Angelika und Michael Hofmann aus Zschorlau mit ihrer Tochter Mathea, die nach einer spektakulären Anfahrt im Rettungswagen auf dem Parkplatz des Geburtshauses "Glühwürmchen" zur Welt kam. Foto: Annett Honscha
Angelika und Michael Hofmann aus Zschorlau mit ihrer Tochter Mathea, die nach einer spektakulären Anfahrt im Rettungswagen auf dem Parkplatz des Geburtshauses "Glühwürmchen" zur Welt kam. Foto: Annett Honscha Bild: Annett Honscha
Annaberg
Geburt auf dem Parkplatz: Matheas spektakulärer Start ins Leben

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Der Weg ins Geburtshaus nach Annaberg wurde für ein Paar aus dem Erzgebirge zur Herausforderung. An einer Unfallstelle bei Schlettau war trotz starker Wehen zunächst kein Durchkommen. Schon vorher hatte die werdende Mama Sorgen, dass ihr Baby im Auto zur Welt kommen muss. Und das kleine Mädchen hatte es wirklich eilig.

Annaberg/Zschorlau.

Kurz vorm Ziel wollte die kleine Mathea nicht mehr warten: Nach einer spektakulären Anfahrt mit Hindernissen kam sie am Freitag, 9.23 Uhr im Rettungswagen auf dem Parkplatz des Geburtshauses "Glühwürmchen" in Annaberg-Buchholz zur Welt. Kurze Zeit vorher hatten ihre Eltern Angelika und Michael Hofmann aus Zschorlau noch im eigenen Auto an einer abgeriegelten Unfallstelle auf der B 101 bei Schlettau gestanden - die werdende Mama mit sehr starken Wehen. Es war zunächst kein Durchkommen und eine Ausnahmesituation für alle Beteiligten.

Doch von vorn: Schon nachts gegen 2.30 Uhr waren erste Anzeichen für die einsetzende Geburt da. "Ich hatte aber noch keine Wehen, da habe ich mich noch mal hingelegt", erzählt die 31-Jährige. Ab 5.30 Uhr setzten Wehen ein, wurden langsam stärker. "Eigentlich wollten wir noch unsere größere Tochter Tamina in den Kindergarten bringen, haben dann aber doch meine Eltern angerufen", berichtet Angelika Hofmann. 8 Uhr sei sie mit ihrem Mann in Richtung Geburtshaus gestartet - inklusive Umleitung wegen einer Sperrung in Schwarzenberg. Die Wehen wurden immer stärker, sie habe schon einen Drang zu pressen gespürt. Doch Lkws nahe Elterlein zwangen das Paar, langsam zu fahren. "Ich hatte wirklich Angst, dass das Kind im Auto kommt", erzählt die junge Mutter. Ihr Mann war sich nicht sicher: "Am Rand anhalten oder weiterfahren?", wie er schildert. Doch seine Frau habe immer gerufen: "Weiterfahren." Sie wollte unbedingt ins Geburtshaus.

Nachdem die Lastkraftwagen endlich abgebogen waren, sah es nach freier Fahrt aus. Doch kurz nach Schlettau, wenige Kilometer vom Ziel entfernt, folgte ein großer Schreck: Die B 101 in Richtung Annaberg-Buchholz war wegen eines schweren Unfalls gesperrt. Das Paar musste anhalten, da hatte Angelika Hofmann alle zwei Minuten starke Wehen. Aber Feuerwehr, Polizei und ein Rettungswagen standen schon da. Michael Hofmann wählte zur Sicherheit selbst den Notruf 112, ging zu den Helfern und rief auch die Hebamme an. "Polizisten empfahlen mir erst, eine andere Strecke zu fahren. Aber das haben wir uns nicht mehr zugetraut", sagt der 35-Jährige. Die Helfer hätten dann schnell reagiert und durchgefunkt. "Schließlich kam ein Rettungswagen für uns", schildert der Zschorlauer. Hebamme Sandra Thamm vom Geburtshaus hatte sich zwischenzeitlich samt Ausrüstung aufgemacht, lief an der Unfallstelle vorbei zur werdenden Mama. "Als meine Hebamme im Rettungswagen bei mir war, wusste ich, es wird alles gut", sagt Angelika Hofmann. Es begann die Fahrt zum Geburtshaus, dass sie unbedingt erreichen wollte - eine vertraute Umgebung. Doch bis ins Gebäude schafften es die werdenden Eltern nicht mehr: Im Rettungswagen auf dem Parkplatz davor kam die letzte Presswehe. Mathea war geboren: 3640 Gramm schwer, 53 Zentimeter groß und kerngesund.

Die Stunden darauf waren so, wie sie sich die Familie vorher ausgemalt hatte. Sie konnten sich in aller Ruhe kennenlernen, Mutter und Kind wurden untersucht. Am Nachmittag brachen Hofmanns nach Hause auf. Schwester Tamina, die bald 4 wird, wartete. Sie war an diesem besonderen Tag im Kindergarten Mittagskind - wusste am Morgen aber noch nichts davon, dass die Geburt begonnen hatte.

Hebamme Sandra Thamm wartete am Mittag darauf, dass Polizisten ihr Auto zurückbrachten. Das stand noch an der Unfallstelle. Sie hat beruflich schon viel erlebt, "aber das war meine erste Geburt in einem Rettungswagen", sagt sie. Der ebenfalls alarmierte Notarzt stand zwar auf dem Parkplatz des Geburtshauses bereit, musste aber nicht eingreifen. Er konnte sich mit allen anderen freuen.

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