Auf Musikherbst folgt schöpferische Pause

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:

Am Wochenende haben die Herolder Blasmusikanten Vollgas gegeben. In der Advents- und Weihnachtszeit wird das Ensemble jedoch nicht zu hören sein - wohl aber die Musiker.

THUM/HEROLD.

Blasmusik vom Feinsten ist am Sonnabend im Thumer Volkshaus zu hören gewesen. Der Auftritt der Herolder Blasmusikanten im Haus des Gastes hat Tradition. "Seit 2009 und somit seit unserem 45. Jahrestag treten wir im Volkshaus auf", berichtet Orchesterleiter Lutz Wendler. Dabei freut er sich, dass der Klangkörper die letzten zwei Coronajahre mit all ihren Widrigkeiten gut überstanden hat. "Nach der Zeit der Einschränkungen waren all unsere Musiker wieder da. Keiner ist abgesprungen, alle haben zur Stange gehalten", so der Dirigent. Die Zeit ohne Musik, ohne Proben und Auftritte sieht er als Bewährungsprobe für den Zusammenhalt. Und bei ihren aktuellen Konzerten hätten die Musikanten gespürt, wie ausgehungert die Leute in Sachen Kultur seien.

17 Musikanten zählt die Kapelle. Sie kommen unter anderem aus Herold, Drebach, Zschopau und Chemnitz. Ingrid Walther aus Ehrenfriedersdorf und Hansjörg Decker aus Gelenau geben dem Orchester die gesangliche Würze. Personelle Unterstützung erhält die Kapelle auch von Musikern aus anderen Blasorchestern. Umgekehrt helfen die Herolder genauso in anderen Ensembles aus. "Das ist schon seit längerer Zeit so, denn fast alle Blaskapellen haben ein Nachwuchsproblem", so der musikalische Leiter. Lutz Wendler, der selbst seit 1976 Musiker ist und Trompete spielt, wünscht sich Musikerzuwachs für die Herolder Blasmusikanten. "Wichtig wären dabei richtig ambitionierte Musiker, die Lust auf die Art Musik haben, die wir spielen", unterstreicht der 55-Jährige. Böhmische und Egerländer Blasmusik sowie Märsche, die ins Blut gehen, stehen beim Klangkörper auf dem Programm. Und das kommt an beim Publikum. "Vor Jahren haben wir noch Swing gespielt, aber unser Saxofonsatz existiert nicht mehr", bedauert der Orchesterleiter. Doch für Musiker seien die Freude und der Spaß an der Musik ganz wichtig. "Und das funktioniert bei uns voll und ganz", so Wendler. Auftritte hat die Kapelle, die es seit nunmehr 58 Jahren gibt, in ganz Sachsen, hauptsächlich aber in der Erzgebirgsregion.

Die Herolder sind Vollblutmusiker und somit vielseitig, was wiederum ein Grund dafür ist, dass der Klangkörper bis in den Herbst hinein Konzerte gibt und immer um die Advents- und Weihnachtszeit herum eine schöpferische Pause einlegt. "Unsere Musikanten frönen um diese Zeit trotzdem weiter ihrem Hobby, dann nur eben in anderen Kapellen", erklärt Wendler.

So sind einige Mitstreiter zugleich im Bergmännischen Musikverein Ehrenfriedersdorf involviert und so vor allem bei Bergparaden präsent. Andere Musiker wirken in Posaunenchören mit und widmen sich der kirchlichen Musik. "Im Januar geht es dann bei uns wieder los", legt der der Orchesterchef dar. Mit traditioneller böhmischer und Egerländer Blasmusik, die die Zuschauer immer wieder be- geistert. "Und die uns richtig viel Spaß macht", unterstreicht Wendler.

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.