Limbach-Oberfrohna darf wieder blitzen

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Weil Tempomessgeräte von einem Gericht als unzulässig eingestuft wurden, musste die Stadt neue beschaffen. Die ist nun da und im Einsatz.

Limbach-O./Hohenstein-E..

Temposünder hatten in Limbach-Oberfrohna in den vergangenen Monaten leichtes Spiel: Seit Mitte September konnte die Stadt keine Geschwindigkeitsmessungen mehr durchführen. Wer zu schnell fuhr, wurde nicht geblitzt - schlichtweg weil das Gerät dafür fehlte.

Unstimmigkeiten in der Messwertermittlung führten im Vorjahr dazu, dass der Blitzer der Firma Leivtec aus dem Verkehr gezogen werden musste. Das Oberlandesgericht Celle hatte entschieden, dass die Geräte von Leivtec kein standardisiertes Messverfahren mehr sind. Da die Geschwindigkeitsüberwachung seit dem Jahr 2009 allerdings in Händen der Kommunen liegt - Limbach-Oberfrohna ist auch für Niederfrohna und Hohenstein-Ernstthal zuständig -, hatte die Stadt die Aufgabe, schnellstens eine neue Messtechnik zu kaufen. Im November gab der Stadtrat dann grünes Licht für die 80.000 Euro teure Anschaffung, die vor wenigen Wochen ankam und jetzt im Einsatz ist.

Das neue Modell namens Vitronic Poliscan hat Vor- aber auch Nachteile gegenüber seinem Vorgänger, wie Sebastian Meyer, der Sachgebietsleiter für den Vollzugsdienst, gestern erklärte. Der größte Nachteil des neuen Blitzers ist tatsächlich seine Größe: Er ist höher, breiter und auffälliger - damit also schneller von Autofahrern zu erkennen, die möglicherweise zu zügig unterwegs sind und dadurch eher auf das Bremspedal drücken können. "Das alte Gerät war schnell zu montieren und für unserer Straßeninfrastruktur einfach optimal geeignet", sagt Sebastian Meyer. Doch es gab auch einen Nachteil: die Blitztechnik. Während das Gerät von Leivtec nur mittels eines Laserpunktes einen geringen Bereich abdecken konnte, schafft es das neue Modell durch einen Laserteppich, eine größere Fläche abzudecken. Die Mitarbeiter des Vollzugsdienstes seien bereits alle für das neue Gerät geschult worden, sodass der Blitzer nun wieder täglich von Montag bis Freitag aufgestellt werden kann - auf allen Straßen des Stadtgebietes, außer auf Autobahnen.

Durch den Ausfall des Blitzgerätes konnten im Vorjahr 45 Messungen durch die Stadt Limbach-Oberfrohna durchgeführt werden - im Jahr 2020 waren es 148. Geblitzt wurden bis Mitte September gut 1600 Temposünder - im Jahr davor waren es 5389. Die Geschwindigkeitsüberwachung finde grundsätzlich aktiv und passiv statt, so Sebastian Meyer. Aktiv in Form des Blitzers und einer Ahndung bei Verstößen, passiv in Form von mobilen Tafeln, die die Geschwindigkeit in in der Einheit km/h anzeigen oder mittels eines Smileys den Fahrer auf korrektes oder zu schnelles Fahren hinweisen. Die meisten Beschwerden von Bürgern, die sich mit der Bitte um Aufstellung eines Blitzgerätes an die Stadt wenden, stammen von Anwohnern bestimmter Straßen oder Wohngebiete, wie Thomas Luderer, der Leiter des Fachbereichs Ordnungsangelegenheiten, informiert. "Viele reden da schnell von Raserei. Aber am Ende ist das oft nur eine subjektive Wahrnehmung", sagt er. Besonders schmale Straßen in Rußdorf oder Kändler, die zur Erntezeit von modernen Traktoren durchfahren werden, seien prädestiniert dafür, von Bürgern als Schnellfahrzone empfunden zu werden. Dennoch werde, so Sebastian Meyer, derartigen Beschwerden nachgegangen. Seit 2017 misst Limbach-Oberfrohna verstärkt an Kitas, Schulen und Seniorenheimen. Geplant ist in diesem Jahr ein Pilotprojekt für Grundschüler namens "Blitz für Kids", das früh für Gefahren im Straßenverkehr sensibilisieren soll.

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