Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit und Kronprinz Haakon besuchten 2024 Deutschland. (Archivbild)
Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit und Kronprinz Haakon besuchten 2024 Deutschland. (Archivbild) Bild: Jens Kalaene/dpa
Wissenschaft
Lungenfibrose – manchmal hilft nur eine Transplantation

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Lungenfibrose lässt das Gewebe vernarben und erschwert die Atmung. Medikamente können das Fortschreiten bremsen – doch oft bleibt nur eine Transplantation als Ausweg. Wie das Leben danach weitergeht.

Berlin.

Bei einer Lungenfibrose, unter der die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit leidet, vernarbt das Gewebe des Organs immer stärker. Die Atmung wird erschwert. Die Krankheit ist nicht heilbar, ihr Voranschreiten kann jedoch durch Medikamente oder Bekämpfung der Ursachen verzögert werden. Manchmal muss die Lunge transplantiert werden – so wie bei Mette-Marit, die nun eine neue Lunge erhalten hat.

Lungenfibrose ist ein Sammelbegriff, der verschiedene Erkrankungen umfasst. Zu den möglichen Auslösern zählen unter anderem Lungenkrankheiten, Allergene, rheumatoide Arthritis und Medikamente. Allen Erkrankungen gemeinsam ist eine chronische Entzündung des Lungengewebes, das dabei zunehmend vernarbt. Dadurch kann Sauerstoff immer schlechter von den Lungenbläschen aufgenommen werden und in den Blutkreislauf gelangen. 

Es kommt zunächst bei körperlicher Belastung zu trockenem Reizhusten und Atemnot durch erschwertes Einatmen, später geschieht dies auch im Ruhezustand. 

Lungentransplantation verlängert Leben deutlich

In Deutschland kann ein Patient auf eine Warteliste für eine Lungentransplantation kommen, wenn die Lebensqualität hochgradig eingeschränkt oder das Leben gefährdet ist und weitere Bedingungen erfüllt sind.

Im Jahr 2025 gab es der Deutschen Stiftung Organtransplantation zufolge insgesamt 334 Lungentransplantationen wegen verschiedener Erkrankungen. Im Vergleich zum Leben vor der Transplantation gebe es danach einen deutlichen Zugewinn der Lebensqualität.

"Das Leben danach ist nicht so wie das 20 Jahre zuvor. Es ist ein neues Leben", sagt Fabio Ius, Leiter des Lungentransplantationsprogramms an der Medizinischen Hochschule Hannover. Viele transplantierte Menschen könnten nach einigen Wochen aber wieder arbeiten. 

Lebenslang Medikamente notwendig

Damit das Organ nicht abgestoßen wird, seien lebenslang Immunsystem unterdrückende Medikamente nötig. Dadurch sei der Körper anfälliger für Infekte und insbesondere für die der Lunge, da sie sehr viel Kontakt zur Außenwelt habe. "Ohne Mundschutz sollten Betroffene im Winter weder im Zug noch im Flugzeug sitzen."

Nach mehreren Jahren könne es bei einigen Transplantierten zu einer chronischen Abstoßung der Lunge kommen. "Die Organfunktion nimmt trotz Immuntherapie ab", sagt Ius. In ausgewählten Fällen werde dann erneut transplantiert. Die nötigen Medikamente hätten auch Auswirkungen auf das Herzkreislaufsystem, die Nierenfunktion, die Entwicklung von Tumoren und könnten Diabetes verstärken. 

Mittlerweile deutlich höhere Lebenserwartung

Laut Lungeninformationsdienst ist die Lebenserwartung nach einer Lungentransplantation in den vergangenen Jahren stark gestiegen. "Mittlerweile ist zu erwarten, dass Patienten, die heute transplantiert werden, Lebenserwartungen von deutlich über zehn Jahren haben." Es gebe bereits die ersten Patienten, die 20 bis 25 Jahre sehr erfolgreich transplantiert sind, schreibt der Lungeninformationsdienst.

Ende 2025 standen in Deutschland laut Eurotransplant 323 Menschen auf der Warteliste für eine Spenderlunge. Die Wartezeit beträgt laut DSO mehrere Monate und hängt unter anderem von der Dringlichkeit und den Erfolgsaussichten ab. 2025 habe es 411 Anmeldungen für die Warteliste für Lungentransplantationen gegeben, rund 150 davon nach Angaben der DSO wegen Lungenfibrose. 

Es mangelt an Spendern – Neuregelung in Sicht?

Auch mit Blick auf andere Spenderorgane sind die Wartelisten lang. Obwohl im vergangenen Jahr etwas mehr Menschen nach ihrem Tod Organe gespendet haben als noch im Vorjahr, reicht die Spendebereitschaft längst nicht aus. 3.150 Menschen erhielten laut DSO 2025 Spenderorgane – auf der Warteliste hätten Ende des Jahres rund 8.200 Menschen gestanden. 

Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern in Europa müssen verstorbene Personen in Deutschland zu Lebzeiten oder stellvertretend die Angehörigen einer Organentnahme explizit zugestimmt haben. Das könnte sich ändern: Eine Gruppe von Abgeordneten über Fraktionsgrenzen hinweg fordert eine grundlegende Neuregelung der Organspende in Deutschland. Ab dem Jahr 2030 soll ihrer Ansicht nach jede und jeder volljährige und einwilligungsfähige Mensch zunächst als Organspender gelten – außer, er widerspricht einer Organspende zu Lebzeiten ausdrücklich. Kritiker sehen darin jedoch einen Grundrechtseingriff. (dpa)

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