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Plauen
Bombenfund in Plauen: Die Evakuierung beginnt am Donnerstag ab 12 Uhr - auch Kita ist betroffen

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Plauen. Erneut hat ein Bombenfund weitreichende Folgen für die Plauener: Bis zu 1500 Menschen müssen voraussichtlich am Donnerstag ihre Wohnung verlassen, nachdem am Mittwoch in der Bismarckstraße ein Bombenfragment gefunden wurde.

Die Evakuierung soll ab 12 Uhr erfolgen, teilte die Stadt Plauen am Mittwochabend mit. Das Helios-Klinikum müsse nach aktuellen Erkenntnissen nicht geräumt werden. "Stattdessen wird ein Schutzwall um die Bombe gebaut", hieß es aus dem Rathaus. Ab Mittag sei im Evakuierungsgebiet mit Einschränkungen zu rechnen.

Innerhalb der Evakuierungszone befindet sich die städtische Kita "Buratino". Eltern werden gebeten, ihre Kinder am Donnerstag möglichst zu Hause zu lassen. Eine Notbetreuung in der Kita sei eingerichtet. Sobald die Evakuierung beginnt, werden die Kinder in der Notbetreuung mit Erziehern in die Evakuierungsunterkunft gebracht.

Die Stadt Plauen hat eine Bürgerhotline eingerichtet. Das Telefon ist am Donnerstag ab 7.30 Uhr besetzt: Ruf 03741 291 2345.

Das Fragment wurde bei Erdarbeiten zwischen Fußweg und Fahrbahn entdeckt. Nach Angaben der Stadtverwaltung sei umgehend der Bereich Sicherheit und Ordnung des Rathauses informiert worden. Auch der Kampfmittelbeseitigungsdienst rückte an. Die Experten bestätigten den Fund: Es handele sich um eine 250 Kilo-Bombe, von der nur noch ein Drittel vorhanden ist, hieß es aus dem Rathaus - der Zünder sei allerdings noch intakt. "Damit entspricht die Bombe in ihrer Sprengkraft einer 50-Kilo-Bombe", erklärte Plauens Ordnungsamtschefin Anja Ullmann. Die Bismarckstraße wurde im Abschnitt zwischen Bach- und Plauener Talstraße gesperrt. Anwohner durften am Mittwoch zunächst noch in ihren Wohnungen bleiben. "Am Mittwoch muss niemand mehr raus", sagte Stadtsprecherin Silvia Weck am Abend.

Von der Evakuierung betroffen sein werden voraussichtlich 1000 bis 1500 Personen. Die Stadtverwaltung geht von 350 Adressen im Gebiet aus. Das Rathaus veröffentlichte am Mittwochabend eine vorläufige Adressliste auf der Rathaus-Homepage. Weitere Informationen will die Stadt am Donnerstag bekannt geben. Laut Silvia Weck sei geplant, unter anderem die Festhalle als Ausweichquartier für jene Menschen zu nutzen, die ihre Wohnung verlassen müssen.

Noch unklar waren am Mittwochabend auch die Auswirkungen auf den Bahnverkehr. Unweit des Bombenfundortes befindet sich der Bahnhof Mitte. Die Elstertallinie fährt in Sichtweite an der betroffenen Bismarckstraße vorbei.

Es handelt sich bereits um die zweite geplante Evakuierung nach einem Bombenfund in Plauen in diesem Jahr. Erst vor wenigen Monaten waren in der Innenstadt zwei Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet worden - am Schlosshang und am Weisbachschen Haus. Bis zu 17.000 Euro Menschen sollten deshalb im Juli ihre Wohnungen verlassen. Experten stellten jedoch fest, dass es sich statt der vermuteten Blindgänger um Rohre und Fundamentplatten handelte. Die Entwarnung erfolgte umgehend. Die Stadt war im Zweiten Weltkrieg immer wieder Ziel von Bombenangriffen der Alliierten. 158,87 Tonnen pro Quadratkilometer Stadtfläche wies Plauen nach 14 dieser Angriffe auf.

Zur Adressliste: www.plauen.de/bombe

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