Gerd Betka bei einer Veranstaltung der „Freien Presse“. Das Foto entstand rund zwei Wochen vor seinem Tod.
Gerd Betka bei einer Veranstaltung der „Freien Presse“. Das Foto entstand rund zwei Wochen vor seinem Tod. Bild: Cornelia Henze
Reichenbach
Er war ein vogtländischer Vollblut-Journalist: „Freie Presse“-Redakteur Gerd Betka ist tot

Der Lokalredakteur ist am Sonntag im Alter von 62 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Es trauern seine Frau, zwei erwachsene Söhne – und alle seine Kollegen.

Reichenbach.

„Sorry. Hab jetzt keine Zeit. Beitrag muss fertig werden.“ Wenige Tage vor seinem Tod schreibt Gerd Betka die kleine Textnachricht an eine Kollegin. Drei Sätze, die über ihn viel aussagen und bewusst werden lassen, wen unser Reporter-Team im Vogtland verloren hat. Einen Menschen, dessen Wort und Rat im Kollegenkreis etwas galten. Zuverlässig, pflichtbewusst, hilfsbereit, wertschätzend, nahbar. Gerd Betka ist am Sonntag an einem Herzinfarkt gestorben. Einen Tag zuvor beendete er seinen letzten Artikel für die „Freie Presse“ zur bevorstehenden Lichterfahrt in Limbach.

Er lebte seine Arbeit

Gerd Betka war Lokaljournalist durch und durch. Er lebte seine Arbeit, stellte sie an vielen Tagen über sein Privatleben. Vielleicht an zu vielen Tagen. Noch ein Termin. Noch ein Text. Gerd Betka saß auch noch am späteren Abend in der Redaktion, manchmal am Wochenende. Lokalpolitik, Kultur, Sport: Für fast vier Jahrzehnte galt Gerd Betka im Göltzschtal als Reporter-Institution.

Der „Bergkeller“ in Reichenbach war zeitweise Gerd Betkas zweites Wohnzimmer.
Der „Bergkeller“ in Reichenbach war zeitweise Gerd Betkas zweites Wohnzimmer. Bild: Gerd Betka

Kritisch und mit feinem Gespür pickte er das Geschehen in Reichenbach und vor 2009 von Treuen auf. Im Ton manchmal ruppig – aber niemals unfair. Im Fokus immer der Bürger. Sein Herz jedoch schlug für die Kultur. Gerd liebte ausdrucksstarke Bilder, laute Rockmusik. In Musikklubs wie dem „Bergkeller“ in Reichenbach, der „Ranch“ in Plauen und zum Theaterherbst in Greiz war er nicht nur Journalist. Dort war er Mensch, holte sich Inspiration, wie auch auf privaten Touren mit der Kamera.

Die Welt ist stehengeblieben

Auch wenn Gerd Betkas Lebensmittelpunkt mit Frau Katrin und den beiden Söhnen für viele Jahre im Erzgebirge war, ist er im Herzen doch immer Vogtländer geblieben. Das Elternhaus steht in Kottengrün, auf der EOS in Auerbach machte er sein Abitur. Nach dem Journalistikstudium in Leipzig zog es ihn ab 1986 zur „Freien Presse“ – in die Heimat, die Lokalredaktionen Auerbach (bis 2009) und Reichenbach als Lokal- und zeitweise auch Sportredakteur.

Mit der Nachricht vom plötzlichen Tod unseres Kollegen Gerd Betka ist für die Vogtland-Redaktion der „Freien Presse“ die Welt stehengeblieben und still geworden. Wir werden ihn vermissen, seinen Rat, seine Kollegialität, seinen mitunter schrägen Humor. Mach‘s gut, lieber Gerd. (cze)

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