"Spiel des Grauens" feiert Premiere

Annaberg-Buchholz.

Im ausverkauften Eduard-von-Winterstein-Theater in Annaberg-Buchholz haben 130 Schülerinnen und Schüler der Evangelischen Schulgemeinschaft Erzgebirge am Samstagnachmittag eine ergreifende Premiere ihres Musiktheaterprojektes "Spiel des Grauens" auf die Bühne gebracht. Sie erinnern damit am den 75. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungs- und Arbeitslagers Auschwitz-Birkenau.

Im Mittelpunkt der Inszenierung steht das Frauenorchester des Lagers: ein eigens gebildeter Klangkörper, der zu den verschiedensten Anlässen im Lager spielen musste - Privatkonzerte für den Lagerkommandanten ebenso wie Begleitmusik für die Märsche der Häftlinge. Sie mussten sogar üben und spielen, wenn andere Häftlinge in die Gaskammern geführt wurden. Dabei waren die Musikerinnen damals kaum älter als die jungen Darstellerinnen von heute. Das besondere an der Inszenierung: Den Drehbuchtext dafür hat die angehende Abiturientin Emma Schröer geschrieben. Sie hat sich im Rahmen einer sogenannten Besonderen Lernleistung intensiv mit dem Thema "Musik im System der Vernichtung" beschäftigt - am Beispiel des Frauenorchesters Auschwitz. Dabei hat sie auch das Theaterstück "Spiel um Zeit" von Arthur Miller auf seine historische Authentizität hin analysiert und neu aufgearbeitet.

Dabei ist es Emma Schröer auch darum gegangen, aufzuzeigen, wie die Frauen und Mädchen unter solchen extremen Bedingungen überleben konnten, welche Bedeutung dabei die Gruppe und die Musik für sie hatten. Entstanden ist mit der Unterstützung der Theaterpädagogin und Dramaturgin Asia Schreiter eine Inszenierung, die mit spartanischen Requisiten und wenigen, aber starken Bildern auskommt - und so umso mehr Raum für die schauspielerischen Leistungen und vor allem auch musikalischen Leistungen der jungen Darstellerinnen und Darsteller lässt. Von einem sichtlich berührten Premierenpublikum gab es dafür minutenlang stehende Beifallsbekundungen.

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