Corona-Lage weiter kritisch: Erzgebirgskreis verschärft Maßnahmen

Die Teilnehmerzahl für Feiern wird weiter begrenzt, die Maskenpflicht ausgeweitet. Zudem werden die Öffnungszeiten von Gaststätten und Lokalen sowie der Verkauf von Alkohol eingeschränkt.

Annaberg-Buchholz.

Der Erzgebirgskreis hat schärfere Corona-Schutz-Maßnahmen erlassen. Die neue Allgemeinverfügung gilt ab Samstag. Sie ist eine Reaktion auf die am Donnerstag erlassene neue Corona-Schutz-Verordnung des Freistaats Sachsen, die ebenfalls ab Samstag in Kraft tritt. Die neue Allgemeinverfügung des Erzgebirgskreises umfasst im Kern elf teils neue Regelungen. So wird die Teilnehmerzahl für Feiern wird weiter begrenzt, die Maskenpflicht ausgeweitet. Außerdem werden die Öffnungszeiten von Gaststätten und Lokalen sowie der Verkauf von Alkohol eingeschränkt.

Im Detail bedeutet das:

In Betrieben, Sportstätten, Gastronomie, Hotels, Beherbergungsstätten, Hochschulen, Aus und Fortbildungseinrichtungen sowie bei Ansammlungen im öffentlichen Raum sind personenbezogene Daten zur Nachverfolgung von Infektionen zu erheben; ausgenommen sind Geschäfte. Erhoben werden müssen Name, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse und Postleitzahl der Besucher sowie Zeitraum des Besuchs.

Die Teilnehmerzahl für Feiern wie Hochzeiten, Geburtstage, Trauer und Jubiläumsfeiern wird im öffentlichen und privaten Raum auf zehn Personen oder, wenn einem Hausstand mehr als 10 Personen angehören, auf die Angehörigen eines Hausstandes beschränkt. Private Feiern sind ausschließlich im Familien- und Freundeskreis zulässig. Betriebs- und Vereinsfeiern sind untersagt.

Das Tragen einer Mund-Nasenbedeckung im öffentlichen Raum ist Pflicht an Orten, an denen Menschen dichter oder länger zusammenkommen. Das ist unter anderem an Bushaltestellen, Bahnhöfe, Warteschlangen sowie Einkaufszentren, Fußgängerzonen und Märkten sowie in öffentlich zugänglichen Räumlichkeiten mit regelmäßigem Publikumsverkehr der Fall. Dazu zählen auch öffentliche Versammlungen.

In Kirchen und Versammlungsräumen von Religionsgemeinschaften ist zwingend der Mindestabstand von 1,50 m einzuhalten. Ausgenommen von dieser Regelung sind Personen des eigenen Hausstandes. Beim Singen im Gottesdienst ist eine MundNasenbedeckung Pflicht. Zudem muss der Schutz getragen werden, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, so zum Beispiel beim Ein- und Ausgang. Auf dem eigenen Sitzplatz ist keine Mund-Nasenbedeckung erforderlich, sieht die Allgemeinverfügung vor. Gleiches gilt bei kulturellen Veranstaltungen in geschlossenen Räumen, wie Kino und Theater.

Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen sind verboten. Ausnahmen bedürfen eines mit dem zuständigen Gesundheitsamt erneut abgestimmten Hygienekonzeptes.

Gäste in Restaurants und Herbergen müssen beim Betreten und Verlassen, in den Gängen und beim Aufsuchen von Gemeinschaftseinrichtungen, wie Toiletten oder Wellnessbereich, eine MundNasenbedeckung tragen. Schank und Speisewirtschaften müssen zwischen 22 Uhr und 5 Uhr geschlossen werden. Abgabe und der Verkauf von alkoholhaltigen Getränken ist in dieser Zeit verboten.

In Schulen und auf dem Schulgelände muss eine MundNasenbedeckung getragen werden. Während des Unterrichts sowie bei Aufenthalt ist diese nicht erforderlich. (sane)

Die neue Allgemeinverfügung im Wortlaut [PDF]

22 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 7
    5
    12jk12
    24.10.2020

    Wenn ich in der Gaststätte Tee trinke macht wohl das Virus einen Bogen um mich herum !
    Was hier abgeht geht gar nicht mehr.
    Wollen wir alle gute Wirtschaft zu Grunde tragen ? Wenn die obersten das möchten dann sollen sie sofort die Bürgerversicherung einführen, damit wir kleinen nicht alles bezahlen müssen.
    Für eine neuerliche Diätenerhöhung ist noch Geld da. Bitte wie sollen unsere nachfolgenden Generationen das Abzahlen ?

  • 12
    7
    OlafF
    23.10.2020

    Durch die im Jahre 2009 die von der WHO geänderten PANDEMIE-Kriterien (siehe arte-Doku "Profiteurer der Angst" ) sind die Akteure fokussiert auf Corona nun regelmäßig in der Pflicht (Verfügungen und Verordnungen). Einige wurden bereits „von Gerichten gekippt“. Wenn analog schwerer Grippeepidemien, eine Ausbreitung von bis zu 20% in der Gesamtbevölkerung zu erwarten wäre, so bedeutet das: 14,4 Millionen Einwohner/Saison in der BRD sind irgendwann infiziert oder infiziert gewesen. Umgerechnet sind das, 200 Infizierte/1000 EW, offensichtlich ansteigend und nicht absteigend, trotz aller Maßnahmen und saisonbedingt unterschiedlich dynamisch. Die allermeisten hatten jedoch gar keine Symptome.
    Der Unterschied in der Vorgehensweise im Vgl. zu früheren Grippeepidemien: Die ursprünglich für Studienzwecke entwickelten u. später für betroffene Personen zur Erhärtung der in der ärztlichen Untersuchung angewandten Testungen werden nun massenhaft für die Verfolgung von Infektionsketten angewandt.