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Heinrich Schütz trifft Moderne: Einstimmung aufs Musikfest Erzgebirge

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Uraufführung am Mittwoch in der Sankt Wolfgangskirche in Schneeberg. Fabian Russ stellt den vierten und damit letzten Teil seines Zyklus "Kaleidoskop der Räume" vor - eine spannende Klanginstallation.

Schneeberg.

Passen Klassiker der Musikgeschichte wie beispielsweise Werke von Heinrich Schütz mit moderner elektronischer Musik zusammen? Sie passen. Davon ist Fabian Russ aus Leipzig überzeugt. Er ist Orchestroniker, gilt sogar als Begründer der noch jungen eingetragenen Marke. Er verwebt elektronische mit klassischer Musik und schafft dafür dreidimensionale Hörräume. So wie in den vergangenen Tagen in der Sankt Wolfgangskirche in Schneeberg, die als eine der größten Hallenkirchen der Spätgotik im sächsischen Raum eine "ideale Architektur" für sein Klangerlebnis bietet. Und so hat am Mittwoch der vierte und letzte Teil seines Zyklus' "Kaleidoskop der Räume" genau dort seine Uraufführung erlebt.

Für die vier großen Teile seiner Gesamtkomposition bezieht sich Fabian Russ auf Schütz' "Musikalische Exequien", die "Psalmen Davids", die "Johannes-Passion" und die Motette "Verleih uns Frieden". Dabei treffen eine moderne Kompositionsweise, zeitgemäßes Sounddesign und innovative Audiotechnik auf die Musik des 17. Jahrhunderts. Der erzeugte dreidimensionale Audio-Klang ermöglicht im halbkugelförmigen Audio-Dome mit seinen 32 Lautsprechern ein vollkommenes Eintauchen in alle klanglichen Facetten. Von 2019 bis 2021 hat der Leipziger die ersten drei Teile des Auftragswerkes komponiert. Sie wurden in Dresden, Gera und Zeitz uraufgeführt. Nun wird der Zyklus im Schützjahr 2022 im Rahmen des Musikfestes Erzgebirge abgeschlossen und vollendet.

Auch für Christina Siegfried, die Intendantin des Heinrich-Schütz-Musikfestes, ein besonderer Moment: "Ich bin erleichtert, vor allem aber glücklich und froh, dass dieses Projekt nach mehr als vier Jahren erfolgreich zu einer Vollendung kommt." Als 2019 mit der Uraufführung des ersten Teiles in der Unterkirche der Frauenkirche Dresden diese besondere Klangreise begonnen hat, habe niemand geahnt, welch schwieriger Weg noch folgen sollte. "Dass nun der vierte Teil mit Liebe überschrieben ist und sich auf Schütz' 'Verleih uns Frieden' und 'Da pacem Domine' bezieht, ist kein Zufall. Denn ohne Frieden und Freiheit erleben wir - wie es einst Heinrich Schütz ausdrückte - 'den freyen Künsten widrige Zeiten'."

Nach der Uraufführung am Mittwoch stimmt die Klanginstallation in Sankt Wolfgang nun auf das Musikfest Erzgebirge ein, dass am Freitagabend in der Sankt Marienkirche in Marienberg eröffnet wird. Anschließend wird es bis zum Abschlusskonzert am 18. September in der Sankt Georgenkirche in Schwarzenberg insgesamt 15 Veranstaltungen mit renommierten nationalen und auch internationalen Künstlerinnen und Künstlern geben. Zu den besonderen Höhepunkten im Raum Aue/Schwarzenberg gehören dabei unter anderem das Gastspiel des Vokalensemble Amarcord am 12. September in der Emmauskirche in Schwarzenberg Neuwelt, das Konzert des Leipziger Thomanerchores am 16. September in der Sankt Wolfgangskirche in Schneeberg und das Nachtklang-Konzert am 17. September im Porsche-Werkzeugbau in Schwarzenberg. Wo sonst in sächsischer Präzisionsarbeit komplexe Werkzeuge entstehen, präsentieren an diesem Abend drei junge Ensembles ihre Programme und wetteifern um eine CD-Produktion bei Deutschlandfunk- Kultur. Ganz neu dabei in diesem Jahr: In einem musikalischen Schlussbild verarbeitet der Leipziger Universitätsmusikdirektor David Timm die Stärken aller drei Ensemble zu einer eigens in Auftrag gegebenen Nachtklang-Komposition.

Die Klanginstallation ist während des Musikfestes täglich zu den Öffnungszeiten der Sankt Wolfgangskirche zugänglich.

www.musikfest-erzgebirge.de

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