Lasershow, Saitenhexer und tolle Stimmen

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Das 10. Artrock-Festival in Reichenbach hat mit einer genialen Mischung aus Alt und Neu begeistert. Warum es dabei eine Menge Herzmomente gab.

Reichenbach.

Bevor am Sonntagabend die italienische Band The Watch mit frühen Genesis-Titeln und die von Pink Floyd angehauchte Band RPWL aus Freising nach den Krautrockern von Birth Control das stimmungsvolle Finale gestalteten, hielt das 10. Artrock-Festival im Neuberinhaus schon jede Menge Gänsehautmomente bereit.

Nachdem Manuel Leicht aus Plauen am Freitag den Keyboardteppich ausgelegt hatte, zauberte Aphodyl aus Zossen einen Herzmoment. Nicht nur, dass Sängerin Yvonne "Yvi" Broszeitis als absolute Rockröhre gefiel. Beim Dank, hier auftreten zu können, standen ihr die Tränen in den Augen. "Aphodyl wollte schon länger beim Artrock-Festival spielen. Doch dann verstarb Bandchef Holli 2018. Wir erfüllen heute also ein Vermächtnis", sagte sie. Artrock vom Feinsten bot Stern Meißen. Dabei ging Festivalchef Uwe Treitinger das Herz auf: Denn sein allererstes Rockkonzert in seiner Jugend war Stern Meißen im Neuberinhaus. Neben Klassikern und neuen Stücken erklang "Das große Tor von Kiew". "Es war uns wichtig, das zu spielen. Ihr wisst, warum", erklärte Urgestein Martin Schreier dem Publikum.

Am Samstag entführte Wolfgang "Paule" Fuchs mit elektronischem Instrumentalrock von Pond in die Weiten des Universums. Videoeinspieler und Lasershow begeisterten.
The Progressive Souls Collective und ihr Album "Sonic Birth" kannten vorher nicht viele. Umso größer war die Überraschung: Frischer, junger Progrock. Und dann dieser Sänger: Vladimir Lalic aus Belgrad, Jahrgang 1983, Maler und Musiker. Was für eine Präsenz! Was für eine Stimme! Wow! Im Neuberinhaus fanden dabei auch die Videoaufnahmen für die Live-DVD des Projekts statt.
In der Progszene gibt es mindestens zwei Musiker, die jedermanns Liebling sind. Eine davon ist die italienische Gitarristin Marcella Arganese, die diesmal mit Ubi Maior auftrat und von Uwe Treitinger eine Rose überreicht bekam. Der Zweite ist der britische Bassist Jon Jowitt (Ark, IQ, Arena, Jadis), der mit Rain in Reichenbach gastierte. Statt Blümchen gab es für ihn eine Umarmung.

Saitenhexer Rowan Robertson, einst bei der Heavy-Metal-Band Dio, bot mit seinen drei italienischen Begleitern, darunter Sänger Piero Leporale, astreinen Hardrock von Dio, Black Sabbath und Rainbow. Kein Artrock, aber Rock 'n' Roll.
Oberbürgermeister Raphael Kürzinger (CDU), der am Freitag die Fans begrüßte, freut sich, dass das Festival Künstler und Gäste aus vielen Ländern vereint und Reichenbach somit bekannt macht. Die Stadt gibt 8000 Euro Zuschuss. Vor dem Hintergrund, dass der Vogtlandkreis das Neuberinhaus loswerden will, versprach der OB, sich für die Zukunft des Hauses einzusetzen.

Das sagen die Besucher

Marita Horvath aus Köln: "Ich bin zum vierten Mal in Reichenbach dabei und freue mich besonders auf RPWL, Pond, Ubi Maior und The Watch. Auch diesmal werde ich jede Menge Fotos schießen. Nicht nur von den Bands, sondern auch vom Drumherum. Daraus wird wieder ein neues Fotobuch. Einige der Bücher stehen bei Festivalchef Uwe Treitinger im Bergkeller."

Ute Schönherr aus Holland: "Ich kenne das Festival, als es noch an der Göltzschtalbrücke stattfand. Wahnsinn, dass jetzt schon die zehnte Auflage steigt. Überrascht hat uns gleich am Freitag Aphodyl. Diese Band haben wir gleich in unseren Club Progfrog eingeladen, den mein Mann und ich in Holland betreiben."

Aloys Martens aus Holland, stilecht im Oranje-Shirt: "Der familiäre Charakter des Festivals ist toll. Besonders angetan bin ich bei meiner fünften Teilnahme von der schwedischen Band Ritual und von The Progressive Souls Collective. Ich bin froh, dass es nach Corona endlich wieder losgeht. Ich denke, dass die Gaststätten in Reichenbach, in die ja viele Festivalgäste strömen, mit einem Artrock-Menü noch mehr punkten könnten."

Thomas "Onkel Tom" Kammerer aus Achern im Schwarzwald: "Das ist meine Premiere. Die anderen aus unserer Gruppe waren schon öfter hier. Wir fahren pro Jahr zu fünf bis zehn Festivals. Obwohl unsere Kutten das vermuten lassen, lieben wir nicht nur Metal. Manuel Leichts Keyboard-Welten fanden wir klasse." 

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