Blockchain, Vivaldi, Kuchen: Der Makers Day in Chemnitz macht Appetit

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Neukirchen als Gastgeber des diesjährigen Makers Day bietet einen Vorgeschmack, was der Macher-Gedanke 2025 alles bieten kann.

Vor der Glaswand eines früheren Autohauses steigt Rauch auf. Die Landfrauen backen in einem mobilen Holzofen Apfelkuchen - einen nach dem anderen. Natürlich kommen die Äpfel alle aus der Umgebung.

Die Aktion passt gut zur künftigen Konzeption des sogenannten Maker Hubs. Er liegt am Ortsausgang Richtung Stollberg. Acht solcher Hubs in der Region wurden in diesem Jahr ausgewählt. Sie sollen im Kulturhauptstadtjahr Veranstaltungsorte sein, aber auch dauerhaft als Fixpunkte für Kreativität, Tüfteln und Machen dienen. Der Neukirchener Makers Hub wird dann, wenn er Ende 2024 in Dauerbetrieb geht, einen Schwerpunkt auf das Kulinarische setzten.

Sascha Thamm, Bürgermeister der Gemeinde im Würschnitztal spricht von nicht weniger als einer "Küche Europas", die man werden möchte. Woher kommt der Gedanke?

2017, lange vor der Auswahl der künftigen Kulturhauptstadt, hat der Ort ein Entwicklungskonzept aufgestellt, in dem gute Ernährung ein Schwerpunkt ist. In den Kitas spielt das ebenso eine Rolle wie in der Kinderküche. Über die Umnutzung des seit Jahren leerstehenden Autohauses wird ebenfalls schon lange diskutiert. Da gleich gegenüber eine neue Grundschule gebaut werden soll, ist es naheliegend, hier eine vergrößerte Küche einzurichten, in der die Schüler die Produkte des Schulgartens verarbeiten können. Das ist aber nur ein Aspekt. Von Plätzchen á la Oma bis zu Drei-Sterne-Kulinarik wird das Thema Ernährung vielseitig angegangen.

Genau so facettenreich stellte sich der Makers Day am Mittwoch dar, um den im Programmbuch der Kulturhauptstadt so zentralen Gedanken des Machens zu illustrieren.

Neben dem Blechkuchen gehörte ein Konzert mit klassischen Werken von Vivaldi bis Villalobos ebenso dazu wie die Gestaltung eines großen Wandbildes. Das Holzkombinat Chemnitz baute unter aktiver Beteiligung der Besucher ein Hochbeet und stellte die kugelförmigen Konstrukte sogenannter Geodome aus Holzleisten vor, die in Chemnitz vor Kurzem erprobt wurden. Doch auch Vorträge, zum Beispiel über Künstliche Intelligenz und die Blockchain-Technologie, die unter anderem bei der Kryptowährung Bitcoin genutzt wird, gehörten zum Programm.

Sascha Thamm betont, dass es nicht allein um die Inhalte geht, nicht beim Makers Day und auch nicht beim künftigen Makers Hub. "Zentraler Gedanke ist, Menschen zusammenzubringen, die sich sonst nie begegnen würden", sagt der Bürgermeister. "Man kann unterschiedliche Meinungen haben, aber sich gegenseitig akzeptieren." Das ist auch im internationalen Sinne gemeint. Darum ist der Gedanke "Küche Europas" zu sein mehr als eine wohlklingende Metapher.

Der erste Makers Day fand im Vorjahr in Aue-Bad Schlema statt. Sein Erfolg kann gerade an solch unerwarteten Kontakten gemessen werden. So entstand durch die Begegnung eines Spielzeugherstellers mit einem Ingenieur die Idee, den Nussknacker Wilhelm zur ISS zu schicken. Reale Früchte trug auch ein Gespräch zwischen dem heute in Zeitz lebenden Schweizer Künstler Beat Toniolo mit der Textilgestalterin Sara Linke aus Wüstenbrand, die geraden den Sächsischen Gründerinnenpreis erhalten hat. Aus seinen Grafiken ist eine ganze Kollektion entstanden.

Neben dem künstlerisch ausgerichteten Purple Path sind die Maker Hubs ein Instrument, die Region mit der Kulturhauptstadt Chemnitz weit über 2025 hinaus enger zu verknüpfen.

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