Friedlicher Protest gegen Neonazis

Plauen.

Mit Lichterketten, Kerzen und fröhlicher Musik haben mehrere Dutzend Vogtländer am Freitagabend am Plauener Nonnenturm ein Zeichen für Vielfalt gesetzt. "Wir stehen für Demokratie, Toleranz und Menschenwürde", sagte Pfarrer Hans-Jörg Rummel vom Runden Tisch für Demokratie und Toleranz, welcher die Kundgebung organisiert hatte.

Anlass des friedlichen Protests war eine zeitgleich stattfindende Kundgebung der rechtsextremistischen Kleinstpartei Dritter Wegs an der Melanchthonstraße. Vertreter der rechtsextremistischen Partei kritisierten dort die Zuwanderungspolitik der Bundesregierung und wetterten gegen kriminelle Ausländer. Die Kundgebung der Neonazis war eine Reaktion auf die Messerstecherei am Dienstag am gleichen Ort.

Laut Polizei und Versammlungsbehörde verliefen beide Kundgebungen ohne Zwischenfälle. Auf beiden Seiten wurden etwa 80 Personen gezählt.

Vor den Kundgebungen hatte es unter anderem Auflagen bezüglich der Lautstärke gegeben. Die Polizei kontrollierte dies, stellte jedoch keine Überschreitung der vorgegebenen Richtwerte fest.

Menschen mit Migrationshintergrund wurde empfohlen, den Kundgebungsbereich der Neonazis zu meiden. Dort sprachen unter anderem der Plauener Stadt- und Kreisrat des Dritten Wegs, Tony Gentsch. Dieser bezeichnete den Terroranschlag eines rechtsextremistischen Schützen in Halle als "Einzeltat". Bei der Kundgebung sprach auch Rico Döhler, der früher für die Revolutionäre Nationale Jugend aktiv war und inzwischen zum Dritten Weg gewechselt ist. Die Kleinstpartei wird vom Verfassungsschutz beobachtet. (nd)

 

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