Plauen
Das sind die Vogtländer des Jahres 2024

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Fast 1800 Stimmen sind zur Wahl der Vogtländer des Jahres 2024 per Telefon- und Online-Voting abgegeben worden. Wer in der Abstimmung um den Preis der „Freie Presse“-Leser auf den Spitzenplätzen landete.

Vogtland.

Bei den Leserinnen und Lesern der „Freien Presse“ stehen Engagement für die Zukunft der regionalen Landwirtschaft, Zivilcourage sowie der Einsatz für die Demokratie hoch im Kurs. Vogtländerinnen und Vogtländer, die das in diesem Jahr unter Beweis gestellt haben, landeten bei der Wahl der Vogtländer des Jahres 2024 ganz vorn. Die Abstimmung um den Preis der „Freie Presse“-Leser fand in diesem Jahr zum 21. Mal statt. Und das sind die Ergebnisse:

Platz eins: Kämpferin für Zukunft der regionalen Landwirtschaft

Tanja Turki war das Gesicht der Bauernproteste im vergangenen Winter im Vogtland.
Tanja Turki war das Gesicht der Bauernproteste im vergangenen Winter im Vogtland. Bild: Ellen Liebner/Archiv

Tanja Turki aus Weischlitz packt an. Das hat die Landwirtin in diesem Jahr gleich mehrfach bewiesen. Die 30-jährige Vogtländerin setzte sich im vergangenen Winter an die Spitze der Bauernproteste im Vogtland. Sie koordinierte die Aktionen der Landwirte und Handwerker, wirkte als Sprecherin der Initiative „Wir für Zukunft- Vogtland“, fand bis nach Berlin Gehör.

Auch kurz vor dem Jahreswechsel packt Tanja Turki noch an. Aber ganz anders als im Winter - denn als die „Freie Presse“ am Montag bei der Weischlitzerin anruft, um ihr zum Ehrentitel „Vogtländerin des Jahres“ zu gratulieren, da baut sie mit ihrem Lebensgefährten gerade einen Unterschlupf für ihre Jungfohlen. „Krass, verrückt, danke!“, entfährt es der Landwirtin als erste Reaktion auf das Ergebnis des Leservotums. 380 Stimmen per Telefon- und Online-Abstimmung konnte Tanja Turki für sich verbuchen - mehr als 20 Prozent.

2024 sei ein sehr bewegtes Jahr für sie gewesen, mit Erfolgen, neuen Aufgaben wie jener als Gemeinderätin in Weischlitz, aber auch schwierigen Situationen, sagt Tanja Turki. Sie erlebte Anfeindungen, ihre Pferde wurden verletzt. Für das neue Jahr wünscht sie sich vor allem eines: „Ich möchte zur Ruhe kommen.“

Platz zwei: Zwei mutige Männer bezwingen Schmuckdieb in Ellefeld

Heinz Protze (links) und Daniel Setzer haben durch ihre Zivilcourage einen Schmuckdieb gefasst.
Heinz Protze (links) und Daniel Setzer haben durch ihre Zivilcourage einen Schmuckdieb gefasst. montage: Daniel Rötzschke

Platz zwei belegt das Duo Heinz Protze (63) und Daniel Setzer (31) aus Auerbach. Der Fahrer beim DRK und der Catering-Koch vereitelten im September die Tat eines Diebes. Beherzt bezwangen sie einen 31-Jährigen, als dieser mit dem Schmuck des Ellefelder Juwelier-Ehepaar Knoll flüchten wollten. Sie hielten ihn so lange fest, bis die Polizei eintraf. Inzwischen wurde der Ungar vom Amtsgericht in Zwickau zu einem Jahr und sechs Monaten Haft verurteilt. „Ich denke, der Täter wird aus seiner Tat lernen“, so Heinz Protze. Daniel Setzer, der auch vor Gericht als Zeuge gefragt war, zeigte sich überrascht über das hohe Strafmaß. Für ihn jedoch eine angemessene Strafe.

Was sagen die beiden Helden zum zweiten Platz bei der Leserabstimmung? „Es freut mich“, sagt Setzer und Protze findet es klasse, dass fast 300 Stimmen beim Voting zum Vogtländer des Jahres auf sie beide fielen. Einig sind sich die zwei auch in diesem Punkt: Sie würden jederzeit wieder helfen, befände sich ein Mensch in Gefahr.

Platz drei: Aktiv geworden für die Demokratie

Jonas Uhlig organisierte im Januar eine Demonstration für Demokratie in Plauen.
Jonas Uhlig organisierte im Januar eine Demonstration für Demokratie in Plauen. Bild: Ellen Liebner/Archiv

Den dritten Platz hat Jonas Uhlig ergattert. Der 24-Jährige hatte im Januar in Plauen eine Demonstration für Demokratie mitorganisiert. Mit 500 Teilnehmern hatten die Initiatoren gerechnet, mehr als dreimal so viele kamen. Für sein Engagement erhielt der Vogtländer bei der Leserabstimmung 233 Stimmen. Die Freude über Platz drei ist groß, als er von dem Ergebnis erfährt. „Ich konnte vorher nicht einschätzen, ob ich eine Chance habe“, sagt er.

Die Demonstration vom Winter habe lange nachgehallt, viele Reaktionen, Diskussionen zur Folge gehabt. Dass da fast 2000 Menschen auf dem Altmarkt standen, das hätte bei ihm eine Gänsehaut ausgelöst. „Ich war völlig perplex“, sagt Jonas Uhlig noch heute. Auch ein Ergebnis: „Die AfD hat ihr wahres Gesicht gezeigt.“ Schon kurz nach der Demo hatte die Partei im Vogtland gedroht, Theater und Diakonie zur Neutralität verpflichten zu wollen - beide Institutionen hatten die Proteste auf dem Altmarkt unterstützt. Was wünscht sich Jonas Uhlig fürs neue Jahr? „Dass wir als Gesellschaft wieder mehr zusammenrücken, nachdenken und besonnen reagieren.“

Wegen Unregelmäßigkeiten bei der Telefonabstimmung ist eine der nominierten Personen aus der Wertung genommen worden. Damit gingen neun Vorschläge ins finale Rennen um die Wahl zum Vogtländer des Jahres. (cze/nd)

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