Die Rückkehr des Panorama-Restaurants

Nach dem Wechsel des Hotel-Betreibers wird das höchstgelegene Lokal in der Innenstadt wiedereröffnet. Bis Sommer soll es dort noch weitere Neuerungen geben.

Der Blick über die Stadt ist einzigartig. Vom Panorama-Restaurant im 26. Stock des Hotel-Hochhauses direkt neben der Stadthalle hat der Besucher freie Sicht über Chemnitz bis ins Erzgebirge - und das aus fast 100 Meter Höhe. Doch seit mittlerweile vier Jahren konnten nur noch wenige Gäste das Panorama genießen: Seit Mai 2014 war der reguläre Restaurant-Betrieb in der einstigen Jalta-Bar des früheren Interhotels Kongress eingestellt worden. Die ehemaligen Betreiber sprachen damals von einem Konzeptwechsel: Die Räume sollten nur für speziell organisierte Themenabende oder für gebuchte Veranstaltungen wie Hochzeiten oder Familienfeiern geöffnet werden - alle anderen mussten draußen bleiben.

Ab heute soll das nun wieder anders werden. Die neuen Betreiber von der Kölner Dorint-Gruppe hatten im Januar versprochen, das Panorama-Restaurant wiederzueröffnen. Eineinhalb Monate später ist es nun soweit: Mit einem Valentinstag-Dinner wird die Einrichtung der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht. Ab kommenden Montag soll dann auch wieder der reguläre Restaurant-Betrieb beginnen - montags bis samstags jeweils ab 18 Uhr.

Die Dorint-Gruppe hatte die Regie über das Hotel an der Theaterstraße zu Jahresbeginn übernommen. Dorint gehört nach eigenen Angaben zu den führenden Hotelketten auf dem deutschen Markt und betreibt europaweit 40 Häuser. Etwa 3300 Mitarbeiter sind in diesen Herbergen in Deutschland und in der Schweiz tätig.

Geführt wird das Chemnitzer Hotel von Oliver Walzer. Als wichtigstes Vorhaben hatte er angekündigt, das Haus zu modernisieren. Die Zimmer sollen bei laufendem Betrieb bis Jahresmitte saniert werden. Erneuert werden auch die Haustechnik sowie der Empfangsbereich und die Rezeption im Erdgeschoss. Unter anderem soll kostenfreies W-Lan installiert werden. Und auch das Panorama-Restaurant erhält eine Frischekur: Bis Sommer soll das Lokal renoviert und umgestaltet werden - die Betreiber versprechen dann "einen völlig neuen Look".

Zielgruppe für das Hotel seien vor allem Kongress-Teilnehmer, sagt Walzer: "Wir wollen das Hotel insbesondere bei Tagungsgästen verstärkt etablieren." Im Gebäude befinden sich fünf Tagungsräume. Außerdem gibt es einen direkten Zugang zur Stadthalle, in der größere Veranstaltungen möglich sind.

Das Hochhaus war zuletzt mehrfach verkauft worden. Für die jeweiligen Käufer war auch immer eine Option, das Gebäude komplett abzureißen und an der Stelle einen Neubau zu errichten. Diese Variante ist vom Tisch. Wegen fehlender Auslastung war allerdings zuletzt nur noch ein Teil der 29 Etagen bewirtschaftet worden.

Dabei bleibt es vorerst auch. Nach Angaben von Dorint werden nur die obersten sieben Etagen als Hotel betrieben. Exakt 101 Zimmer und Suiten stünden dort zur Verfügung - deutlich weniger als zuletzt, als um die 300 Zimmer im Angebot waren. Was mit den darunterliegenden Bereichen passiert, ist derzeit noch offen. Die Eigentümer hatten angekündigt, dort kleine Wohnungen einzurichten, die man beispielsweise an Studenten vermieten will. Termine für den Umbau gibt es bislang aber noch nicht. (mit dy/lumm)

 


Hochhaus aus grauem Beton

Das Bettenhaus des heutigen Dorint-Kongresshotels ist mit 97 Metern das zweithöchste Bauwerk der Stadt - nach dem Schornstein des Heizkraftwerks im Stadtteil Furth. Das Hotel, erbaut nach Plänen des Architekten Rudolf Weißer, wurde im Februar 1974 eröffnet. Die Fassade des Hotels war in den 1990er-Jahren saniert worden. Der graue Beton war schon zu DDR-Zeiten ein Notbehelf - ursprünglich wollten die Erbauer weißen Beton aus Ungarn - der war allerdings zu teuer.

Im "Interhotel Kongreß" gab es fünf Restaurants. Besonders beliebt war die Jalta-Bar. Die Nachtbar war wochenlang vorher ausgebucht. Sie galt als vornehmste und teuerste gastronomische Einrichtung der Stadt. Viele prominente Gäste der Stadthalle speisten dort - Johannes Heesters, Caroline Reiber, Ivan Rebroff und Gerhard Schröder. (jüw/dy)

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1Kommentare
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  • 1
    5
    Interessierte
    14.02.2018

    Eine schöne Erinnerung , der Treppenaufgang ist mir auch noch sehr bewußt .... ;-)

    Die Nachtbar war wochenlang vorher ausgebucht.
    ( da frage ich mich , wie wir da hinein gekommen sind , ohne gebucht zu haben ...

    weißen Beton aus Ungarn - der war allerdings zu teuer.
    ( das spielt natürlich heute keine Rolle mehr in dem reichen Westen , da ist immer für alles Geld da ...

    ( da wird erst einmal für wenig Geld geplant , sonst wird´s zu teuer - und dann wird weiter geplant und gebaut und man muß es dann bezahlen , weil man nicht zwischendrin wieder aufhören kann , auch , wenn es Jahrzehnte länger dauert ...



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