Trotz Zoff mit Trägerverein: Ibug-Festival startet wie geplant

Das Kulturtragwerk Sachsen hat überraschend den Kooperationsvertrag gekündigt. Der Ibug-Verein räumt Fehler ein. Derweil reisen die ersten Künstler in Reichenbach an.

Reichenbach/Chemnitz.

Eine Woche vor dem scharfen Start des urbanen Kunstfestivals Industriebrachenumgestaltung, kurz Ibug, im vogtländischen Reichenbach gibt es hinter den Kulissen Ärger.

Der Verein Kulturtragwerk Sachsen (KTW) aus Chemnitz, der bislang Träger des Festivals war, hat am Montag dieser Woche seinen Kooperationsvertrag mit dem Ibug-Verein gekündigt. Daniel Schneider vom KTW macht dafür "massive Vertragsverletzungen" verantwortlich. Anders als vorgeschrieben, seien die Fördermittelgeber und der Träger nicht in allen relevanten Veröffentlichungen des Projektes genannt worden. Auch habe er mit Nachdruck darauf hingewiesen, dass die Vergabeordnung ab einer bestimmten Summe einzuhalten ist. Wenn man gegen die Vorgaben verstößt, riskiere man die Rückforderung der gesamten Förderung, argumentiert er. 


Projektmanager Thomas Dietze vom Vorstand des Ibug-Vereins stellt nach dem Zoff eine Botschaft voran: "Das Ibug-Festival im ehemaligen Bahnbetriebswerk Reichenbach findet wie geplant statt. Der Aufbau ist so weit vorangeschritten, dass wir es auf jeden Fall durchführen können." Zu den KTW-Vorwürfen räumt Dietze ein: "Es gibt Punkte aus dem Vertrag, wo seitens des Ibug e. V.  Fehler gemacht wurden, die aber teils schon vor der Kündigung wieder behoben wurden." Das betreffe in der Tat die Nennung der Fördermittelgeber und des Trägers. Auf den Plakaten habe man das KTW vergessen. Auf 40 Plakaten in Chemnitz wurden daher nachträglich Aufkleber angebracht. Auch auf der Internetseite und in Videos im Netz seien inzwischen alle Beteiligten genannt. Damit die bewilligten Fördergelder  jetzt auch beim Festival ankommen, gibt es Gesprächsbedarf mit den Förderern. Nächste Woche habe er einen Termin bei der Kulturstiftung Sachsen, kündigt Dietze an.

Mitte dieser Woche reisten die ersten der rund 100 Künstler aus 13 Nationen an. An zwei Wochenenden, vom 23. bis 25. August sowie vom 30. August bis 1. September, können Besucher in der Ausstellung auf Zeit eine Symbiose aus Malerei und Graffiti, Illustrationen und Installationen, Performance und Multimedia erleben. (gb)
 

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