Krisenstab: Quartett soll im Ernstfall Plauen führen

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Stadt setzt auf Strukturen, die sich beim Fund von Bomben bewährt haben

Plauen.

Coronakrise, Ukrainekrise, Energiekrise ... Die Stadtverwaltung Plauen hat am Mittwoch ihren neu aufgestellten "Stab für außergewöhnliche Ereignisse" vorgestellt. Das Wort Krise haben Oberbürgermeister Steffen Zenner (CDU) und die Personalchefin der Stadtverwaltung, Carola Blume-Brake, bewusst vermieden. Denn trotz schwieriger Zeiten mit komplexen Konflikten und "Sonderlagen", wie es im Krisenjargon heißt, will die Stadtspitze verantwortungsbewusst und professionell vorgehen, statt unnötig Öl ins Feuer zu gießen.

Die Krisenregie liegt beim Vogtlandkreis, eine enge Kooperation sei nötig. Die Leitung des Plauener Stabes samt Einberufungsbefugnis liegt bei OB Zenner. Zur Koordinierungsgruppe gehören weiterhin der für Sicherheit und Ordnung zuständige Fachbereichsleiter Martin Gabriel, der OB-Büroleiter Lars Krämer und die für Personal und Organisation zuständige Carola Blume-Brake. Die Vertretung ist geregelt, nach Bedarf werden Berufsfeuerwehr, IT-Experten oder Vertreter anderer Fachbehörden hinzugezogen. Und die Pressestelle, um den Informationsfluss im Krisenfall zu sichern.

Dabei greife man auf Bewährtes zurück: Die Erfahrungen im Bereich von Hochwasser- und Sturmeinsätzen oder insbesondere auch die im Falle von Bombenfunden funktionierenden festen Abläufe sollen auch für andere "Ereignisse" genutzt und angepasst werden. "Die bisher gelebte Praxis", sagte Steffen Zenner, werde jetzt festgezurrt. Die Stabsmitglieder sollen Schulungen samt Krisenszenarien erhalten.

Ein Krisenstab braucht auch eine Infrastruktur: Als Ort ist im Rathaus der Konferenzraum 154b vorgesehen. Der wirkt zwar im Mahagoni-Look aus den 1970ern etwas antiquiert, soll aber für die Stabsarbeit ausgestattet werden. Da beispielsweise im Blackout-Fall nur eine Stunde lang die Stromversorgung zum Herunterfahren der Computer gewährleistet sei, müsste der Stab dann in die Rettungswache Poeppigstraße ziehen. Dort gibt es ein leistungsfähiges Notstromaggregat.

All das müsse jedoch situativ, je nach Krisenfall, gelöst werden. Für den Fall zusammenbrechender Kommunikationssysteme hat Personalchefin Blume-Brake eine Mappe mit wichtigen Daten und Kontakten angelegt. Dass es soweit kommen könnte: hoffentlich nicht. Doch vorbereitet müsse man sein, hieß es.

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