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Stadt Plauen sucht Solar-Standorte: Feuerwache ja, Festhalle nein

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Die Stadt will und muss Energiekosten drücken. Warum manche Gebäude für Fotovoltaik geeignet sind und andere nicht.

Plauen.

Plauens stadteigene Immobilien könnten zu 80 Prozent mit Solarstrom versorgt werden - zumindest theoretisch. Die installierte Leistung beträgt aktuell 750 Kilowatt-Peak (kWp), womit sich der Stromverbrauch von knapp 200 Zwei-Familien-Haushalten decken ließe, und soll rasch wachsen. In den Jahren 2023/24 ist das Errichten von Fotovoltaik-Anlagen auf dem Stadtbad und in beiden Freibädern vorgesehen, in der Summe ein Zuwachs von rund 500 kWp.

Seit Montagabend ist klar: Die Stadtverwaltung wird jetzt zügig ausloten, ob da noch deutlich mehr geht. Der Stadtbau- und Umweltausschuss hat einen CDU-Beschlussantrag bestätigt. Das Rathaus soll demnach zeitnah eine Liste von Gebäuden und Grundstücken vorlegen, die für Solarstrom-Nutzung geeignet sind. Um auf Grundlage der kommunalen Möglichkeiten "ideologiefrei einen gesunden Energie-Mix" zu schaffen, wie es der CDU-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Jörg Schmidt, formulierte.

Dennoch hätte die Stadt auf dem Weg zum Energie-Mix schon deutlich weiter sein können. Bereits vor drei Jahren gab es einen ähnlich lautenden Beschlussantrag der Linken, der jedoch keine Mehrheit fand. "Ich freue mich, dass die CDU das jetzt auch will", merkte Alice Schubert, die für Die Linke als beratende Bürgerin dem Ausschuss angehört, ironisch an. "Das war mir nicht bewusst", sagte dazu Baubürgermeisterin Kerstin Wolf (parteilos). Doch ob 2019 oder 2022 - in ihrer Stellungnahme begrüßte sie den Antrag. Solarenergie helfe der Stadt, um langfristig Kosten- und Versorgungssicherheit sowie eine Entlastung des Haushaltes zu erreichen.

Wie geht es nun weiter? Diese Frage beantwortete Paula Müller, die seit April 2021 als Plauens Energiemanagerin im Rathaus tätig ist. Die Stadt hat bereits fünf Immobilien aufgelistet, die nach einer ersten Vorprüfung als geeignet erscheinen. Dazu gehören insbesondere vier Schulen, die es zusammen auf eine Kapazität von 425 kWp bringen: Der Turnhallen-Anbau in Jößnitz war bereits für 2024 vorgesehen, fiel in den Haushaltsberatungen durch und kommt jetzt erneut in Frage. Ebenso stehen Allendeschule sowie Turnhalle und Gebäude der Herbartschule auf der Liste der Stadtverwaltung. Auch das Schulgebäude in Neundorf wäre geeignet, wird allerdings teilweise durch einen Schornstein verschattet. Der müsste zunächst abgerissen werden.

Die mit Abstand größte Energiemenge ließe sich in der Feuerwache an der Poeppigstraße gewinnen. Das 3000 Quadratmeter große Pultdach erlaubt Fotovoltaikanlagen mit 500 kWp Kapazität. Und weil die Heizung dort in die Jahre gekommen ist, spricht jetzt vieles für eine moderne Lösung unter Nutzung der Sonnenenergie.

Doch nicht jedes städtische Gebäude ist geeignet. So kam im Ausschuss die Frage auf, ob sich die Festhalle mit Solarmodulen ausstatten ließe. Doch die Statik ist das Problem, hieß es seitens der Stadt. Zwar bietet das Flachdach viel Platz, jedoch setzen zulässige Schneelasten Grenzen. Und das Rathaus mit seinen immensen Dachflächen? Dort stehen Belange des Denkmalschutzes entgegen. Kurzfristig sei eine Nutzung für Fotovoltaik daher dort nicht machbar.

Im Vergleich mit dem Vogtlandkreis, der bislang über Fotovoltaik-Anlagen mit insgesamt 125 kWp verfügt, steht die Stadt Plauen deutlich besser da. Die aktuell 750 kWp entsprechen dem sechsfachen Wert. Mit vorhandener und fest geplanter Fotovoltaik-Nutzung zuzüglich der fünf Vorschläge käme die Stadt auf 2175 kWp: gegenüber der Jetzt-Situation eine Verdreifachung. Auch der Kreis lotet aus, wie er bei Sonnenenergienutzung zulegen kann.

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