliche Tätigkeit Einzelhandelskaufmann an. Sieghart war bereits 2009 sowie 2014 bei Bundestagswahlen angetreten - 2009 im Wahlkreis Aschaffenburg und 2014 im Vogtland, jeweils für die NPD.

Bisher erschienene Beiträge und Porträts zur Bundestagswahl im Vogtland finden Sie unter dem folgenden Link www.freiepresse.de/btwvogtland

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