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Wie das Steinbeis-Transferzentrum Forschung in die Praxis bringt.
Das Thema Energieeffizienz ist heute nicht nur ein Kostenfaktor, es ist eine Zukunftsfrage. Seit fast drei Jahrzehnten begleitet das Steinbeis-Transferzentrum Energie- & Umwelttechnik (STZ) Unternehmen, Kommunen und Einrichtungen auf diesem Weg. 1996 aus der Professur Technische Thermodynamik der TU Chemnitz hervorgegangen, ist das STZ heute Teil des internationalen Steinbeis-Verbundes mit über 700 Unternehmen in 50 Ländern. Die Aufgaben reichen von Forschungsprojekten zur Energietechnik über Beratungen zum effizienten Energieeinsatz bis hin zur Planung innovativer Versorgungslösungen wie Blockheizkraftwerke, Wärmepumpen oder Nahwärmenetze. Dabei versteht sich das Zentrum als unabhängiger und objektiver Ansprechpartner für Industrie und Kommunen. "Unser Fokus liegt nicht nur auf der Planung solcher Projekte, sondern vor allem in der Forschung. Wir fangen dort mit forschen an, wo andere aufhören", beschreibt Institutsleiter Thomas Freitag den Anspruch.
Elldus Ressort: Innovatives Energiekonzept in Oberwiesenthal
Wie aus Forschung praktische Lösungen entstehen, zeigt das Elldus Resort im Kurort Oberwiesenthal. Mit 120 Apartments, Restaurants, Spa, Reithalle und großem Indoorspielbereich zählt es zu den größten Beherbergungsbetrieben in der höchstgelegenen Stadt Deutschlands. Und es zählt zu den innovativsten - dank des Energiekonzepts, das seit 2013 gemeinsam mit dem STZ entwickelt wurde. Die Überlegung: In der Kostenstruktur eines Hotelbetriebes sind die Ausgaben für Energie und Wärme ein wesentlicher Faktor. Wenn sich das Haus in einer topografischen Lage wie Kurort Oberwiesenthal befindet, kann sich das schnell zu einem sehr großen Kostenpunkt entwickeln. Somit verursacht die Energieversorgung - nach den Personalkosten - die meisten Ausgaben für das Resort. Vor diesem Hintergrund erarbeitete das STZ Lösungen, um so viel Wärme und Strom wie möglich am Standort energieeffizient und emissionsarm selbst zu erzeugen. Bereits 2015 nahm das erste Blockheizkraftwerk den Betrieb auf, ein zweites folgte 2020. Ergänzt wird das System seit 2020 durch eine Photovoltaikanlage, deren Strom direkt im Resort genutzt wird. Großverbraucher wie Saunen oder Kühlhäuser laufen dabei über ein Lastmanagement, das Stromspitzen vermeidet und so Kosten reduziert.
Nächste Stufe: Wärmepumpen und E-Mobilität
2024 ging die nächste Ausbaustufe ans Netz: vier leistungsstarke Luftwärmepumpen mit 200 kW, kombiniert mit einer Erweiterung der Photovoltaik um 140 kWp. Das Ergebnis: Der CO2-Ausstoß sank insgesamt um mehr als 40 Prozent, die Energiekosten sanken weiter und die Abhängigkeit von fossilen Energien wurde deutlich reduziert. Auch E-Mobilität ist Teil des Gesamtkonzepts: Ladepunkte für Gäste und Mitarbeitende, Strom aus eigener Produktion und eine wachsende Elektroflotte. Unterm Strich überzeugt das Konzept nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch. Mehrere Hunderttausend Euro Energiekosten wurden bereits eingespart, die Investitionen amortisieren sich in wenigen Jahren: Bereits nach etwa acht Jahren ist mit einer Refinanzierung zu rechnen, sodass die Einsparungen langfristig in neue Projekte, Modernisierungen oder zusätzliche Nachhaltigkeitsmaßnahmen reinvestiert werden können.
Nächster Schritt: Die thermische Nutzung von Seewasser
Das Steinbeis-Transferzentrum Energie- & Umwelttechnik zeigt am Beispiel des Elldus Resort, wie Forschung, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit ineinandergreifen können. Die Projekte beweisen, dass sich Klimaschutz und Komfort nicht ausschließen - sondern im besten Fall sogar gegenseitig beflügeln. Und die Zukunft? Die liegt vielleicht schon vor unserer Haustür - oder im Wasser eines Sees. Denn der nächste Schritt ist bereits in Arbeit: die thermische Nutzung von Seewasser. Am Bärwalder See, dem größten See Sachsens, untersucht das STZ gemeinsam mit dem Elldus Resort die Möglichkeit, ein neues Familienhotel über Wärmepumpen mit Energie aus dem See zu versorgen. Dazu wurden Temperaturdaten und Heizlastprofile ausgewertet, verschiedene Anlagenvarianten durchgerechnet und ein hydraulisches Konzept entwickelt. Neben Heizung und Warmwasser sieht es auch eine passive Kühlung über das Seewasser vor. Die Ergebnisse sprechen für sich: hohe Effizienz, geringe Emissionen und wirtschaftlich tragfähig.
Steinbeis-Transferzentrum
Energie und Umwelttechnik
Hauptstraße 17
09376 Oelsnitz
E-Mail: [email protected]





