Lob gibt es für den Mut der Familie, die ihr Schicksal öffentlich gemacht hat. Fest steht schon: Der Erlös aus dem Stollenverkauf auf dem Weihnachtsmarkt wird gespendet. Was noch geplant ist.
Mitten in der Nacht und spontan ist die Entscheidung gefallen: Der Erlös aus dem Stollenverkauf auf dem Weihnachtsmarkt in Glauchau soll an die Aktion „Leser helfen“ und damit den mehrfach schwerstbehinderten Toni gehen. „Das stand für uns fest, als wir den ersten Beitrag zum Schicksal der Familie in der Zeitung gelesen haben“, sagt Jacqueline Rabe von der gleichnamigen Bäckerei. Durch den Stollenverkauf seien rund 150 Euro zusammengekommen, die an „Leser helfen“ gehen sollen.
Ideen für Benefizveranstaltung reifen
Aktive Unterstützung gibt es – neben vielen Leserinnen und Lesern der „Freien Presse“ – nun durch zwei Bäckereien. In der Bäckerei Rabe in der Innenstadt und der Bäckerei Zwicker in der Sachsenallee stehen Spendenbüchsen für „Leser helfen.“ Ziel sei es – auch durch Gespräche am Verkaufstresen – möglichst viele Leute zur Unterstützung zu animieren. „Wir tragen zudem erste Ideen für eine Benefizveranstaltung zusammen“, sagt Sindy Zwicker von der gleichnamigen Bäckerei. Sowohl Jacqueline Rabe als auch Sindy Zwicker engagieren sich auch in der Kommunalpolitik: Sie sitzen seit 2024 für „Wir für Glauchau“ im Stadtrat.
Schicksal sorgt für Gänsehaut
Großen Respekt zollt Heiko Zwicker der Familie des kürzlich acht Jahre alt gewordenen Toni. Seine Eltern Nancy Czok und Peter Münch machten das Schicksal ihres Sohnes für die Aktion „Leser helfen“ öffentlich, da sie ein neues und umgebautes Auto benötigen. „Dazu gehört großer Mut“, sagt Heiko Zwicker. Bei Sindy Zwicker sorgt die Geschichte von Toni, der im November 2017 direkt nach der Geburt reanimiert und beatmet werden musste, für Gänsehaut: „Wenige Sekunden beziehungsweise Minuten entscheiden über das Schicksal einer Familie.“
Toni lernt auf dem Terra-Nova-Campus in Chemnitz, einer Schule mit Förderschwerpunkt für körperlich-motorische Entwicklung. Der Achtjährige wird morgens abgeholt und nachmittags wieder nach Hause gebracht. Das konnte Jacqueline Rabe bei ihrer Liefertour, die in die Sachsenallee führt, mehrfach beobachten. „Erst durch die Berichterstattung und den Spendenaufruf habe ich erfahren, was alles hinter der Geschichte der Familie steckt“, sagt Jacqueline Rabe. (hof)






