Festival in der Heimat des Bandonions

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:

Das Handzuginstrument erklingt am Freitag und Samstag in Carlsfeld in zwei Konzerten. Einen Tangoabend gibt es nicht.

Carlsfeld.

Dort, wo die Wiege des Bandonions steht, gibt es an diesem Wochenende nach einjähriger Corona-Pause wieder ein Festival, bei dem verschiedene Orchester und Solisten das Handzugsinstrument in all seinen Facetten den Besuchern nahe bringen wollen. Dazu lädt der Fremdenverkehrsverein Carlsfeld ein. Es ist das 27. Carlsfelder Bandonionfestival.

Zum Auftakt findet am Freitag, 18 Uhr ein Konzert in der Trinitatiskirche Carlsfeld statt. Neben den Musikern vom Bandonionverein Carlsfeld spielen dabei das Bandonion-Orchester Dresden und die Solisten Klaus Gutjahr aus Berlin und Joachim Rotha aus Gera. Am Samstag, 17 Uhr findet ein weiteres Konzert im Bürgerhaus "Grüner Baum" in Carlsfeld statt. Hier spielen das Jugendorchester des Bandonionvereins Carlsfeld, das Projekt-Orchester unter der Leitung von Karin Eckstein, Solist Klaus Gutjahr und das Dresdner Ensemble Gran Orquesta de Tango Carambolage unter Leitung von Jürgen Karthe.

Klaus Gutjahr ist ein Musiker, dessen Leidenschaft der Barockmusik und dem argentinischen Tango gilt. Er begleitete in seiner bisherigen Laufbahn Liedermacher wie Klaus Hoffman, Erika Pluhar, Eva Maria Hagen, Hannes Wader und Wolf Biermann in Konzerten und bei der Produktion von Tonträgern.

Jürgen Karthe stammt wie das Bandoneon aus Sachsen. Als Akkordeonist konnte er 1994 dem Klang des Bandoneons nicht widerstehen und begann zunächst als Autodidakt das Bandoneonspiel im Erzgebirge, der Wiege des berühmten Doble-A-Bandoneons. Über das Bandoneon gelangte er schließlich zum Tango Argentino. Fortan nutzte er Studienmöglichkeiten, die von Straßenmusikern in Buenos Aires bis zum Musikkonservatorium Rotterdam reichten. Mittlerweile kann er als gefragter Tangomusiker auf zahlreiche internationale Erfolge unter anderem mit der Semperoper Dresden, den Münchner Symphonikern und anderen renommierten Orchestern verweisen. Mit seinem Bandoneon gab er Konzerte in Buenos Aires, London, Paris, Yokohama, Istanbul und Moskau, zehn Tango-CDs hat er bislang produziert.

Karin Eckstein, die das Projekt-Orchester zum Festival in Carlsfeld, anleitet, studierte sechs Jahre bei Juan José Mosalini am Konservatorium in Gennevilliers/ Paris und legte ihr Examen mit Auszeichnung ab. Mehrere Aufenthalte in Buenos Aires und anderen Städten Argentiniens und der damit verbundene nähere Kontakt mit legendären Bandoneonspielern vertieften ihr Verständnis der argentinischen Musik und ihrer Wurzeln. Ihr breit gefächertes Repertoire umfasst Arrangements für Bandoneon solo, Tangos vieler Stilrichtungen und die führenden Werke für Bandoneon und klassisches Orchester.

"Wir freuen uns sehr, dass trotz der vielen Auflagen so bekannte Musiker beim Festival bei uns in Carlsfeld dabei sein werden", sagt Martina Zapf vom Fremdenverkehrsverein Carlsfeld. "Und wir haben auch schon von vielen Lob dafür bekommen, dass wir überhaupt den Mut haben, diese Veranstaltung durchzuführen." Eine Einschränkung gibt es allerdings: Es wird dieses Mal kein Tango-Tanzabend stattfinden.

Restkarten gibt es unter Telefon 037752 2000 oder per Mail: buchung@carlsfeld.com. Zum Festival gilt die 3G-Regel, Unterlagen sind am Tage der Veranstaltung beim Einlass vorzulegen.

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.