Als glitzernder Weihnachtsberg im Schnee präsentiert sich Annaberg-Buchholz von seiner besten Seite.
Bild: Ronny Küttner/photoron
Besuchern wird empfohlen, den Zentralparkplatz "Kätplatz" an der B 95 zu nutzen. Zum Finale gibt es ein Gemeinschaftskonzert der teilnehmenden Bergmusiker auf dem Unteren Kirchplatz.
Hans-Peter Thieme (75), Bergknappschaft Marienberg: Bergältester, war Hauer und ist studierter Bergbauingenieur. Der Liebe wegen verschlug es ihn nach Marienberg, wo er seit 15 Jahren Mitglied der Knappschaft ist. Seine Frau begleitet ihn an den Wochenenden gern.
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Hugo Brückner (10), Saigerhüttenknappschaft Olbernhau-Grünthal: Saigerhüttenknappe, gehört zu den jüngsten Mitgliedern der Saigerhüttenknappschaft im Saigerhüttenverein Olbernhau-Grünthal. Vater Udo nahm ihn mit. Das Ziel: Hugo soll im Musikkorps Olbernhau musizieren.
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Heiko Mauersberger (59), Bergknapp- und Brüderschaft Frohnau: Hauer, wird am Sonntagnachmittag in den Reihen der Bergbrüderschaft Frohnau gemeinsam mit den Musikern des Bergmusikkorps "Frisch Glück" Annaberg-Buchholz/ Frohnau an der Spitze der Parade marschieren. Zu seiner Tracht - schwarze Jacke und weiße Hose - gehören die ledernen Kniebügel, das Geleucht und der grüne Schachthut. Er trägt am Arschleder ein Bergmannsmesser, in der Fachsprache Tscherper. Das Universalwerkzeug galt für Bergleute als unentbehrlich.
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Uwe Wendler, Bergmännischer Musikverein Ehrenfriedersdorf: Bergmusikmeister.
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Philipp Einenkel (28), Bergbrüderschaft Wiesa: Knappe, erlebt im Habit zum ersten Mal die Abschlussparade. Als neues Mitglied der Brüderschaft wurde er mit Kutte, Arschleder, Hut, Handschuhen ausgestattet. Am 1. Advent marschierte er erstmals zum Steigermarsch.
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Frank Venohr (48), Berg-, Knapp- und Brüderschaft Jöhstadt: Kaufmännischer Bergmann, ist nach Jahren wieder ins Erzgebirge zurückgekehrt, die Zeit dazwischen hielt er Kontakt als Fördermitglied. Die Jöhstädter zählten 1963 zu den Teilnehmern der 1. Annaberger Parade 1963.
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Thomas Stephani, Berg- und Hüttenknappschaft Seiffen: Bergältester, trägt eine Tracht, die auf die Originale von 1719 zurückgeht. Der Bergälteste ist Bindeglied zwischen Hauer und Obrigkeit. Die weiße Halsbinde, deshalb weil Bergälteste auch für Beerdigungen zuständig waren.
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Gabriele Fritsche (61), Bergknappschaft Marienberg: Erzwäscherin, ist über ihren Mineralien sammelnden Sohn 1995 zur Bergbrüderschaft gekommen. "Wir waren überall auf der Welt, zum Beispiel bei der Steubenparade in New York. Da wären wir sonst nie hingekommen."
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Niklas Ullmann (20), Musikkorps der Stadt Olbernhau: Hüttenmusiker, schloss sich 2013 dem Orchester an. Er weiß, zu den anstrengendsten Paraden gehört die in Seiffen. Dort zeigte am 3. Advent der Schrittzähler gut 8000 Schritte an: "Annaberg ist der krönende Abschluss."
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Antoni Kolenda (73), Hüttenknappschaft Blaufarbenwerk Zschopenthal: Farbmeister, gehörte 2000 zu den Gründungsmitgliedern der Knappschaft, die heute gut 50 Mitglieder zählt. Sein erster Habit war der eines Hauers. Einen schwarze Schachthut tragen die Bergleute, die übertage arbeiteten.
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André Fugmann (45), Bergbrüderschaft Schneeberg: Hauer, stand als Kind bei Paraden staunend am Straßenrand. Er will beitragen, die Tradition zu erhalten. Am Wochenende marschiert er in Leipzig und in Annaberg: "Ich finde, die Abschlussparade ist eine der schönsten."
Bild: Niko Mutschmann
Steffen Wünsche (59), Bergbrüderschaft Schneeberger Bergparade: Obersteiger, ist 2. Vorsitzender der Bergbrüderschaft. Für ihn bildet Annaberg den krönenden Abschluss für die Bergbrüderschaften und "dann beginnt für uns Weihnachten". Dann ist endlich Zeit für die Familie.
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Hannah Anger (6), Bergbrüderschaft Schneeberger Parade: Blaufarbenwerker, marschiert in den Reihen der Schneeberger zum ersten Mal. Das ist das Alter, ab dem Kinder offiziell in der Parade mitlaufen dürfen. Für die Vereine ist es wichtig, diese Altersgruppe zu begeistern.
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Erika Schubert (70), Bergknapp- und Brüderschaft Oberscheibe/Scheibenberg: Klaubefrau, gehört mit ihrem Mann Ulrich zu den 52 Mitgliedern des im Jahr 2000 wiedergegründeten Vereins in Oberscheibe. Klaubefrauen hatten im Schacht die Aufgabe, das Erz vom tauben Gestein zu trennen.
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Ulrich Schubert (70), Bergknapp- und Brüderschaft Oberscheibe/Scheibenberg: Obersteiger, ist Blitzlichtgewitter gewöhnt. Zu seiner Tracht gehört der Häckel, am Schachthut befindet sich eine goldfarbene, doppelte Mauerkrone. Aus gesundheitlichen Gründen schaut er sich die Parade im Fernsehen an.
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Lisa Liermann (24), Bergbrüderschaft Wiesa: Knappe, trägt die Standarte der Wiesaer, die zahlenmäßig wohl mit die meisten Teilnehmer zur Parade stellt: "Ich bin stolz darauf, diese Tradition mit fortzuführen. Ohne Paraden kommt kein echtes Weihnachtsfeeling auf."
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Werner Lorenz (70), Knappschaft Schwarzenberg: Knappschaftsältester, wird am Sonntagmittag in den Reihen seiner Knappschaft zur Abschlussparade marschieren. Die 20 Mitglieder konnten 2021 das 30. Jahr der Wiedergründung der Knappschaft Schwarzenberg feiern.
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Enya Gröbner (7), Bergbrüderschaft Geyer: Knappe, nimmt zum ersten Mal teil - mit den Schwestern Amélie und Zoé, Mama Anja und Papa Danny. Zur Brüderschaft kamen die Leipziger über die Mama, die aus Geyer stammt und seit 30 Jahren Mitglied ist.
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Daniel Dehnell (46), Bergbrüderschaft Bad Schlema: alte Wismutkleidung, ist bei fast allen Paraden in der Vorweihnachtszeit mitmarschiert. Vielleicht verkörpert er am Sonntag Wasserwärter Paul Rössel aus dem Blaufarbenwerk Oberschlema im blau-weißen Habit.
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Ronny Graupner (46), Bergknapp- und Brüderschaft Oberscheibe/Scheibenberg: Obersteiger, wird in Annaberg zu hören sein. Er grüßt mit dreifachem "Glück auf". Das kommt beim Publikum gut an: "Ich versuche schon, Leute an der Straße zu erkennen. Aber meist habe ich einen Tunnelblick."
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Michael Körner (62), Berg,- Knapp- und Brüderschaft Jöhstadt: Fahnenträger, hat im Verein als Bergbruder begonnen. In die Funktion wird man gewählt, wie in alle anderen auch. Zur 20 Kilogramm schweren Fahne, im Fahnengurt getragen, gehört auch die gelbe Bauchscherpe.
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Rolf Zienert (71), Bergknapp- und Brüderschaft Frohnau: Bergzimmerling, trägt im Gegensatz zu den meisten Mitgliedern der Bergbrüderschaft eine schwarze Hose. Zu seiner Tracht gehört der Kaukamm. Das Grubenbeil wurde von den Zimmerern untertage für den Ausbau genutzt.
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Hans-Georg Henjes (73), Musikkorps der Bergstadt Schneeberg: Kesselpauker, hat beim Marsch zwei Helfer zur Seite, die das 60 Kilogramm schwere Instrument in einem Gestell tragen: "Jeder Marsch hat seinen Reiz. Aber Annaberg ist etwas Besonderes, weil wir Musiker uns alle treffen."
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Peter Brückner (71), Berggrabebrüderschaft Ehrenfriedersdorf: "Drackscher" (dreckiger Bergmann) - in Arbeitskleidung, ist Mitglied der ältesten Berggrabebrüderschaft Deutschlands. Über 30 Jahre lang hat der Ehrenfriedersdorfer untertage gearbeitet - bei Zinnerz, dann bei Geomin.
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Uwe Egert (80), Bergbrüderschaft Pobershau: Steiger, trägt eine Hüttenmännische Tracht. Sie wurde für ihn vor 30 Jahren gefertigt. Die Pobershauer laufen im letzten Teil der Parade - hinter den Häuern, denn sie beziehen die Gewerke übertage in ihre Brüderschaft mit ein.
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Roberto Sachse (63), Knappschaft Kalkwerk Lengefeld: Bergältester, marschiert zum 26. Mal bei der Annaberger Parade: "Das letzte Stück hinauf zur Annenkirche ist anstrengend - ähnlich wie die Steile Wand von Meerane." Seine Tracht wäscht und bügelt er übrigens selbst.
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Jörg Görner (52), Bergmännischer Musikverein Ehrenfriedersdorf: Tubist, steigt bei Marschmusik aufs Helikon um, das er umhängen kann. Dieses Instrument ist auch um die Hälfte leichter als die 14 Kilogramm schwere Tuba. "Annaberg ist Erzgebirge. Diese Parade liegt mir besonders am Herzen."
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