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Der Grobauer Ortsvorsteher Wolfgang Sörgel (rechts) diskutierte am Mittwochabend beim Bürgerforum in Weischlitz mit ÖPNV-Mitarbeiter Leif Irmscher (links).

Foto: Thomas Voigt

Dörfer vom Nahverkehr abgehängt?

Das geplante neue Nahverkehrs-Konzept fürs Vogtland stand am Mittwoch im Mittelpunkt eines Bürgerforums in Weischlitz. Für die Gemeinde spielen künftig Ruf-Busse eine große Rolle.

Von Thomas Voigt
erschienen am 09.02.2018

Weischlitz. Niemand in der Region wird künftig vom Nahverkehrsnetz abgehängt, so die Botschaft der Verantwortlichen vom Verkehrsverbund Vogtland (VVV). Sie luden am Mittwochabend zum offenen Bürgerforum in die Weischlitzer Südscheune ein. Hintergrund ist ein neues Verkehrskonzept im Busverkehr. Alle Leistungen werden neu vergeben. Bis Oktober 2019 soll der Plan umgesetzt werden.

Das Forum stieß auf großes Interesse. Kein einziger Platz blieb im Versammlungsraum unbesetzt. Nicht nur Gäste aus der Gemeinde Weischlitz nutzten die Gelegenheit, sich mit Vorschlägen und Hinweisen einzubringen. So waren unter anderem auch Vertreter der Gemeinde Rosenbach vor Ort.

Nach der allgemeinen Vorstellung des Konzeptes kam es an den Tischrunden zu lebhaften Diskussionen. Die Mitarbeiter des Zweckverbandes Öffentlicher Personennahverkehrs (ÖPNV) versuchten, die Fragen der Bürger zu beantworten. Dabei machten sie sich jede Menge Notizen. Bei einem ersten Blick auf den Buslinien-Plan fiel den Gästen der "weiße Fleck" auf der Verkehrs-Karte im Gebiet der Gemeinde Weischlitz auf. Eingezeichnete Buslinien sucht man da vergebens. Für diese Fläche wird der sogenannte "Ruf-Bus" favorisiert. Laut ÖPNV-Mitarbeiter Sebastian Eßbach wird es eine zentrale Rufbus-Telefon-Nummer in der Verkehrszentrale Auerbach geben. In der Gesamtkonzeption gehe es auch immer um Anschlüsse. Eßbach sprach von "merkbaren Taktverkehren". In anderen Regionen habe sich das Ruf-Bus-System schon bewährt. "Ein bis zwei Tage vorher anrufen ist normaler Standard." Kurzfristig könne man die Zentrale bei Bedarf zwei Stunden vorher kontaktieren.

Zufriedenheit zeichnete sich im Gesicht von Wolfgang Sörgel nicht ab. Der Grobauer Ortschef fühlt sich vom Nahverkehr abgehängt. "Warum eigentlich ein Ruf-Bus? Wir haben doch die Schiene vor der Haustür." Allerdings fahren die Züge dort seit geraumer Zeit ohne Halt durch. Nach Informationen des VVV würde ein Bedarfshalt 4,80 Euro kosten. Im Verhältnis zum Fahrgastaufkommen sei das nicht wirtschaftlich.

Der Weischlitzer Bürgermeister Steffen Raab (Freie Wähler) kann die Kritik der Bürger verstehen. "Wir brauchen Flexibilität im ländlichen Raum. In manchen Orten fährt nur der Schulbus." Dennoch müsse man auch die wirtschaftliche Komponente im Auge behalten. Insofern sei der Ruf-Bus eine Alternative. "Das wäre definitiv eine Verbesserung zum bisherigen Stand."

Offen bleibt, wie der Busverkehr in der Gemeinde künftig an den Wochenenden geregelt wird. Bisher gibt es dafür noch keine Antworten, gab Micha Leonhardt zu. "Wir werden darüber nachdenken", erklärte der stellvertretende VVV-Geschäftsführer.

Thomas Hammerschmidt aus Mißlareuth konfrontierte die Verkehrs-Experten mit einem weiteren Problem. "Wie kommen wir über die Grenze?", fragte er in die Runde. Gemeint waren Verbindungen nach Bayern und Thüringen. "Unsere Pläne enden nicht im Vogtland", versicherte Leonhardt. "Da sind wir mit den Nachbarregionen im Gespräch."

Die meisten der gestellten Fragen konnten am Mittwochabend nicht sofort beantwortet werden. Leonhardt und seine Mitstreiter nahmen jedoch jede Menge Anregungen von den Tischgesprächen mit den Bürgern mit. Weitere Informationen zum neuen Verkehrskonzept gibt es auch im Internet.

www.vogtlandauskunft.de

 
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