Im Erzgebirge entsteht ein neuer Spielepark

In wenigen Wochen soll in Schneeberg der größte Indoorspielpark Sachsens öffnen. Der Betreiber rechnet mit mehr als 100.000 Gästen im Jahr.

Schneeberg.

Elf Kletterwände, Lasertag-Spiele und ein sechsstöckiges Abenteuer-Labyrinth mit einem sogenannten Ninja-Warrior-Parcours: Am Filzteich in Schneeberg soll am 26. August ein neuer, gut 3500 Quadratmeter großer Spielpark namens "Fundora" eröffnet werden. Das haben die Stadtwerke Schneeberg als Eigentümer am Donnerstag erstmals der Öffentlichkeit mitgeteilt. Die Anlage, für die der alte Sportpark umgebaut wurde, sei als Fantasiewelt konzipiert und soll an Pandora erinnern, den fiktiven Planeten aus dem 3D-Film Avatar. Geschäftsführer Gunar Friedrich sagt dazu: "Es ist ein Funpark, der wohl in Deutschland seinesgleichen sucht."

Bilder von schwebenden Bergen, tropische Pflanzen und ein Kletterturm in Gestalt einer riesigen Ranke lassen Besucher in der Halle in eine andere Welt abtauchen. Im abgetrennten Minigolf-Bereich können Besucher bei Schwarzlicht und mit 3D-Brille erleben, wie Planeten über den Boden schweben. Zu ähnlich soll "Fundora" Pandora dann aber doch nicht sein, sagt Friedrich. "Wir wollen ja keinen Ärger mit Cameron bekommen." Cameron heißt mit Vornamen James. Er ist Regisseur und der Erfinder von Avatar.

In dem neuen Freizeitpark gibt es insgesamt acht Großspielgeräte, die das Unternehmen weltweit orderte, darunter auch in China. Neben einem 700 Quadratmeter großen Labyrinth werden Gästen ein Trampolin-Park, ein Kleinkindareal und ein Virtual-Reality-Bereich geboten, in dem sie durch den Amazonas fliegen und in eine Unterwasserwelt abtauchen können. Der Indoor-Freizeitpark sei gedacht als Spielparadies für Jung und Alt, heißt es. Das Tagesticket soll für Erwachsene 19 Euro kosten, für Kinder 12. Familien mit bis zu vier Kindern zahlen pauschal 58 Euro.

Bisher gleicht das Spielparadies an vielen Stellen allerdings noch einer Baustelle. In einigen Räumen fehlen Böden und Tapeten, Spielgeräte stehen verpackt umher. Bis zum 13. August soll aber alles fertig sein, verspricht Friedrich. Dann dürfen Mitarbeiter der Stadtwerke und der Stadtverwaltung die Anlage erstmals testen. "Das ist der Härtetest. Die müssen den letzten Nagel finden, der hervor steht", sagt er und lacht.

Torsten Frank ist der Planer der Erlebniswelt und bezeichnet diese als den größten Indoorspielpark Sachsens. "Das Konzept ist einzigartig." Bis Besucher alle Spielgeräte durchgespielt haben, dauere es bis zu fünf Stunden.

"Danach sind sie aber auch platt." Schneebergers Bürgermeister Ingo Seifert (Freie Wähler/Bika) erklärte zuletzt: "So etwas, wie wir es dort entwickelt haben, gibt es kein zweites Mal." Er hoffe auf einen Besucher-Magneten, ähnlich wie es der bekannte Freizeitpark Plohn im Vogtland ist.

Die Stadtwerke, die eine 100-prozentige Tochter der Stadt sind, haben nach eigenen Angaben knapp fünf Millionen Euro in die Erlebniswelt investiert. Sie sei gedacht als Investition, um junge Leute in der Region zu halten, sagt Geschäftsführer Friedrich. "Und wir wollen etwas für unsere Kundschaft tun." Denn mit Kundenkarte gibt es einen Rabatt.

Laut Stadtwerken ist der Spielpark künftig das ganze Jahr über täglich geöffnet. 40 neue Jobs sollen dort entstehen, es gibt auch einen Gastrobereich. Zwei Tage vor der Eröffnung ist am 24. August die offizielle Einweihung geplant, zu der sich Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) angekündigt hat. Friedrich hofft im Anschluss auf einen Besucheransturm: "Wir rechnen im ersten Jahr mit 100.000 bis 120.000 Gästen." Bis zu 1200 Leute können theoretisch gleichzeitig in der Halle spielen, anfangs soll die Anzahl aber auf 600 begrenzt werden. "Wir wollen die Anlage erst testen."

Über die Arbeiten an dem Freizeitpark, die bereits im Herbst 2017 begonnen hatten, war in den vergangenen Wochen in der Stadt viel spekuliert worden, denn die Stadtwerke hielten sich mit offiziellen Informationen bislang zurück. Der Betrieb sprach von einem "Geheimnisschutz" für das Objekt; den Bauarbeitern wurde sogar untersagt, Fotos im Inneren zu machen. Zuletzt war deshalb von Schneebergs wohl geheimster Baustelle die Rede. Am Donnerstag erklärte Friedrich nun mit einem Lächeln: "Ich hebe den bestehenden Geheimnisschutz auf."

Bewertung des Artikels: Ø 4.3 Sterne bei 3 Bewertungen
3Kommentare
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    0
    Interessierte
    05.08.2018

    @fschindl , das haben die Erzgebirgler für sich gebaut , das da oben ist eine Welt für sich , die fahren ´kreuz&quer´ hin und her und kennen jeden Fleck und jeden Baum und jeden Winkel ...

    Und Chemnitz hat wohl den Konkordia-Park ...
    Und ´unsere` Stadtwerke haben ja schließlich auch schon viel für uns getan , die haben uns den langen Schornstein erhalten , obwohl der gar nicht mehr nötig wäre und haben ihn saniert und bemalt und beleuchtet und sehr viel Geld dafür bezahlt - also das alles für uns Chemnitzer .....

  • 1
    7
    fschindl
    02.08.2018

    in Schneeberg? wer zum Teufel denkt sich so einen Unsinn aus? anscheinend haben die Stadtwerke zuviel Kohle übrig...

  • 5
    5
    Interessierte
    02.08.2018

    Das wäre sicherlich auch was für Chemnitz gewesen , da hätte die Stadt und vielleicht auch die Hotels viele Besucher gehabt ...



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